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Lachender Hans

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Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Dacelo novaeguineae
  • Ordnung: Rackenvögel (Coraciiformes)
  • Familie: Eisvögel (Alcedinidae), Unterfamilie Halcyoninae (Lieste)
  • Gattung: Dacelo
  • Lebensraum: Offene Wälder, Waldränder, Buschland, Parks und Gärten in Australien
  • Größe: 40–47 cm (Kopf bis Schwanzspitze)
  • Gewicht: 300–480 g
  • Lebenserwartung: Bis zu 20 Jahre in freier Wildbahn, in Gefangenschaft über 20 Jahre

Aussehen & Merkmale

Der Lachende Hans ist der größte Vertreter der Eisvögel weltweit und unterscheidet sich in seinem Erscheinungsbild deutlich von den meisten anderen Arten dieser Familie. Sein Gefieder ist überwiegend braun und weiß gefärbt – eine für Eisvögel untypische, gedeckte Farbgebung. Kopf und Unterseite sind weiß bis cremefarben, während die Oberseite dunkelbraun erscheint. Ein auffälliger brauner Augenstreif zieht sich vom Schnabelansatz über das Auge bis zum Hinterkopf. Die Flügel zeigen an den Deckfedern bläuliche Einsprengsel, die bei gutem Licht sichtbar werden. Der Schwanz ist rostbraun mit dunkler Bänderung.

Besonders markant ist der massive, kräftige Schnabel. Er ist gerade, spitz zulaufend und kann eine Länge von bis zu 10 cm erreichen. Die Oberschnabelhälfte ist dunkelbraun bis schwarz, die Unterschnabelhälfte heller. Dieser Schnabel dient weniger dem Fischfang – anders als bei vielen verwandten Eisvogelarten – sondern der Erbeutung landlebender Tiere. Die Geschlechter ähneln sich stark; Männchen weisen allerdings häufig etwas mehr Blau an den Schwanzfedern auf als Weibchen.

Lebensraum & Verbreitung

Das natürliche Verbreitungsgebiet des Lachenden Hans umfasst den Osten und Südosten Australiens, von der Kap-York-Halbinsel im Norden bis nach Victoria und Südaustralien im Süden. Darüber hinaus wurde die Art im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert in Westaustralien, Tasmanien und Neuseeland eingeführt, wo sie sich in einigen Regionen erfolgreich etabliert hat.

Als Habitat bevorzugt der Lachende Hans offene Eukalyptuswälder, lichte Trockenwälder und Waldränder. Er besiedelt aber auch Savannen, Buschland sowie ländliche Gärten, Parks und Vorstadtgebiete. Dichte, geschlossene Regenwälder meidet er in der Regel. Entscheidend für die Wahl des Biotops ist das Vorhandensein geeigneter Sitzwarten – höhere Äste oder Pfähle, von denen aus er Beute am Boden erspähen kann – sowie passender Bruthöhlen in Bäumen oder Termitenbauten.

Ernährung

Der Lachende Hans ist ein opportunistischer Jäger mit einem breiten Nahrungsspektrum. Seine Hauptbeute besteht aus Insekten, Spinnen, kleinen Eidechsen, Schlangen und Fröschen. Gelegentlich erbeutet er auch kleine Nagetiere, junge Vögel und Krebstiere. Fisch spielt in seiner Ernährung – trotz der Zugehörigkeit zur Eisvogelfamilie – nur eine untergeordnete Rolle.

Die Jagdtechnik folgt dem Prinzip des Ansitzjägers. Der Vogel sitzt ruhig auf einer erhöhten Warte und beobachtet den Boden. Entdeckt er ein Beutetier, stößt er in steilem Sturzflug hinab, packt die Beute mit dem Schnabel und kehrt zur Sitzwarte zurück. Größere Beutetiere wie Schlangen oder Eidechsen werden vor dem Verzehr mehrfach gegen einen Ast oder Stein geschlagen, um sie zu betäuben oder zu töten.

Verhalten & Lebensweise

Der Lachende Hans ist tagaktiv und lebt in stabilen Familiengruppen, die ein gemeinsames Revier ganzjährig verteidigen. Eine typische Gruppe besteht aus einem Brutpaar und bis zu fünf Helfern – meist Nachkommen aus früheren Bruten, die bei der Aufzucht neuer Jungvögel und der Revierverteidigung mitwirken. Dieses kooperative Brutsystem ist für Eisvögel ungewöhnlich und unter Vögeln allgemein nur bei wenigen Arten ausgeprägt.

Namensgebend ist der weithin hörbare Ruf, der an lautes, schallendes menschliches Gelächter erinnert. Dieser Ruf wird im Chor von der gesamten Familiengruppe vorgetragen, meist in der Morgen- und Abenddämmerung. Er dient in erster Linie der akustischen Reviermarkierung. Das Revier eines Familienverbands erstreckt sich über eine Fläche von durchschnittlich 16 bis 65 Hektar, je nach Qualität des Habitats und Nahrungsangebot.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Brutzeit fällt in den australischen Frühling und Sommer, etwa zwischen September und Dezember. Der Lachende Hans brütet in Baumhöhlen, bevorzugt in Eukalyptusbäumen, oder in ausgehöhlten Termitenbauten an Bäumen. Das Weibchen legt in der Regel zwei bis vier weiße, rundliche Eier. Die Brutdauer beträgt rund 24 bis 26 Tage. Beide Elternvögel sowie die Helfer aus der Familiengruppe beteiligen sich am Brüten und an der Fütterung der Nestlinge.

Die Küken schlüpfen nackt und blind. Sie werden etwa 33 bis 39 Tage im Nest versorgt, bevor sie flügge werden. Auch nach dem Ausfliegen bleiben die Jungvögel noch einige Wochen von den Eltern und Helfern abhängig. Viele Jungvögel verbleiben über ein bis vier Jahre in der elterlichen Gruppe und nehmen dort die Rolle kooperativer Helfer ein, bevor sie abwandern und ein eigenes Revier gründen. Bei der Geschwisterkonkurrenz im Nest kommt es gelegentlich dazu, dass das letztgeschlüpfte Küken von den älteren Geschwistern getötet wird – ein Phänomen, das als Kainismus bezeichnet wird.