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Ringeltaube

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Tierart – Vögel > Tauben

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Columba palumbus
  • Ordnung: Taubenvögel (Columbiformes)
  • Familie: Tauben (Columbidae)
  • Gattung: Feldtauben (Columba)
  • Lebensraum: Wälder, Parks, Gärten, Agrarlandschaften
  • Größe: 40–42 cm Körperlänge, Flügelspannweite 75–80 cm
  • Gewicht: 450–580 g
  • Lebenserwartung: 5–10 Jahre in freier Wildbahn, in Ausnahmefällen bis 16 Jahre

Aussehen & Merkmale

Die Ringeltaube ist die größte in Mitteleuropa heimische Taubenart und deutlich massiger als die verwandte Straßentaube (Columba livia domestica) oder die zierlichere Türkentaube (Streptopelia decaocto). Ihr Gefieder ist überwiegend blaugrau gefärbt, wobei die Brust einen leicht rosafarbenen bis weinroten Ton aufweist. Der Rücken zeigt ein etwas dunkleres Graubraun.

Das namensgebende Merkmal sind die weißen Flecken an beiden Halsseiten, die zusammen wie ein unvollständiger Ring wirken. Diese Halsflecken fehlen bei Jungvögeln und entwickeln sich erst nach der ersten Mauser. Weitere auffällige Kennzeichen im Flugbild sind die breiten weißen Binden auf den Oberflügeln, die besonders im Flug gut sichtbar werden. Der Schwanz ist relativ lang und zeigt eine dunkle Endbinde. Der Schnabel ist rötlich mit gelblicher Spitze, die Iris hellgelb und die Füße rosarot.

Im Vergleich zur Hohltaube (Columba oenas), mit der sie gelegentlich verwechselt wird, ist die Ringeltaube insgesamt größer, langflügeliger und durch die weißen Halsflecken sowie die Flügelbinden eindeutig unterscheidbar.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Ringeltaube erstreckt sich über weite Teile Europas, von der Iberischen Halbinsel und den Britischen Inseln ostwärts bis nach Westsibirien und in den Nordwesten Chinas. Im Süden reicht das Areal bis Nordafrika und den Nahen Osten. In Mitteleuropa ist die Art nahezu flächendeckend verbreitet.

Ursprünglich ein typischer Waldvogel, hat die Ringeltaube im Laufe des 20. Jahrhunderts eine ausgeprägte Verstädterung durchlaufen. Ihr Habitat umfasst heute ein breites Spektrum: von geschlossenen Laub- und Mischwäldern über Feldgehölze und Heckenlandschaften bis hin zu Stadtparks, Friedhöfen und begrünten Wohngebieten. In Städten nutzt sie Straßenbäume und Gebäudenischen als Brutplätze. Offene, baumlose Landschaften werden hingegen gemieden.

Die mittel- und nordeuropäischen Populationen sind Teilzieher. Während viele Vögel aus Skandinavien und dem Baltikum zum Überwintern nach Südwest-Europa ziehen, überwintern die Ringeltauben Westeuropas und zunehmend auch Mitteleuropas im Brutgebiet. Milde Winter und das ganzjährige Nahrungsangebot in Städten begünstigen diesen Trend zum Standvogel.

Ernährung

Die Ringeltaube ernährt sich vorwiegend pflanzlich. Zu den Hauptnahrungsquellen zählen Samen von Getreide, Raps, Erbsen, Bucheckern und Eicheln. Daneben frisst sie Beeren, Knospen, junge Blätter und Klee. In Städten nimmt sie bereitwillig Brot und andere Nahrungsabfälle auf.

Im Frühjahr und Sommer ergänzt sie ihren Speiseplan gelegentlich mit tierischer Kost wie kleinen Schnecken, Regenwürmern und Insektenlarven, die vor allem zur Aufzucht der Jungvögel eine gewisse Rolle spielen. Die Nahrungsaufnahme erfolgt fast ausschließlich am Boden, wo die Tiere in typischer Taubenmanier schreitend nach Futter suchen. Ringeltauben können große Mengen in ihrem dehnbaren Kropf speichern und so in kurzen Fressperioden ihren Tagesbedarf decken.

Verhalten & Lebensweise

Ringeltauben sind tagaktive Vögel. Außerhalb der Brutzeit bilden sie mitunter große Schwärme, die auf abgeernteten Feldern gemeinsam nach Nahrung suchen. Diese Ansammlungen können in landwirtschaftlich geprägten Regionen mehrere Tausend Individuen umfassen. Nachts schlafen die Tiere auf geschützten Schlafbäumen, häufig in lockeren Gruppen.

Der Ruf der Ringeltaube ist ein tiefes, fünfsilbiges Gurren, das sich lautmalerisch als „ruh-kuh-kuh-ku-kuh" beschreiben lässt, wobei die Betonung auf der zweiten Silbe liegt. Dieses Gurren ist vor allem während der Balz häufig zu hören und gehört zu den charakteristischen Vogelstimmen im mitteleuropäischen Siedlungsraum.

Im Flug fällt die Ringeltaube durch kräftige, gelegentlich klatschende Flügelschläge auf. Der Balzflug des Männchens ist besonders auffällig: Der Vogel steigt steil mit schnellen Flügelschlägen auf, klatscht die Flügel hörbar über dem Rücken zusammen und gleitet dann mit ausgebreiteten Flügeln und gespreiztem Schwanz bogenförmig abwärts. Dieses Imponierverhalten dient sowohl der Reviermarkierung als auch der Partnerwerbung.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Brutsaison erstreckt sich in Mitteleuropa von März bis September, in günstigen Jahren auch bis in den Oktober. Ringeltauben führen eine monogame Saisonehe, wobei sich Paare in aufeinanderfolgenden Jahren häufig erneut zusammenfinden. Nach der Balz baut das Paar ein eher lockeres Nest aus dünnen Zweigen, das in Bäumen oder hohen Sträuchern in Höhen von 2 bis 20 Metern angelegt wird. Das Nest wirkt flach und durchscheinend – von unten sind die Eier bisweilen sichtbar.

Das Gelege besteht aus zwei weißen, glattschaligen Eiern, die von beiden