Leghorn
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Steckbrief
- Herkunft: Italien (Toskana), weiterentwickelt in den USA
- Rassestandard: Anerkannt durch den BDRG (Bund Deutscher Rassegeflügelzüchter) und den europäischen Rassegeflügelstandard; in den USA durch die APA (American Poultry Association)
- Gewichtsklasse: Leichthuhn
- Gewicht Hahn: 2,0–2,7 kg
- Gewicht Henne: 1,7–2,2 kg
- Legeleistung: ca. 250–300 weiße Eier pro Jahr
- Eigewicht: ca. 55–65 g
- Lebenserwartung: 5–8 Jahre
- Gefiederfarben: Weiß (am häufigsten), Schwarz, Blau, Braun, Rebhuhnfarbig, Gelb, Rot, Kennfarbig und weitere anerkannte Farbschläge
- Besonderheiten: Hervorragende Legehenne, lebhafter Charakter, sehr gute Futterverwertung
Herkunft & Geschichte
Die Leghorn-Rasse hat ihren Ursprung in der italienischen Hafenstadt Livorno (englisch: Leghorn) in der Toskana. Bereits im frühen 19. Jahrhundert wurden die dort beheimateten leichten Landhuhnschläge von italienischen Händlern über den Seeweg nach Nordamerika exportiert. Die erste dokumentierte Einfuhr in die USA datiert auf das Jahr 1828. Dort begann eine intensive züchterische Bearbeitung, die aus den ursprünglich eher uneinheitlichen Mittelmeer-Landhühnern eine hochproduktive Legerasse formte.
Amerikanische Züchter kreuzten die italienischen Hühner gezielt auf Legeleistung, frühreife Geschlechtsreife und wirtschaftliche Futterverwertung. Mitte des 19. Jahrhunderts gelangten die verbesserten Tiere zurück nach Europa, unter anderem nach England und Deutschland. Der weiße Farbschlag setzte sich in der kommerziellen Zucht durch und bildete die Grundlage für die moderne Legehennenzucht weltweit. Bis heute basieren zahlreiche kommerzielle Legehybriden auf Leghorn-Genetik. Der BDRG erkennt die Rasse in zahlreichen Farbschlägen an, ebenso existiert eine Zwergform, das Zwerg-Leghorn.
Aussehen & Rassemerkmale
Das Leghorn ist ein elegantes, mittelgroßes Leichthuhn mit aufrechter, stolzer Haltung. Der Körperbau ist gestreckt und keilförmig, die Brust gut gerundet und leicht vorgetragen. Der Rücken fällt zur Schwanzpartie hin leicht ab. Die Schenkel sind mittellang, die Läufe gelb und unbefiedert.
Besonders markant ist der große, aufrecht stehende Einfachkamm beim Hahn, der bei der Henne seitlich umkippt. Die Kehllappen sind groß und rot, die Ohrscheiben weiß – ein typisches Merkmal mediterraner Rassen, das mit der weißen Eischalenfarbe korreliert. Die Augen sind orangerot, der Schnabel gelb bis hornfarbig.
Das Gefieder liegt straff am Körper an, ist glatt und glänzend. Der weiße Farbschlag dominiert in der Zucht, doch der Rassestandard erkennt über ein Dutzend Farbvarianten an. Der Schwanz wird hoch getragen; beim Hahn mit langen, geschwungenen Sicheln. Insgesamt wirkt das Leghorn leicht, beweglich und athletisch – ganz im Gegensatz zu den schweren Fleischrassen.
Charakter & Wesen
Leghorns gelten als ausgesprochen lebhaft, temperamentvoll und wachsam. Sie sind ständig in Bewegung, aufmerksam gegenüber ihrer Umgebung und reagieren schnell auf Veränderungen. Diese Eigenschaften machen sie zu guten Alarmgebern im Hühnerstall, bedeuten aber auch, dass sie weniger zutraulich sind als ruhigere Rassen.
Die Tiere sind intelligent, neugierig und haben einen ausgeprägten Fluchtinstinkt. Zutraulichkeit lässt sich durch regelmäßigen, ruhigen Umgang durchaus fördern, doch eine wirkliche Schoßhuhn-Mentalität wird man bei Leghorns selten finden. Sie sind untereinander eher verträglich, wobei die Hähne durchaus revierbetontes Verhalten zeigen können.
Ihre Brutneigung ist züchterisch stark zurückgedrängt worden – Leghorn-Hennen werden nur selten brütig. Für die Nachzucht ist daher in der Regel ein Brutapparat notwendig. Diese Eigenschaft ist gewollt, da brütige Hennen die Legeleistung unterbrechen.
Haltung & Pflege
Leghorns sind keine Käfighühner – sie benötigen ausreichend Auslauf und Beschäftigung, um ihrem natürlichen Bewegungsdrang gerecht zu werden. Ein großzügiger Freilauf mit Sträuchern, Unterständen und Schattenplätzen kommt ihrem Wesen am meisten entgegen. Da sie ausgezeichnete Flieger sind, sollte die Umzäunung mindestens 1,80 Meter hoch sein oder mit einem Netz überspannt werden.
Der Stall muss trocken, zugluftfrei und gut belüftet sein. Für die Gefiederpflege reicht ein trockenes Sandbad; das straff anliegende Federkleid ist pflegeleicht und trocknet schnell. Die großen Kämme und Kehllappen sind bei strengem Frost allerdings frostgefährdet. In kalten Regionen empfiehlt sich ein isolierter Stall oder das Einreiben der Kämme mit Vaseline als Frostschutz.
Leghorns eignen sich hervorragend für die Freilandhaltung. Ihr aktives Futtersuchverhalten sorgt dafür, dass sie einen beachtlichen Teil ihres Nahrungsbedarfs selbst decken, wenn das Gelände es hergibt. Die Tiere brauchen genügend Sitzstangen, da sie gerne erhöht ruhen.
Ernährung
Als hochleistende Legehenne hat das Leghorn einen vergleichsweise hohen Nährstoffbedarf, insbesondere an Calcium für die Eischalenbildung. Ein hochwertiges Alleinfutter für Legehennen mit einem Rohproteingehalt von 16–18 % bildet die Grundlage. Ergänzend sollten Muschelgrit oder Austernschalen zur freien Aufnahme bereitgestellt werden.
Grünfutter, Gem