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Landeinsiedlerkrebs

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Tierart – Wirbellose > Krebstiere

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Coenobita (Gattung); bekannteste Art: Coenobita clypeatus (Karibischer Landeinsiedlerkrebs)
  • Ordnung: Zehnfußkrebse (Decapoda)
  • Überfamilie: Einsiedlerkrebse (Paguroidea)
  • Familie: Landeinsiedlerkrebse (Coenobitidae)
  • Gattung: Coenobita (etwa 15 anerkannte Arten)
  • Lebensraum: Tropische und subtropische Küstengebiete, landnah
  • Größe: 2–10 cm Körperlänge (artabhängig); Coenobita brevimanus bis ca. 12 cm
  • Gewicht: 20–200 g, je nach Art und Gehäusegröße
  • Lebenserwartung: 10–30 Jahre in freier Wildbahn, in Einzelfällen über 40 Jahre

Aussehen & Merkmale

Landeinsiedlerkrebse besitzen den für Einsiedlerkrebse typischen asymmetrischen Hinterleib (Pleon), der weichhäutig und ungepanzert ist. Diesen schützen sie, indem sie leere Schneckenschalen als Gehäuse tragen. Der vordere Körperabschnitt – Cephalothorax – ist von einem harten Chitinpanzer (Exoskelett) bedeckt und trägt zwei Paar Antennen sowie gestielte Komplexaugen. Das erste Schreitbeinpaar ist zu kräftigen Scheren (Chelipeden) umgebildet, wobei die linke Schere bei den meisten Coenobita-Arten deutlich größer ist als die rechte. Diese vergrößerte Schere dient nicht nur dem Nahrungserwerb, sondern kann auch als Verschluss der Gehäuseöffnung eingesetzt werden.

Die Körperfärbung variiert stark zwischen den Arten: Coenobita clypeatus zeigt ein rötlich-braunes bis violettes Kolorit, während Coenobita perlatus (Erdbeer-Landeinsiedlerkrebs) durch seine leuchtend rote Färbung mit weißen Punkten auffällt. Die hinteren Beinpaare am Pleon sind zu Klammerhaken reduziert, mit denen sich das Tier im Inneren des Schneckenhauses verankert. Im Unterschied zu rein aquatischen Einsiedlerkrebsen besitzen Landeinsiedlerkrebse modifizierte Kiemen, die auch an der Luft eine Sauerstoffaufnahme ermöglichen, solange sie feucht gehalten werden.

Lebensraum & Verbreitung

Die Gattung Coenobita ist pantropisch verbreitet. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich über die Karibik, die Küsten Westafrikas, Ostafrikas, den Indopazifik, Südostasien und die Inseln des westlichen Pazifiks. Das bevorzugte Habitat sind küstennahe Gebiete in tropischen und subtropischen Klimazonen: Mangrovenwälder, Küstenwälder, sandige Strandabschnitte und felsige Uferzonen. Einige Populationen dringen auch mehrere Kilometer ins Landesinnere vor, sofern ein Zugang zu Feuchtigkeit besteht.

Entscheidend für die Biotopwahl ist die Verfügbarkeit von Feuchtigkeit und Schatten. Landeinsiedlerkrebse sind auf eine hohe Luftfeuchtigkeit angewiesen, da ihre modifizierten Kiemen (Branchiostegallungen) nur in feuchtem Zustand funktionsfähig bleiben. Sie halten sich daher bevorzugt unter Falllaub, in Felsspalten, zwischen Wurzelwerk oder in selbst gegrabenen Mulden auf. Trotz ihrer weitgehend terrestrischen Lebensweise suchen sie regelmäßig Süß- oder Salzwasser auf, um ihren Wasserhaushalt zu regulieren und den Feuchtigkeitsvorrat in der Schneckenschale aufzufüllen.

Ernährung

Landeinsiedlerkrebse sind Allesfresser (Omnivoren) mit einem breiten Nahrungsspektrum. Sie ernähren sich von herabgefallenem Obst, verrottender Vegetation, Aas, Kot, Algen, Holz und gelegentlich auch von kleinen Wirbellosen. In Küstennähe nehmen sie zudem angespülte organische Substanzen wie Seetang, tote Fische und andere Meerestiere auf. Die Nahrung wird mit den Scheren zerkleinert und in kleinen Stücken zu den Mundwerkzeugen (Maxillipeden) geführt.

Mineralstoffe, insbesondere Kalzium und Natrium, spielen eine wichtige Rolle in der Ernährung. Kalzium wird für die Aushärtung des Exoskeletts nach der Häutung benötigt. Landeinsiedlerkrebse lecken daher gezielt an kalkhaltigen Oberflächen, fressen Muschelschalen oder Eierschalen und suchen Salzwasserquellen auf.

Verhalten & Lebensweise

Landeinsiedlerkrebse sind überwiegend nachtaktiv und dämmerungsaktiv. Tagsüber verbergen sie sich in feuchten Verstecken, um Austrocknung und Fressfeinden zu entgehen. Zu ihren natürlichen Feinden zählen Vögel, Ratten, Eidechsen und größere Krabben. Bei Gefahr ziehen sie sich vollständig in ihr Schneckenhaus zurück und verschließen die Öffnung mit der großen Schere.

Die Tiere sind gesellig und bilden teilweise größere Ansammlungen, insbesondere an günstigen Futter- oder Wasserstellen. Ein zentrales Verhaltensmuster ist der Gehäusewechsel: Wächst ein Tier aus seiner Schneckenschale heraus, muss es ein größeres Exemplar finden. Dabei kommt es zu sogenannten Gehäusetauschketten, bei denen sich mehrere Individuen nach Größe aufreihen und nahezu simultan ihre Schalen wechseln. Dieses Sozialverhalten ist bei Krebstieren ungewöhnlich und wurde besonders gut bei Coenobita compressus dokumentiert.

In regelmäßigen Abständen häuten sich die Tiere (Ecdysis), um zu wachsen. Vor der Häutung graben sie sich häufig für mehrere Wochen in feuchten Sand ein. Nach dem Abstreifen des alten Exoskeletts ist der Körper vorübergehend weich und verletzlich. Das abgestoßene Exoskelett wird in der Regel aufgefressen, um die darin