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Laubfrosch

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Tierart – Amphibien > Froschlurche – Frösche

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Hyla arborea
  • Ordnung: Froschlurche (Anura)
  • Familie: Laubfrösche (Hylidae)
  • Gattung: Hyla
  • Lebensraum: Feuchtgebiete, Auwälder, Heckenlandschaften, Gewässerränder
  • Größe: 3–5 cm (Kopf-Rumpf-Länge)
  • Gewicht: 3–9 g
  • Lebenserwartung: bis zu 15 Jahre in freier Wildbahn, meist jedoch 5–8 Jahre

Aussehen & Merkmale

Der Europäische Laubfrosch ist einer der kleinsten heimischen Froschlurche und zugleich einer der auffälligsten. Seine Haut ist glatt und auf der Oberseite leuchtend grün gefärbt – eine Eigenschaft, die ihn von den meisten anderen mitteleuropäischen Amphibien klar unterscheidet. Die Bauchseite ist weißlich bis gelblich und von der Rückenfärbung durch einen dunklen Seitenstreifen abgegrenzt, der vom Nasenloch über das Auge und das Trommelfell bis zur Hüfte verläuft.

Die Finger und Zehen enden in runden Haftscheiben, sogenannten Haftballen, die dem Laubfrosch das Klettern auf Blättern, Zweigen und glatten Oberflächen ermöglichen. Dieses Merkmal ist innerhalb der europäischen Amphibienfauna einzigartig. Die Hinterbeine sind im Verhältnis zum Körper lang und kräftig, was dem Tier weite Sprünge erlaubt. Die Pupillen sind horizontal elliptisch, das Trommelfell deutlich sichtbar. Männchen erkennt man während der Fortpflanzungszeit an ihrer bräunlich-gelben Kehlschallblase, die im aufgeblasenen Zustand fast die Größe des Kopfes erreichen kann.

Die Hautfarbe kann je nach Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Untergrund variieren. So nehmen Laubfrösche gelegentlich bräunliche, gräuliche oder gelbliche Tönungen an. Diese Farbveränderung wird durch Chromatophoren in der Haut gesteuert und dient vor allem der Tarnung.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet von Hyla arborea erstreckt sich über weite Teile Europas – von der Iberischen Halbinsel über Frankreich und Mitteleuropa bis nach Kleinasien und in den Kaukasus. In Skandinavien erreicht die Art ihre nördliche Verbreitungsgrenze in Südschweden. In Deutschland kommt der Laubfrosch noch in allen Bundesländern vor, ist jedoch vielerorts selten geworden.

Als Habitat bevorzugt der Laubfrosch halboffene bis offene Landschaften mit einem Mosaik aus Gewässern, Gebüschen und Hochstaudenfluren. Geeignete Biotope sind Auwälder, extensiv genutzte Wiesen, Moorränder, Kiesgruben und naturnahe Gartenlandschaften. Entscheidend ist das Vorhandensein besonnter, fischfreier Stillgewässer für die Fortpflanzung und strukturreicher Landlebensräume mit ausreichend Deckung. Den Winter verbringt die Art in frostfreien Verstecken an Land – unter Wurzeln, in Erdlöchern, Laubschichten oder Steinhaufen.

Ernährung

Der Laubfrosch ernährt sich ausschließlich von tierischer Kost. Auf dem Speiseplan stehen Insekten wie Fliegen, Mücken, Käfer und Schmetterlinge sowie Spinnen, Blattläuse und kleine Raupen. Die Beute wird überwiegend in der Vegetation erbeutet – ein Verhalten, das ihn von den meisten bodenbewohnenden Froschlurchen unterscheidet. Der Beutefang erfolgt per Zungenschlag: Die klebrige, herausschnellende Zunge trifft das Beutetier und zieht es ins Maul. Kaulquappen hingegen sind Allesfresser und ernähren sich von Algen, Detritus und Mikroorganismen im Wasser.

Verhalten & Lebensweise

Der Laubfrosch ist überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv. Tagsüber ruht er meist reglos auf Blättern, Ästen oder in dichter Vegetation und ist dank seiner Tarnfärbung kaum zu entdecken. Bei warmem, feuchtem Wetter kann man ihn gelegentlich auch tagsüber beobachten.

Anders als viele andere Amphibien hält sich der Laubfrosch außerhalb der Laichzeit vorwiegend in der Vegetation auf – in Büschen, Sträuchern, Brombeerhecken oder sogar in Baumkronen. Diese kletternde Lebensweise ist in der europäischen Amphibienfauna eine Besonderheit. Die Art ist nicht territorial im engeren Sinne, doch Männchen besetzen während der Balz feste Rufplätze am Gewässer und verteidigen diese gegenüber Rivalen.

Die Überwinterung erfolgt an Land in einer Kältestarre, die je nach Witterung von Oktober bis März oder April andauern kann. Frühjahrstemperaturen ab etwa 10 °C und Regenfälle lösen die Wanderung zu den Laichgewässern aus.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Fortpflanzungszeit beginnt je nach Region und Witterung zwischen April und Juni. Die Männchen versammeln sich an geeigneten Stillgewässern und beginnen mit ihren lauten, rhythmischen Rufen, die als „äpp … äpp … äpp" beschrieben werden. Ein rufendes Männchen kann in ruhigen Nächten über einen Kilometer weit zu hören sein. Diese Balzrufe gehören zu den lautesten Lautäußerungen europäischer Amphibien. Häufig bilden sich regelrechte Rufgemeinschaften mit Dutzenden oder gar Hunderten von Männchen.

Die Paarung erfolgt in der Amplexus-Stellung: Das Männchen umklammert das Weibchen von hinten in der Lendengegend (inguinaler Amplexus). Das Weibchen legt mehrere kleine Laichballen mit jeweils 10–50 Eiern ab, die an Unterwasserpflanzen geheftet werden. Insgesamt umfasst ein Gelege 200–1.000 Eier. Die Embryonalentwicklung dauert je nach Wassertemperatur etwa ein bis drei Wochen.

Die schlüpfenden Kaulquappen sind zunächst wenige Millimeter groß und durchlaufen über zwei bis drei Monate eine vollständige Metamorphose. Der breite, transpar