Kragentrappe
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Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Chlamydotis undulata
- Ordnung: Otidiformes (Trappenvögel)
- Familie: Otididae (Trappen)
- Gattung: Chlamydotis
- Lebensraum: Halbwüsten, Steppen, trockene Grasländer
- Größe: 55–75 cm Körperlänge; Flügelspannweite 135–170 cm
- Gewicht: Männchen 1,2–2,4 kg; Weibchen 1,0–1,7 kg
- Lebenserwartung: ca. 15–20 Jahre in freier Wildbahn, bis 25 Jahre in Gefangenschaft
Aussehen & Merkmale
Die Kragentrappe ist ein mittelgroßer Vertreter der Familie der Trappen (Otididae). Ihr Gefieder zeigt auf der Oberseite eine sandbraune bis ockerfarbene Grundfärbung mit feiner dunkler Wellenzeichnung, die eine hervorragende Tarnung in ihrem trockenen Lebensraum bietet. Die Unterseite ist überwiegend weiß. Namensgebend ist der auffällige Federkragen an den Halsseiten, der aus verlängerten schwarzen und weißen Federn besteht. Dieser Kragen wird während der Balz zu einer eindrucksvollen Halskrause aufgestellt.
Der Kopf trägt eine graubraune Kappe, die seitlich von einem hellen Überaugenstreif begrenzt wird. Der Schnabel ist kräftig, mittellang und leicht nach unten gebogen – typisch für einen Allesfresser. Die Beine sind relativ lang und gelblich-grau gefärbt, was die Kragentrappe als bodenbewohnenden Laufvogel ausweist. Zwischen Männchen und Weibchen besteht ein deutlicher Geschlechtsdimorphismus: Männchen sind merklich größer und schwerer, ihr Federkragen ist stärker ausgeprägt.
Lebensraum & Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet der Kragentrappe erstreckt sich über Nordafrika von den Kanarischen Inseln über Marokko, Algerien, Tunesien und Libyen bis nach Ägypten. Die Unterart Chlamydotis undulata undulata besiedelt dabei die nordafrikanischen Trockengebiete, während die auf den Kanarischen Inseln endemische Unterart C. u. fuertaventurae auf Fuerteventura und Lanzarote vorkommt.
Taxonomisch wurde die asiatische Population – früher ebenfalls als Unterart geführt – 2014 als eigenständige Art abgetrennt: die Steppenkragentrappe (Chlamydotis macqueenii), auch Macqueen-Trappe genannt. Beide Arten ähneln sich äußerlich, unterscheiden sich jedoch genetisch und in Details des Balzverhaltens.
Als Habitat bevorzugt die Kragentrappe flache, offene Landschaften mit spärlicher Vegetation. Steinige Halbwüsten, sandige Ebenen mit niedrigen Büschen und trockene Steppen bilden ihr typisches Biotop. Sie meidet dichte Vegetation und stark gebirgiges Terrain. Auf den Kanarischen Inseln bewohnt sie halbtrockene Graslandschaften und Brachflächen.
Ernährung
Die Kragentrappe ist ein Allesfresser mit einem saisonabhängigen Nahrungsspektrum. Pflanzliche Nahrung umfasst Samen, Blüten, Blätter und Triebe verschiedener Wüstenpflanzen. Ergänzt wird dieser Anteil durch tierische Kost: Heuschrecken, Käfer, Ameisen, kleine Eidechsen und gelegentlich kleine Nagetiere stehen auf dem Speiseplan. Insbesondere während der Brutzeit und bei der Aufzucht der Küken steigt der Anteil tierischer Nahrung deutlich an, da die proteinreiche Kost für das Wachstum der Jungvögel essenziell ist.
Die Nahrungssuche erfolgt überwiegend am Boden, wobei die Kragentrappe langsam durch ihr Revier schreitet und gezielt nach Beutetieren und Pflanzenteilen pickt. Sie ist in der Lage, ihren Wasserbedarf weitgehend über die Nahrung zu decken, was eine wesentliche Anpassung an aride Lebensräume darstellt.
Verhalten & Lebensweise
Kragentrappen sind überwiegend tagaktiv, mit Aktivitätsschwerpunkten in den kühleren Morgen- und Abendstunden. Während der heißen Mittagszeit ruhen sie häufig im Schatten niedriger Büsche. Sie leben einzelgängerisch oder in lockeren Kleingruppen und bilden keine festen Sozialverbände. Außerhalb der Brutzeit können sich an nahrungsreichen Stellen gelegentlich kleine Ansammlungen bilden.
Als bodenbewohnende Vögel sind Kragentrappen gute Läufer. Sie fliegen ungern und nur bei Störung oder zur Überwindung größerer Distanzen. Der Flug wirkt mit langsamen, kraftvollen Flügelschlägen etwas schwerfällig, ist aber ausdauernd. Die nordafrikanischen Populationen gelten als weitgehend standorttreu, unternehmen jedoch saisonale Wanderungen über kürzere Strecken in Abhängigkeit von Nahrungsverfügbarkeit und Niederschlägen.
Bei Gefahr verlassen sich Kragentrappen zunächst auf ihre ausgezeichnete Tarnung und verharren reglos am Boden. Erst bei unmittelbarer Bedrohung fliehen sie laufend oder fliegend.
Fortpflanzung & Aufzucht
Die Balz der Kragentrappe gehört zu den spektakulärsten Ritualen unter den Trappenvögeln. Das Männchen stellt seinen Federkragen zu einer voluminösen weißen Halskrause auf, legt den Kopf weit zurück und beginnt einen rhythmischen, stampfenden Balzlauf, bei dem es dumpfe, weithin hörbare Rufe ausstößt. Diese Balzvorführung kann über mehrere Minuten andauern und dient der Anlockung von Weibchen über große Distanzen.
Die Art ist polygyn – ein Männchen paart sich mit mehreren Weibchen. Nach der Paarung übernimmt das Weibchen allein Brut und Aufzucht. Das Nest besteht aus einer einfachen Mulde am Boden, die kaum oder gar nicht ausgepolstert wird. Das Gelege umfasst in der Regel 2–4 olive bis bräunlich gefärbte Eier. Die Brutdauer beträgt