Languste
LTierart – Wirbellose > Krebstiere
Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Palinuridae (Familie); bekannteste Art: Palinurus elephas (Europäische Languste)
- Ordnung: Zehnfußkrebse (Decapoda)
- Unterordnung: Pleocyemata
- Infraordnung: Achelata
- Familie: Palinuridae
- Gattungen: u. a. Palinurus, Panulirus, Jasus, Sagmariasus
- Lebensraum: Felsige Küstengewässer, Korallenriffe, Kontinentalschelfe; vorwiegend tropische und subtropische Meere, einige Arten auch in gemäßigten Zonen
- Größe: 20–60 cm Körperlänge je nach Art, einzelne Arten bis über 60 cm
- Gewicht: 0,5–8 kg, in Ausnahmefällen über 10 kg
- Lebenserwartung: 15–30 Jahre, in Einzelfällen vermutlich über 50 Jahre
Aussehen & Merkmale
Langusten gehören zu den größten marinen Krebstieren und fallen durch ihren robusten, zylindrischen Körperbau auf. Der Panzer (Carapax) ist aus hartem Chitin aufgebaut und mit zahlreichen Dornen und Stacheln besetzt, die als Schutz vor Fressfeinden dienen. Anders als bei Hummern, mit denen sie häufig verwechselt werden, fehlen den Langusten die großen Scheren an den ersten Schreitbeinpaaren. Stattdessen tragen sie fünf Paare relativ gleichmäßig gebauter Schreitbeine, die am Ende in kleine Klauen auslaufen.
Auffälligstes Merkmal sind die extrem langen, kräftigen Antennen, die bei vielen Arten die Körperlänge deutlich übertreffen. Diese Antennen sind an der Basis mit kräftigen Dornen versehen und dienen sowohl als Tastorgane als auch zur Verteidigung. Daneben besitzen Langusten ein Paar kürzerer Antennen (Antennulae) mit chemorezeptorischer Funktion. Die Augen sitzen auf kurzen, beweglichen Stielen. Die Färbung variiert artabhängig stark: Die Europäische Languste (Palinurus elephas) zeigt eine rotbraune bis violettbraune Grundfärbung mit gelblichen Flecken, während tropische Vertreter der Gattung Panulirus oft leuchtend gestreift oder gebändert sind.
Der Hinterleib (Abdomen) besteht aus sechs beweglichen Segmenten und endet in einem breiten Schwanzfächer (Telson). Durch schnelles Einschlagen des Abdomens unter den Körper können Langusten rückwärts durch das Wasser schießen – ein Fluchtmechanismus, der als Karidoidreflex bezeichnet wird.
Lebensraum & Verbreitung
Die Familie der Palinuridae umfasst etwa 60 beschriebene Arten, die in tropischen, subtropischen und gemäßigten Meeren weltweit vorkommen. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich über den Atlantik, den Indischen Ozean, den Pazifik und das Mittelmeer. In europäischen Gewässern ist Palinurus elephas die bekannteste Vertreterin; sie besiedelt den östlichen Atlantik von Norwegen bis Marokko sowie das gesamte Mittelmeer.
Das bevorzugte Habitat sind felsige Untergründe mit Spalten, Höhlen und Überhängen, die ausreichend Versteckmöglichkeiten bieten. Langusten besiedeln typischerweise Tiefen zwischen 5 und 150 Metern, wobei einige Arten wie Palinurus mauritanicus bis in Tiefen von über 600 Metern vordringen. Tropische Arten der Gattung Panulirus, etwa die Karibische Languste (Panulirus argus), bevorzugen Korallenriffe, Seegraswiesen und Mangrovengebiete als Biotop.
Ernährung
Langusten sind omnivor mit einer starken Tendenz zu tierischer Kost. Ihre Nahrung besteht hauptsächlich aus Muscheln, Schnecken, Seeigeln, Würmern, kleineren Krebstieren und Aas. Gelegentlich nehmen sie auch Algen und andere pflanzliche Bestandteile auf. Die Nahrungsaufnahme erfolgt mit den Mundwerkzeugen (Mandibeln und Maxillen), die harte Schalen aufbrechen können. Die kräftigen Schreitbeine helfen beim Festhalten und Manipulieren der Beute. Langusten spielen als Prädatoren von Seeigeln eine ökologisch relevante Rolle in Riffökosystemen, da sie durch die Regulierung der Seeigelpopulationen indirekt zum Erhalt von Kelpwäldern und Korallenbeständen beitragen.
Verhalten & Lebensweise
Langusten sind überwiegend nachtaktiv. Tagsüber verbergen sie sich in Felsspalten und Höhlen, oft in losen Gruppen von mehreren Individuen. Bei Einbruch der Dämmerung verlassen sie ihre Verstecke und streifen auf Nahrungssuche über den Meeresboden. Sie zeigen ein ausgeprägtes Sozialverhalten: In gemeinsamen Unterschlupfen richten mehrere Tiere ihre dornenbewehrten Antennen gleichzeitig nach außen, was eine kollektive Abwehrformation bildet.
Einige Arten unternehmen saisonale Wanderungen über beträchtliche Distanzen. Die Karibische Languste (Panulirus argus) bildet dabei Kolonnen von Dutzenden bis Hunderten Individuen, die in Einerreihe über den Meeresboden marschieren – ein Phänomen, das als Queuing bekannt ist. Diese Wanderungen werden vermutlich durch Temperaturänderungen und Sturmaktivität ausgelöst.
Zur Verteidigung erzeugen Langusten mit einem speziellen Mechanismus an der Basis ihrer Antennen ein knarrendes Geräusch (Stridulation). Dieses Geräusch entsteht durch Reibung eines elastischen Plektrums auf einer rauen Fläche und dient der Abschreckung von Fressfeinden wie Kraken, Haien und großen Knochenfischen.
Fortpflanzung & Aufzucht
Die Paarung erfolgt artabhängig zu unterschiedlichen Jahreszeiten, in tropischen Gebieten oft ganz