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Krontaube

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Tierart – Vögel > Tauben

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Goura (Gattung); drei anerkannte Arten: Westliche Krontaube (Goura cristata), Scheitelkrontaube (Goura sclaterii), Fächertaube (Goura victoria)
  • Ordnung: Taubenvögel (Columbiformes)
  • Familie: Tauben (Columbidae)
  • Lebensraum: Tropische Tieflandregenwälder, Sumpfwälder und Mangrovenbereiche Neuguineas sowie vorgelagerter Inseln
  • Größe: 66–77 cm Körperlänge
  • Gewicht: 2,0–2,5 kg
  • Lebenserwartung: In freier Wildbahn etwa 15–20 Jahre, in Gefangenschaft bis zu 25 Jahre

Aussehen & Merkmale

Krontauben sind die größten lebenden Taubenarten der Welt und erreichen annähernd die Ausmaße eines Truthahns. Ihr auffälligstes Merkmal ist die namensgebende Federhaube auf dem Kopf, die aus fein verästelten, fächerartigen Federn besteht und dauerhaft aufgerichtet getragen wird. Je nach Art unterscheidet sich die Struktur dieser Haube: Bei der Fächertaube (Goura victoria) enden die Haubenfedern in weißen Spitzen, was ihnen ein besonders dekoratives Erscheinungsbild verleiht. Die Westliche Krontaube (Goura cristata) trägt eine gleichmäßig blaugraue Haube ohne diese hellen Federenden.

Das Gefieder ist überwiegend schieferblau bis blaugrau gefärbt. Brust und Unterseite zeigen bei allen drei Arten ein tiefes Kastanienbraun bis Weinrot. Die Flügel tragen eine breite weiße Binde, die im Flug besonders sichtbar wird. Die Augen sind tiefrot, der Schnabel kräftig und an der Basis leicht aufgetrieben. Die Beine sind relativ lang und kräftig, was den überwiegend bodenbewohnenden Lebensstil der Tiere widerspiegelt. Ein ausgeprägter Geschlechtsdimorphismus fehlt; Männchen und Weibchen sind äußerlich kaum zu unterscheiden, wobei Männchen tendenziell etwas größer sind.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Gattung Goura beschränkt sich auf die Insel Neuguinea und einige vorgelagerte Inseln wie Biak, Yapen und die Aru-Inseln. Die drei Arten teilen sich das Areal geografisch auf: Die Westliche Krontaube besiedelt den Nordwesten Neuguineas und Teile der westlichen Vogelkop-Halbinsel. Die Scheitelkrontaube kommt im Süden und Osten der Insel vor. Die Fächertaube bewohnt den Norden und Nordosten einschließlich angrenzender Eilande.

Das bevorzugte Habitat sind primäre tropische Tieflandregenwälder unterhalb von 600 Metern Höhe. Krontauben halten sich vorwiegend in Alluvialwäldern, Sago-Sumpfwäldern und gelegentlich in Mangrovenzonen auf. Selten dringen sie in Sekundärwälder oder an Waldränder vor. Sie benötigen großflächige, zusammenhängende Waldgebiete mit dichtem Unterwuchs und ausreichender Bodenstreu. Fragmentierte Wälder und abgeholzte Flächen werden gemieden, was die Gattung besonders anfällig für Habitatverlust macht.

Ernährung

Krontauben ernähren sich überwiegend von herabgefallenen Früchten, Samen und Beeren, die sie am Waldboden aufnehmen. Ergänzt wird der Speiseplan durch wirbellose Tiere wie Schnecken, Insekten und deren Larven. Gelegentlich nehmen sie auch junge Blätter und Knospen auf. Die Nahrungssuche erfolgt fast ausschließlich am Boden, wobei die Vögel langsam und bedächtig durch die Laubstreu schreiten und mit dem Schnabel Blätter und Bodenmaterial zur Seite schieben. In ihrer Funktion als Samenverbreiter spielen Krontauben eine ökologisch bedeutsame Rolle für die Regeneration des tropischen Regenwaldes, da sie Samen großfrüchtiger Baumarten über weite Strecken transportieren.

Verhalten & Lebensweise

Krontauben sind tagaktive Vögel, die den Großteil des Tages auf dem Waldboden verbringen. Sie leben in kleinen Gruppen von zwei bis zehn Individuen, gelegentlich auch in größeren Ansammlungen an ergiebigen Nahrungsquellen. Zum Schlafen und Ruhen fliegen sie in die mittleren und oberen Baumkronen auf, wo sie auch übernachten. Trotz ihrer Größe sind sie durchaus flugfähig, bevorzugen aber kurze, schwerfällige Flüge und verhalten sich am Boden eher phlegmatisch.

Die Balz der Krontauben umfasst charakteristische Lautäußerungen und Gesten. Das Männchen senkt während der Balz den Kopf rhythmisch, spreizt den Schwanz fächerartig und gibt tiefe, dumpfe Rufe von sich, die an ein monotones Brummen erinnern. Diese Boomrufe sind über beträchtliche Entfernungen im Wald hörbar und dienen sowohl der Partnerwerbung als auch der Reviermarkierung. Krontauben gelten als relativ standorttreu und verteidigen lose Territorien in der Nähe ihrer bevorzugten Schlafbäume.

Gegenüber dem Menschen zeigen Krontauben wenig Scheu, was sie historisch zu leichten Jagdopfern gemacht hat. Bei Störungen fliegen sie schwerfällig auf niedrige Äste auf, anstatt rasch zu flüchten.

Fortpflanzung & Aufzucht

Krontauben führen monogame Paarbindungen, die über mehrere Brutperioden bestehen können. Das Nest wird in mittlerer Höhe von drei bis fünfzehn Metern in Astgabeln oder auf breiten horizontalen Ästen errichtet. Es besteht aus einer einfachen, für Tauben typischen Plattform aus Zweigen, Blättern und Palmwedeln. Das Gelege umfasst stets nur ein einziges Ei – eine bei Tauben dieser Größe übliche geringe Reproduktionsrate.

Beide Elternvögel bebrüten das Ei im Wechsel über einen Zeitraum von etwa 28 bis 30 Tagen. Das