Königspinguin
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Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Aptenodytes patagonicus
- Ordnung: Pinguine (Sphenisciformes)
- Familie: Pinguine (Spheniscidae)
- Gattung: Großpinguine (Aptenodytes)
- Lebensraum: Subantarktische Inseln, kalte Meeresgebiete des Südatlantiks und Südindiks
- Größe: 85–95 cm
- Gewicht: 10–16 kg
- Lebenserwartung: 20–25 Jahre in freier Wildbahn, bis über 30 Jahre in Gefangenschaft
Aussehen & Merkmale
Der Königspinguin ist nach dem Kaiserpinguin (Aptenodytes forsteri) die zweitgrößte lebende Pinguinart. Beide Arten bilden zusammen die Gattung der Großpinguine. Trotz der äußerlichen Ähnlichkeit unterscheiden sich die beiden Arten deutlich in Größe, Verbreitungsgebiet und Fortpflanzungsbiologie.
Das Gefieder des Königspinguins zeigt den für Pinguine typischen Kontrast aus dunkler Oberseite und heller Unterseite – eine Tarnung, die als Gegenschattierung bezeichnet wird und im Wasser vor Fressfeinden schützt. Der Rücken und die Flügeloberseiten sind silbrig-blaugrau bis schiefergrau gefärbt. Die Bauchseite ist reinweiß. Auffälligstes Merkmal sind die leuchtend orangegelben, tropfenförmigen Ohrflecken, die sich seitlich am Kopf befinden und in einen schmalen, orangefarbenen Bruststreifen übergehen. Die Schnabelseiten tragen ebenfalls eine orange bis rosafarbene Hornplatte. Jungtiere sind insgesamt bräunlicher gefärbt und entwickeln die charakteristische Kopfzeichnung erst im zweiten Lebensjahr.
Wie alle Pinguine besitzt der Königspinguin keine Schwungfedern, die zum Fliegen geeignet wären. Die Flügel sind zu steifen, paddelartigen Flossen umgebildet, die einen effizienten Antrieb unter Wasser ermöglichen. Das Gefieder ist extrem dicht – etwa 12 Federn pro Quadratzentimeter – und bildet zusammen mit einer darunterliegenden Fettschicht eine wirkungsvolle Isolierung gegen die Kälte.
Lebensraum & Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet des Königspinguins erstreckt sich über den subantarktischen Gürtel zwischen dem 45. und 55. südlichen Breitengrad. Die größten Brutkolonien finden sich auf den Kerguelen, Südgeorgien, den Crozetinseln, den Prinz-Edward-Inseln sowie den Falklandinseln. Kleinere Populationen brüten auf Macquarieinsel und Heard. Einzelne Individuen werden gelegentlich an den Küsten Feuerlands, der Antarktischen Halbinsel oder sogar Südafrikas gesichtet.
Das bevorzugte Habitat an Land sind flache, vegetationsarme Küstenstreifen und sanft ansteigende Strände, die genügend Platz für die teils riesigen Kolonien bieten. Auf Südgeorgien versammeln sich einzelne Kolonien aus mehreren Hunderttausend Brutpaaren – die Kolonie in der Salisbury Plain umfasst schätzungsweise 60.000 Paare. Außerhalb der Brutzeit verbringen Königspinguine ihre Zeit fast ausschließlich auf dem offenen Meer, wo sie weite Strecken zurücklegen.
Ernährung
Königspinguine ernähren sich überwiegend von kleinen Fischen, insbesondere Laternenfischen (Myctophidae), die in Tiefen zwischen 100 und 300 Metern vorkommen. Ergänzt wird die Nahrung durch Tintenfische und in geringerem Umfang durch Krill. Die Jagd erfolgt tauchend; dabei erreichen Königspinguine regelmäßig Tiefen von über 200 Metern und können im Extremfall bis zu 340 Meter tief tauchen. Ein einzelner Tauchgang dauert zwischen fünf und zehn Minuten. Während der Futtersuche für ihre Küken legen die Altvögel Strecken von mehreren Hundert Kilometern zurück und sind teils wochenlang unterwegs.
Verhalten & Lebensweise
Königspinguine sind ausgesprochen gesellige Tiere, die sowohl an Land als auch im Wasser in großen Gruppen auftreten. Innerhalb der dicht gedrängten Brutkolonien verteidigt jedes Paar ein kleines Revier von kaum mehr als einem Schnabelhieb Reichweite. Konflikte werden durch Schnabelgefechte, Flügelschläge und laute Rufe ausgetragen, führen aber selten zu ernsthaften Verletzungen.
Die Vögel sind tagaktiv und nutzen das Tageslicht vor allem für die Nahrungssuche im Meer. An Land zeigen sie ein auffälliges Komfortverhalten: Sie putzen ihr Gefieder ausgiebig und nehmen regelmäßig Bäder in Süßwasserbächen, sofern solche in Kolonienähe vorhanden sind. Die Kommunikation erfolgt über individuell unterscheidbare Rufe – ein entscheidender Mechanismus, damit Eltern und Küken einander in Kolonien mit Zehntausenden von Artgenossen wiederfinden können.
Fortpflanzung & Aufzucht
Der Fortpflanzungszyklus des Königspinguins ist einzigartig unter den Pinguinen und dauert etwa 14 bis 16 Monate – länger als ein Kalenderjahr. Dies hat zur Folge, dass ein erfolgreiches Brutpaar nur in zwei von drei Jahren brüten kann.
Die Balz beginnt zwischen September und November. Dabei recken die Männchen den Kopf in die Höhe, präsentieren ihre Ohrflecken und stoßen trompetenartige Rufe aus, um Weibchen anzulocken. Nach der Paarung legt das Weibchen ein einzelnes, etwa 300 Gramm schweres Ei. Wie beim Kaiserpinguin wird das Ei nicht in einem Nest bebrütet, sondern auf den Füßen getragen und von einer Bauchfalte – der sogenannten Brutfalte – warmgehalten. Beide Partner wechseln sich bei der Bebrütung im Abstand von etwa ein bis zwei Wochen ab, während der jeweils andere Partner auf See Nahrung sucht.
Nach rund 54 Tagen schlüpft das Küken. Es ist zunächst nackt und wird von den Eltern eng am Körper gewärmt. Innerhalb weniger Wochen entwickelt das Küken ein dichtes, braunes Daunenkleid, das ihm ein so charakteristisches Aussehen verleiht, dass frühe Nat