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Königskobra

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Tierart – Reptilien > Schlangen – Giftschlangen

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Ophiophagus hannah
  • Ordnung: Schuppenkriechtiere (Squamata)
  • Unterordnung: Schlangen (Serpentes)
  • Familie: Giftnattern (Elapidae)
  • Gattung: Ophiophagus (monotypisch)
  • Lebensraum: Tropische Regenwälder, Mangrovenwälder und angrenzende Kulturlandschaften Süd- und Südostasiens
  • Größe: Durchschnittlich 3–4 Meter, maximal bis 5,85 Meter
  • Gewicht: 6–12 kg, in Ausnahmefällen bis 15 kg
  • Lebenserwartung: Etwa 20 Jahre in freier Wildbahn, in Gefangenschaft bis zu 25 Jahre

Aussehen & Merkmale

Die Königskobra ist die längste Giftschlange der Welt. Adulte Exemplare erreichen regelmäßig Längen von über drei Metern; das längste jemals vermessene Tier maß 5,85 Meter. Der Körper ist schlank und muskulös, im Querschnitt eher rundlich. Die Grundfärbung variiert je nach Herkunftsgebiet erheblich – von olivgrün über braun bis fast schwarz. Jungtiere tragen auffällige helle Querbänder auf dunklem Grund, die mit zunehmendem Alter verblassen, bei manchen Populationen aber auch als Adulte erhalten bleiben.

Ein charakteristisches Merkmal ist die Nackenhaube, die das Tier durch Spreizen der vorderen Rippen aufstellt, wenn es sich bedroht fühlt. Sie ist schmaler als die der Brillenschlange (Naja naja), mit der die Königskobra gelegentlich verwechselt wird. Auf dem Hinterkopf befinden sich zwei vergrößerte Occipitalschilde, die als taxonomisches Unterscheidungsmerkmal zu den Echten Kobras der Gattung Naja dienen. Die Schuppen sind glatt, die Bauchschilde breit. Die Augen sind verhältnismäßig groß mit runder Pupille, was auf die überwiegend tagaktive Lebensweise hindeutet.

Die Giftzähne stehen als kurze, starre Röhrenzähne (proteroglyphe Bezahnung) im vorderen Oberkiefer. Mit einer Länge von etwa 12–15 Millimetern sind sie kürzer als die vieler Vipernarten, ermöglichen aber durch das große Giftvolumen pro Biss eine enorme Giftwirkung.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Königskobra erstreckt sich über weite Teile Süd- und Südostasiens. Es reicht von Südindien und Sri Lanka über Nepal, Bangladesch und Myanmar bis nach Südchina, Thailand, Vietnam, Malaysia, Indonesien und die Philippinen. Die Art besiedelt ein breites Spektrum an Habitaten: primäre und sekundäre tropische Regenwälder, Bambusdickichte, Mangrovenwälder und gelegentlich auch landwirtschaftlich genutzte Flächen in Waldnähe.

Die Königskobra bevorzugt dichte Vegetation in der Nähe von Gewässern. Sie ist eine gute Schwimmerin und klettert bei Bedarf auch in Bäume. Ihr Biotop liegt typischerweise in Höhenlagen bis etwa 2.000 Meter über dem Meeresspiegel. In fragmentierten Waldgebieten kommt es zunehmend zu Begegnungen mit Menschen, was für beide Seiten problematisch ist.

Ernährung

Der Gattungsname Ophiophagus bedeutet „Schlangenfresser" und beschreibt die Nahrungsgewohnheiten dieser Art treffend. Die Königskobra ernährt sich nahezu ausschließlich von anderen Schlangen – sowohl giftigen als auch ungiftigen Arten. Zu den Beutetieren zählen Ratten- und Pythonschlangen, Nattern sowie andere Giftschlangen einschließlich kleinerer Kobras. Gelegentlich werden auch Warane und andere Echsen erbeutet.

Die Jagd erfolgt aktiv: Die Königskobra verfolgt ihre Beute mittels Zungenflackern, das chemische Signale an das Jacobson-Organ im Gaumen überträgt. Ist die Beute lokalisiert, erfolgt ein schneller Biss, bei dem große Mengen neurotoxisches Gift injiziert werden. Die Beute wird anschließend im Ganzen verschlungen – Kopf voran. Der Stoffwechsel der Königskobra ist relativ langsam; nach einer großen Mahlzeit kann das Tier mehrere Wochen ohne weitere Nahrung auskommen.

Verhalten & Lebensweise

Die Königskobra ist vorwiegend tagaktiv, zeigt in heißen Regionen aber auch dämmerungs- und nachtaktive Phasen. Sie lebt einzelgängerisch und beansprucht ein vergleichsweise großes Revier. Telemetrie-Studien in Thailand ergaben Aktionsräume von bis zu 40 Quadratkilometern bei männlichen Tieren.

Trotz ihres Rufs als aggressive Schlange ist die Königskobra gegenüber Menschen eher ausweichend. Bei Konfrontation richtet sie den vorderen Körperabschnitt auf – bis zu einem Drittel der Gesamtlänge –, spreizt die Nackenhaube und stößt ein tiefes, kehliges Zischen aus, das eher einem Grollen ähnelt. Diese Drohgebärde dient der Abschreckung; tatsächliche Angriffe auf Menschen sind selten und erfolgen meist nur bei Bedrängung oder Verteidigung des Nestes.

Das Gift der Königskobra besteht überwiegend aus Neurotoxinen und Cytotoxinen. Pro Biss kann sie bis zu 7 Milliliter Gift abgeben – eine Menge, die theoretisch ausreicht, einen ausgewachsenen Asiatischen Elefanten zu töten. Ohne Behandlung mit polyvalentem Antivenin verläuft ein Vollbiss beim Menschen in etwa 50–60 Prozent der Fälle tödlich.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Paarungszeit fällt in den meisten Verbreitungsgebieten in die kühlen Monate zwischen Januar und April. Männchen lokalisieren paarungsbereite Weibchen über Pheromone. Bei Begegnungen rivalisierender Männchen kommt es zu ritualisierten Kommentkämpfen, bei denen sich die Kontrahenten gegenseitig aufrichten und versuchen, den Kopf des Gegners zu Boden zu drücken. Gebissen wird dabei in der Regel nicht.

Die Königskobra ist die einzige Schlange, die