Klapperschlange
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Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Crotalus (Gattung); daneben die Zwergart-Gattung Sistrurus
- Ordnung: Schuppenkriechtiere (Squamata)
- Unterordnung: Schlangen (Serpentes)
- Familie: Vipern (Viperidae)
- Unterfamilie: Grubenottern (Crotalinae)
- Anzahl der Arten: ca. 36 Arten in der Gattung Crotalus, 3 Arten in der Gattung Sistrurus
- Lebensraum: Wüsten, Halbwüsten, Prärien, Felslandschaften, lichte Wälder – vom südlichen Kanada bis Argentinien
- Größe: je nach Art 50 cm (Zwerge wie Crotalus ravus) bis über 240 cm (Östliche Diamant-Klapperschlange, Crotalus adamanteus)
- Gewicht: 0,1 kg (Zwergklapperschlangen) bis ca. 6,7 kg bei großen Exemplaren von C. adamanteus
- Lebenserwartung: 15–25 Jahre in freier Wildbahn; in Gefangenschaft bis über 30 Jahre
Aussehen & Merkmale
Klapperschlangen besitzen den für Vipern typischen dreieckigen, deutlich vom Hals abgesetzten Kopf. Der Körper ist kräftig gebaut und mit gekielten Schuppen bedeckt, die der Haut eine raue, matte Oberfläche verleihen. Die Grundfärbung variiert je nach Art und Lebensraum erheblich: Sie reicht von sandgelb und graubraun über olivgrün bis zu nahezu schwarz. Viele Arten tragen eine Reihe dunkler, rautenförmiger oder sattelartiger Flecken auf dem Rücken, die als Tarnzeichnung dienen und die Konturen des Tieres in seiner Umgebung optisch auflösen.
Das auffälligste Merkmal ist die namensgebende Schwanzrassel – auch Klapper oder Hornrassel genannt. Sie besteht aus ineinander verhakten, lose sitzenden Horngliedern aus Keratin, die bei jeder Häutung um ein Segment wachsen. Durch schnelle Vibration der Schwanzmuskulatur – bis zu 60 Schwingungen pro Sekunde – erzeugt die Schlange ein unverwechselbares rasselndes Geräusch, das als Warnsignal gegenüber potenziellen Fressfeinden dient. Da ältere Segmente abbrechen können, lässt sich das Alter eines Tieres nicht zuverlässig an der Anzahl der Rasselglieder ablesen.
Als Grubenottern verfügen Klapperschlangen über das sogenannte Grubenorgan – eine tiefe Vertiefung zwischen Auge und Nasenloch auf jeder Kopfseite. Dieses Sinnesorgan reagiert auf Infrarotstrahlung und ermöglicht es der Schlange, warmblütige Beutetiere selbst bei völliger Dunkelheit zentimetergenau zu orten. Die vertikal geschlitzten Pupillen weisen auf eine überwiegend dämmerungs- und nachtaktive Lebensweise hin.
Lebensraum & Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet der Klapperschlangen erstreckt sich über weite Teile des amerikanischen Doppelkontinents. Der Verbreitungsschwerpunkt liegt im Südwesten der USA und im nördlichen Mexiko, wo die Artenvielfalt am höchsten ist. Einzelne Arten reichen nach Norden bis in die kanadischen Provinzen British Columbia, Alberta und Saskatchewan, nach Süden bis nach Argentinien.
Die besiedelten Habitate sind sehr unterschiedlich. Viele Arten bevorzugen aride und semiaride Biotope wie Steinwüsten, Buschland und Kakteensteppen. Andere besiedeln Kiefern-Eichen-Wälder in Gebirgslagen, feuchte Küstentiefländer oder Graslandschaften der Prärie. Die Östliche Diamant-Klapperschlange (C. adamanteus) bewohnt beispielsweise Palmetto-Flachländer und Küstendünen im Südosten der USA, während die Felsen-Klapperschlange (C. lepidus) in Geröllhalden und Felsspalten auf über 2.500 m Höhe vorkommt. Allen Arten gemeinsam ist das Bedürfnis nach Versteckmöglichkeiten – seien es Felsspalten, Nagetierbauten oder dichtes Bodengestrüpp.
Ernährung
Klapperschlangen sind ausschließliche Fleischfresser. Ihre Hauptbeute besteht aus kleinen Säugetieren, insbesondere Mäusen, Ratten, Erdhörnchen und Kaninchen. Daneben erbeuten sie Eidechsen, Vögel und gelegentlich andere Schlangen. Junge Klapperschlangen ernähren sich häufiger von Eidechsen und Fröschen, bevor sie im Laufe des Wachstums auf Säugetiere als Hauptnahrung umstellen.
Die Jagdstrategie ist typisch für Lauerjäger: Die Schlange verharrt regungslos an einer Stelle – oft neben einem Wildwechsel oder am Eingang eines Nagetierbaus – und wartet, bis ein Beutetier in Reichweite kommt. Der Biss erfolgt blitzschnell, die hohlen Fangzähne (Solenoglyphen) injizieren dabei ein hämotoxisches Gift, das Gewebe zerstört und die Blutgerinnung hemmt. Größere Beute wird nach dem Biss losgelassen; die Schlange folgt der Geruchsspur des verendenden Tieres mit Hilfe ihrer gespaltenen Zunge und des Jacobson-Organs. Die Beute wird stets im Ganzen verschlungen.
Verhalten & Lebensweise
Klapperschlangen leben einzelgängerisch. Außerhalb der Paarungszeit meiden die Tiere einander weitgehend. Eine Ausnahme bilden die Winterquartiere: In kälteren Regionen versammeln sich teils Hunderte Individuen – mitunter auch verschiedene Schlangenarten – in unterirdischen Felshöhlen oder tiefen Spalten zur gemeinsamen Überwinterung (Brumation). Diese traditionellen Winterplätze werden über Generationen hinweg genutzt.
Die meisten Arten sind dämmerungs- und nachtaktiv, besonders während der heißen Sommermonate. Im Frühjahr und Herbst lassen sie sich auch tagsüber beim Sonnen auf Felsplatten oder freien Bodenstellen beobachten