Kobra
KTierart – Reptilien > Schlangen – Giftschlangen
Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Naja (Gattung); zahlreiche Arten, z. B. Naja naja (Brillenkobra), Naja haje (Ägyptische Kobra), Ophiophagus hannah (Königskobra)
- Ordnung: Schuppenkriechtiere (Squamata)
- Unterordnung: Schlangen (Serpentes)
- Familie: Giftnattern (Elapidae)
- Lebensraum: Tropische und subtropische Regionen Asiens und Afrikas; Wälder, Savannen, Agrarflächen, Halbwüsten
- Größe: Je nach Art 1,2–5,5 m (Königskobra als größte Giftschlange der Welt)
- Gewicht: 2–12 kg, Königskobra bis zu 20 kg
- Lebenserwartung: 15–25 Jahre in freier Wildbahn, in Gefangenschaft bis 30 Jahre
Aussehen & Merkmale
Kobras gehören zur Familie der Giftnattern (Elapidae) und zeichnen sich durch ein charakteristisches Merkmal aus: den spreizfähigen Nackenschild, die sogenannte Haube. Diese entsteht, wenn das Tier verlängerte Halsrippen seitlich abspreizt und die dazwischenliegende Haut aufspannt. Die Haube dient als Drohgebärde und lässt die Schlange deutlich größer wirken.
Der Körper ist schlank bis mäßig kräftig gebaut und mit glatten, glänzenden Schuppen bedeckt. Die Färbung variiert stark je nach Art und Verbreitungsgebiet: Sie reicht von einfarbig schwarz, braun oder olivgrün bis hin zu auffälligen Musterungen. Die Brillenkobra (Naja naja) trägt auf der Rückseite der aufgespannten Haube eine brillenartige Zeichnung – daher der deutsche Name. Die Monokelkobra (Naja kaouthia) zeigt hingegen einen einzelnen ringförmigen Fleck.
Der Kopf ist leicht vom Hals abgesetzt, die Augen besitzen runde Pupillen. Kobras verfügen über kurze, feststehende Giftzähne (proteroglyphe Bezahnung) im vorderen Oberkiefer, durch die das Gift beim Biss in die Beute injiziert wird. Einige Arten, darunter die Speikobras (z. B. Naja nigricollis), können ihr Gift zusätzlich über modifizierte Giftzähne gezielt auf Angreifer spritzen – auf Distanzen von bis zu drei Metern.
Lebensraum & Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet der Kobras erstreckt sich über weite Teile Afrikas und Südostasiens. In Afrika besiedeln Arten wie die Ägyptische Kobra (Naja haje) und die Kapkobra (Naja nivea) Savannen, Halbwüsten und felsige Trockengebiete. Asiatische Arten wie die Brillenkobra und die Königskobra kommen in tropischen Regenwäldern, Mangrovensümpfen, auf Reisfeldern und in der Nähe menschlicher Siedlungen vor.
Kobras sind anpassungsfähig, was die Wahl ihres Habitats betrifft. Sie besiedeln sowohl dichte Waldgebiete als auch offene Kulturlandschaften. Die Nähe zum Menschen ergibt sich häufig durch das Vorkommen von Beutetieren – insbesondere Nagetiere, die auf landwirtschaftlichen Flächen reichlich vorhanden sind. Dies führt regelmäßig zu Begegnungen mit Menschen, vor allem in Südasien, wo Kobrabisse ein ernsthaftes medizinisches Problem darstellen.
Ernährung
Kobras sind Fleischfresser mit einem breiten Beutespektrum. Kleine bis mittelgroße Arten ernähren sich überwiegend von Nagetieren, Fröschen, Kröten, Eidechsen und Vögeln. Eier werden ebenfalls gelegentlich gefressen. Die Königskobra (Ophiophagus hannah) nimmt eine Sonderstellung ein: Sie ernährt sich nahezu ausschließlich von anderen Schlangen – einschließlich anderer Giftschlangen. Der Gattungsname Ophiophagus bedeutet wörtlich „Schlangenfresser".
Die Beute wird durch einen schnellen Biss getötet. Das Neurotoxin der Kobras wirkt auf das Nervensystem und führt bei Beutetieren rasch zu Atemlähmung. Anschließend wird die Beute im Ganzen verschlungen.
Verhalten & Lebensweise
Die meisten Kobra-Arten sind überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv, einige Arten wie die Königskobra jagen jedoch auch tagsüber. Kobras leben einzelgängerisch und beanspruchen kein festes Revier im engeren Sinne, bewegen sich aber innerhalb eines Aktionsraums, dessen Größe von der Nahrungsdichte abhängt.
Bei Bedrohung richten Kobras den Vorderkörper auf, spreizen die Haube und stoßen laute Zischlaute aus. Diese Drohgebärde soll Angreifer abschrecken, bevor es zum Biss kommt. Kobras beißen in Verteidigungssituationen nicht immer mit voller Giftabgabe – sogenannte „Trockenbisse" ohne Giftinjektion kommen vor. Speikobras zielen beim Spritzen des Giftes gezielt auf die Augen des Angreifers; das Gift verursacht bei Kontakt mit der Augenschleimhaut starke Schmerzen und kann unbehandelt zur Erblindung führen.
Als bodenbewohnende Schlangen bevorzugen die meisten Arten Verstecke in Termitenhügeln, unter Steinen, in Felsspalten oder verlassenen Nagetierbauten. Die Königskobra ist eine der wenigen Schlangen, die auch regelmäßig Bäume erklettert.
Fortpflanzung & Aufzucht
Kobras sind eierlegend (ovipar). Die Paarungszeit fällt je nach Region und Art in die kühleren Monate oder den Beginn der Regenzeit. Männchen suchen paarungsbereite Weibchen über Duftstoffe (Pheromone) auf. Bei einigen Arten kommt es zu ritualisierten Kommentkämpfen zwischen rivalisierenden Männchen, bei denen sich die Tiere gegenseitig aufrichten und versuchen, den Kontrahenten zu Boden zu drücken – gebissen wird dabei in der Regel nicht.
Das Weibchen legt je nach Art zwischen 10 und 70 Eier an einem geschützten Ort ab. Die Königskobra zeigt unter Schlangen ein ungewö