Loh
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Steckbrief
- Herkunft: England (Grafschaft Leicestershire)
- Rassestandard: Zentralverband Deutscher Rasse-Kaninchenzüchter (ZDRK), British Rabbit Council (BRC)
- Gewicht: 2,5 – 3,5 kg (Idealgewicht ca. 3,0 kg)
- Körperbau: Kompakt, leicht gedrungen, gut bemuskelt
- Fell: Kurz, dicht, glänzend mit markanter Lohzeichnung
- Farbenschläge: Schwarz-Loh, Blau-Loh, Havanna-Loh, Feh-Loh
- Lebenserwartung: 8 – 12 Jahre
Herkunft & Geschichte
Die Lohkaninchen – in der internationalen Zucht als „Tan Rabbit" bekannt – gehören zu den ältesten englischen Rassekaninchen. Ihre Entstehung geht auf die 1880er Jahre zurück, als in der Grafschaft Leicestershire in Würfen von Wildkaninchen und schwarzen Holländerkaninchen Tiere mit einer auffälligen, feurig lohfarbenen Bauchzeichnung auftraten. Diese Mutation weckte sofort das Interesse englischer Züchter, die das Merkmal systematisch selektierten und festigten.
Ursprünglich waren die ersten Lohkaninchen ausschließlich schwarz mit lohfarbener Unterseite. Der Farbkontrast war zunächst eher matt, doch durch gezielte Einkreuzung von Belgischen Hasen und anderen Rassen mit intensiver Fellfarbe gelang es, die leuchtend orange-rote Lohfarbe zu verstärken. Der erste Rassestandard wurde 1887 in England aufgestellt, womit das Lohkaninchen eine der am frühesten standardisierten Kaninchenrassen überhaupt ist.
Nach Deutschland gelangte die Rasse um die Jahrhundertwende. Deutsche Züchter verfeinerten die Rasse weiter und entwickelten neben dem klassischen Schwarz-Loh die Farbenschläge Blau-Loh, Havanna-Loh und Feh-Loh. Der Zentralverband Deutscher Rasse-Kaninchenzüchter (ZDRK) führt alle vier Farbenschläge in seinen Bewertungsbestimmungen. Heute gelten Lohkaninchen als anspruchsvolle Ausstellungsrasse, deren perfekte Zeichnung für Züchter eine echte Herausforderung darstellt.
Aussehen & Rassemerkmale
Das Lohkaninchen ist ein kleineres Kaninchen mit kompaktem, leicht walzenförmigem Körperbau. Die Hinterhand ist gut gerundet, die Rückenlinie verläuft gleichmäßig und fällt zur Blume hin sanft ab. Die Läufe sind mittellang und kräftig. Die aufrecht stehenden Ohren erreichen eine Länge von etwa 9 bis 11 cm und sind proportional zum Körper.
Das herausragende Rassemerkmal ist die namensgebende Lohzeichnung. Die Oberseite des Körpers zeigt eine satte, gleichmäßige Deckfarbe – je nach Farbenschlag schwarz, blau, havanna oder fehfarben. Die Unterseite hingegen ist intensiv lohfarben gefärbt, idealerweise in einem tiefen, leuchtenden Orange-Rot. Diese Zeichnung erstreckt sich über Kinn, Brust, Bauch, Innenseiten der Läufe und die Unterseite der Blume. Besonders markant sind die sogenannten Augenringe, die Nasenlöcherzeichnung sowie der helle Nackendreieck – ein dreieckiger lohfarbener Fleck im Nacken.
Die Abgrenzung zwischen Deck- und Lohfarbe soll scharf und klar verlaufen, ohne Verwischungen oder Durchsetzungen. Das Fell selbst ist kurz, dicht anliegend und besitzt einen intensiven Glanz. Gerade die Qualität des Fells und die Schärfe der Zeichnung machen das Lohkaninchen auf Ausstellungen zu einer der anspruchsvollsten Bewertungsrassen.
Charakter & Wesen
Lohkaninchen sind lebhafte, neugierige und temperamentvolle Tiere. Im Vergleich zu vielen anderen Rassen zeigen sie ein ausgesprochen agiles Verhalten und brauchen entsprechend Bewegung und Beschäftigung. Dabei sind sie keineswegs nervös oder schreckhaft – vielmehr zeichnen sie sich durch eine wache Aufmerksamkeit aus, die sie schnell auf Veränderungen in ihrer Umgebung reagieren lässt.
Mit geduldiger, ruhiger Gewöhnung werden Lohkaninchen erstaunlich zutraulich und suchen aktiv den Kontakt zum Menschen. Sie gelten als intelligent und lernfähig, was sie für die Beschäftigung mit kleinen Tricks und Intelligenzspielzeug prädestiniert. Gegenüber Artgenossen zeigen sie ein normales Sozialverhalten und sollten, wie alle Kaninchen, niemals einzeln gehalten werden.
Haltung & Pflege
Aufgrund ihres Temperaments brauchen Lohkaninchen mehr Platz als manche vergleichbar große Rasse. Ein großzügiges Gehege mit mindestens 6 Quadratmetern für ein Paar, ergänzt durch täglichen Freilauf in einem gesicherten Bereich, ist das Minimum. Im Sommer eignet sich ein gut geschütztes Außengehege hervorragend; im Winter sollte ein frostgeschützter Rückzugsort vorhanden sein.
Die Fellpflege gestaltet sich unkompliziert. Das kurze, dichte Fell benötigt kein regelmäßiges Bürsten, profitiert aber während des Fellwechsels im Frühjahr und Herbst von gelegentlichem Durchkämmen, um lose Haare zu entfernen und die Bildung von Haarballen im Magen zu reduzieren. Krallen sollten regelmäßig kontrolliert und bei Bedarf gekürzt werden.
Für geistige Beschäftigung sorgen Tunnel, Plattformen zum Aufspringen, Buddelkisten und Futterverstecke. Lohkaninchen sind von Natur aus springfreudig und nutzen erhöhte Ebenen gern – ein Aspekt, der bei der Gehegegestaltung berücksichtigt werden sollte.
Ernährung
Die Ernährung des Lohkaninchens unterscheidet sich nicht grundlegend von der anderer Kaninchenrassen. Die Basis bildet hochwertiges Heu, das rund um die Uhr in ausreichender Menge zur Verfügung stehen muss. Heu ist für die Verdauung und den notwendigen Zahnabrieb unerlässlich.
Ergänzend werden täglich frisches Grünfutter und Gemüse gereicht: