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Korallenschlange

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Tierart – Reptilien > Schlangen – Giftschlangen

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Micrurus (Neue Welt), Calliophis, Sinomicrurus u. a. (Alte Welt)
  • Ordnung: Schuppenkriechtiere (Squamata)
  • Unterordnung: Schlangen (Serpentes)
  • Familie: Giftnattern (Elapidae)
  • Lebensraum: Tropische und subtropische Wälder, Savannen, Halbwüsten, Feuchtgebiete
  • Größe: 40–150 cm, je nach Art
  • Gewicht: 50–500 g
  • Lebenserwartung: 7–15 Jahre in freier Wildbahn, in Gefangenschaft bis zu 20 Jahre

Aussehen & Merkmale

Korallenschlangen gehören zu den auffälligsten Giftschlangen der Welt. Ihr Körper ist schlank, zylindrisch und mit glatten, glänzenden Schuppen bedeckt. Das charakteristischste Merkmal ist die leuchtende Ringzeichnung aus roten, schwarzen und gelben beziehungsweise weißen Bändern, die sich in wechselnder Abfolge über den gesamten Körper erstrecken. Die genaue Reihenfolge und Breite der Farbringe variiert je nach Art und dient als wichtiges Bestimmungsmerkmal.

Der Kopf ist klein, kaum vom Hals abgesetzt und rundlich – ein typisches Merkmal der Elapidae, das sie deutlich von den breitköpfigen Vipern unterscheidet. Die Augen sind klein mit runder Pupille. Das Gebiss sitzt im vorderen Oberkiefer und besteht aus kurzen, starr fixierten Fangzähnen (proteroglyphe Bezahnung). Diese Zähne sind deutlich kürzer als bei Vipern, weshalb Korallenschlangen beim Biss oft kauen müssen, um ausreichend Gift in die Wunde zu bringen.

In der Neuen Welt existieren zahlreiche ungiftige Nachahmungsarten, etwa aus den Gattungen Lampropeltis (Königsnattern) und Erythrolamprus, die das Farbmuster der Korallenschlangen imitieren (Bates'sche Mimikry). In Nordamerika hilft die Eselsbrücke „Red touches yellow, kills a fellow; red touches black, friend of Jack" bei der Unterscheidung – sie ist jedoch nur für bestimmte nordamerikanische Arten zuverlässig und sollte nicht als alleiniges Bestimmungskriterium dienen.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Korallenschlangen umfasst weite Teile des amerikanischen Doppelkontinents sowie Süd- und Südostasiens. Die artenreichste Gattung Micrurus mit über 80 beschriebenen Arten kommt vom Süden der USA über Mittelamerika bis nach Argentinien vor. In Nordamerika sind vor allem die Östliche Korallenschlange (Micrurus fulvius) und die Texas-Korallenschlange (Micrurus tener) verbreitet. Die asiatischen Korallenschlangen der Gattungen Calliophis und Sinomicrurus besiedeln tropische Regenwälder von Indien bis Japan.

Als Habitat bevorzugen die meisten Arten feuchte, bewaldete Biotope mit lockerer Laubstreu oder sandigem Boden, in dem sie sich eingraben können. Einige Arten besiedeln aber auch trockene Savannen, Dornbuschlandschaften oder Kiefernwälder. Die Tiere leben überwiegend fossorial, also grabend, und halten sich vorwiegend unter Steinen, Totholz, Laub oder in Erdlöchern auf.

Ernährung

Korallenschlangen ernähren sich hauptsächlich von anderen Schlangen (Ophiophagie), kleinen Echsen, Blindschleichen und Schleichenlurchen (Gymnophiona). Einige Arten fressen auch Frösche oder Insektenlarven. Die Beute wird durch einen Biss mit anschließendem Festhalten getötet. Das hochwirksame neurotoxische Gift lähmt die Beute rasch, sodass sie innerhalb weniger Minuten bewegungsunfähig wird. Die Nahrung wird im Ganzen verschlungen, wie bei allen Schlangen üblich.

Verhalten & Lebensweise

Korallenschlangen sind überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv, einige Arten zeigen jedoch auch tagaktive Phasen, insbesondere nach Regenfällen. Sie leben einzelgängerisch und beanspruchen kein festes Revier, sondern durchstreifen ihre Umgebung auf der Suche nach Nahrung.

Trotz ihres potenten Giftes gelten Korallenschlangen als ausgesprochen scheu und wenig aggressiv. Bei Störung versuchen sie in der Regel zu fliehen. Manche Arten zeigen ein typisches Abwehrverhalten: Sie rollen die Schwanzspitze nach oben, verbergen den Kopf unter dem Körper und präsentieren den Schwanz als vermeintlichen Kopf (Automimikry). Bisse an Menschen sind selten und kommen fast ausschließlich bei versehentlichem Kontakt oder unsachgemäßem Handling vor.

Das Gift der Korallenschlangen enthält vor allem postsynaptische Neurotoxine (α-Bungarotoxin-ähnliche Substanzen), die die neuromuskuläre Übertragung blockieren. Unbehandelt kann ein Biss zu Atemlähmung und Tod führen. In den USA steht ein spezifisches Antivenin zur Verfügung, dessen Produktion jedoch zeitweise eingeschränkt war.

Fortpflanzung & Aufzucht

Korallenschlangen sind ovipar – sie legen Eier. Die Paarungszeit fällt bei den meisten Arten in die Frühjahrsmonate. Nach der Begattung legt das Weibchen je nach Art zwischen 2 und 13 Eier in feuchte Verstecke im Erdreich oder unter Totholz ab. Die Inkubationszeit beträgt etwa 60 bis 90 Tage, abhängig von Temperatur und Luftfeuchtigkeit.

Die Jungtiere schlüpfen mit einer Länge von 15 bis 25 cm und zeigen bereits die typische Ringzeichnung der Adulten. Eine Brutpflege findet nicht statt; die Schlüpflinge sind vom ersten Moment an auf sich gestellt und voll funktionsfähig, einschließlich ihres Giftapparats. Die Geschlechtsreife tritt mit etwa 2 bis 3 Jahren ein.

Bedrohung & Schutzstatus

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