Königsparadiesvogel
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Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Cicinnurus regius
- Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
- Familie: Paradiesvögel (Paradisaeidae)
- Gattung: Cicinnurus
- Lebensraum: Tropische Tiefland- und Hügelregenwälder Neuguineas und umliegender Inseln
- Größe: ca. 16–19 cm (Körperlänge ohne Schwanzdrähte)
- Gewicht: ca. 40–65 g
- Lebenserwartung: geschätzt 10–15 Jahre in freier Wildbahn
Aussehen & Merkmale
Der Königsparadiesvogel ist der kleinste Vertreter der Familie der Paradiesvögel und zugleich einer der farbenprächtigsten. Das Männchen besitzt ein intensiv karminrotes Gefieder an Oberkopf, Rücken und Flügeln. Die Unterseite ist weiß mit einem scharf abgegrenzten grünen Brustband, das je nach Lichteinfall metallisch schimmert. An den Flanken entspringen fächerartig ausbreitbare Federpartien in Grau mit smaragdgrünen Spitzen, die bei der Balz eine zentrale Rolle spielen.
Das auffälligste Merkmal des Männchens sind die beiden stark verlängerten mittleren Schwanzfedern. Diese bestehen aus langen, drahtartigen Schäften, die an ihren Enden zu engen Spiralen aufgerollt sind und in leuchtendem Grün schimmern. Im Flug und bei der Balz wirken diese Schwanzdrähte wie schwebende Ornamente. Der Schnabel ist gelblich-orange, die Beine und Füße sind blaugrau gefärbt.
Das Weibchen zeigt – wie bei vielen Paradiesvögeln – ein unauffälliges Gefieder. Es ist oberseits olivbraun, unterseits heller mit dezenter bräunlicher Strichelung. Dieses kryptische Federkleid dient dem Schutz während der Brutzeit, da das Weibchen allein für den Nestbau und die Aufzucht zuständig ist.
Lebensraum & Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet des Königsparadiesvogels erstreckt sich über die Insel Neuguinea sowie einige vorgelagerte Inseln, darunter die Aru-Inseln, Misool, Salawati, Yapen und Jobi. Die Art besiedelt dort vorwiegend tropische Tieflandregenwälder in Höhenlagen von Meeresniveau bis etwa 950 Meter, vereinzelt auch bis 1.200 Meter.
Sein bevorzugtes Habitat sind dichte, ungestörte Primärwälder mit geschlossenem Kronendach und reichem Fruchtangebot. Der Königsparadiesvogel hält sich überwiegend in den mittleren und unteren Stockwerken des Waldes auf, was ihn von vielen seiner Verwandten unterscheidet, die eher die Kronenregion nutzen. Gelegentlich erscheint er auch in Sekundärwäldern, an Waldrändern oder in waldnahen Gärten, solange ausreichend Fruchtbäume vorhanden sind.
Ernährung
Der Königsparadiesvogel ernährt sich vorwiegend von Früchten und Beeren, ergänzt durch Gliederfüßer wie Insekten, Spinnen und gelegentlich kleine Eidechsen. Die Nahrungssuche findet hauptsächlich in den unteren und mittleren Baumschichten statt. Dabei hängt der Vogel häufig akrobatisch an Zweigen und Fruchtständen, um an Nahrung zu gelangen. Bestimmte Feigenarten (Ficus) und andere weichfleischige Tropenfrüchte bilden einen Hauptbestandteil der Nahrung. Durch den Verzehr und die anschließende Ausscheidung der Samen leistet die Art einen Beitrag zur Samenverbreitung im Regenwald.
Verhalten & Lebensweise
Der Königsparadiesvogel ist tagaktiv und lebt überwiegend einzelgängerisch. Männchen beanspruchen individuelle Balzreviere, die sie regelmäßig aufsuchen und an bestimmten Ästen verteidigen. Die Vögel sind trotz ihres auffälligen Gefieders im dichten Unterholz schwer zu beobachten und verraten sich eher durch ihre Rufe – eine Serie nasaler, aufsteigender Töne, die weithin hörbar sind.
Außerhalb der Balzzeit streifen die Männchen auf der Suche nach Nahrung durch den Wald und teilen sich dabei mitunter Fruchtbäume mit anderen Vogelarten, darunter auch mit anderen Paradiesvogelarten wie dem Prachtparadiesvogel (Ptiloris magnificus) oder dem Fadenhopf (Seleucidis melanoleucus).
Fortpflanzung & Aufzucht
Der Königsparadiesvogel ist polygyn: Ein Männchen paart sich mit mehreren Weibchen, beteiligt sich aber nicht an Nestbau oder Aufzucht. Die Balz gehört zu den aufwendigsten Darbietungen im Tierreich. Das Männchen wählt einen exponierten Ast als Balzbühne und reinigt diesen sorgfältig von Blättern und Zweigen. Dort spreizt es die grün schimmernden Flankenbüschel fächerartig ab, lässt die spiralförmig aufgerollten Schwanzdrähte pendeln und schwankt rhythmisch mit dem gesamten Körper hin und her. Dabei wird die grün gebänderte Brust nach vorn gereckt, während der Kopf nach unten hängt – der Vogel erscheint dadurch wie umgestülpt.
Das Weibchen beobachtet diese Vorführung aus der Nähe und wählt anhand der Qualität und Intensität der Darbietung seinen Partner. Nach der Paarung baut das Weibchen allein ein kleines, kompaktes Nest in einer Baumhöhle oder einer dichten Astgabel. Das Gelege umfasst in der Regel zwei Eier, die etwa 17 Tage bebrütet werden. Die Nestlinge werden ausschließlich vom Weibchen mit Insekten und Früchten gefüttert und verlassen das Nest nach rund zwei bis drei Wochen.
Bedrohung & Schutzstatus
Die Weltnaturschutzunion (IUCN) stuft den Königsparadiesvogel derzeit als „Least Concern" (nicht gefährdet) ein. Die Art verfügt über ein großes Verbreitungsgebiet und kommt gebietsweise in stabilen Populationen vor. Dennoch stellen die fortschreitende Abholzung der Tieflandregenwälder in Neu