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Lux

L

Rassen > Kaninchenrassen

Steckbrief

  • Herkunft: Luxemburg
  • Rassestandard: Europastandard, anerkannt vom Zentralverband Deutscher Rasse-Kaninchenzüchter (ZDRK)
  • Gewicht: 2,5–3,5 kg (Idealgewicht ca. 3,0 kg)
  • Körperbau: Gedrungen, walzenförmig, mittelgroß
  • Fell/Farben: Dichte, fuchsartige Deckfarbe in Blaufuchs (blaugrau mit heller Zwischenfarbe); Normalhaarstruktur mit ausgeprägtem Glanz
  • Lebenserwartung: 8–10 Jahre
  • Besonderheiten: Seltene europäische Rasse mit charakteristischer Farbgebung; in Deutschland nur von wenigen Züchtern gehalten

Herkunft & Geschichte

Das Lux-Kaninchen – offiziell auch als Luxemburger Fuchs oder kurz Lux bezeichnet – entstand Anfang des 20. Jahrhunderts im Großherzogtum Luxemburg. Die Rasse geht auf gezielte Kreuzungen zwischen Havanna-Kaninchen, Blauem Wiener und weiteren europäischen Rassen zurück. Ziel der frühen Zucht war es, ein mittelgroßes Kaninchen mit besonders edler, fuchsähnlicher Fellfarbe zu erzüchten, das sowohl als Pelztier als auch als Ausstellungskaninchen tauglich sein sollte.

In den 1920er- und 1930er-Jahren erlebte die Rasse einen ersten Aufschwung, vor allem im Benelux-Raum und in Teilen Frankreichs. Nach dem Zweiten Weltkrieg geriet das Lux-Kaninchen allerdings zunehmend in Vergessenheit, da die wirtschaftliche Bedeutung der Pelzkaninchenzucht abnahm und andere Rassen wie der Castor Rex bevorzugt wurden. Engagierte Züchter in Luxemburg, Belgien und Deutschland hielten die Rasse jedoch am Leben. Heute gilt das Lux als seltene Rasse, die auf der Beobachtungsliste verschiedener Zuchtverbände steht. Der ZDRK führt die Rasse im Standardwerk, die Zahl der aktiven Züchter in Deutschland ist jedoch überschaubar.

Aussehen & Rassemerkmale

Das Lux-Kaninchen präsentiert sich als kompaktes, mittelgroßes Kaninchen mit walzenförmigem Körperbau. Der Rumpf ist leicht gedrungen, die Rückenlinie verläuft gleichmäßig gewölbt. Der Kopf sitzt relativ dicht am Körper und ist bei Rammlern kräftiger ausgeprägt als bei Häsinnen. Die Ohren sind fleischig, gut behaart und erreichen eine Länge von etwa 10–11 cm – proportional zum Körper angemessen, aber nicht übertrieben lang.

Das namensgebende Merkmal ist die außergewöhnliche Fellfarbe. Die Deckfarbe zeigt einen warmen, bläulich-grauen Ton, der an das Winterfell eines Blaufuchses erinnert. Charakteristisch ist die ausgeprägte Zonenfärbung des Haares: Die Unterfarbe ist schieferblau, darüber liegt eine deutlich hellere Zwischenfarbe, und die Haarspitzen tragen den typischen bläulich-silbrigen Schimmer. Das Fell ist dicht, griffig und von feiner Struktur mit einem seidigen Glanz, was es von vielen anderen Normalharrassen abhebt.

Die Augen sind dunkelblaugrau, die Krallen dunkel. Die Bauchfarbe ist etwas heller als die Deckfarbe, soll aber keinen starken Kontrast bilden. Im Rassestandard werden unsaubere Farbübergänge, braune Anflüge oder weiße Stichelhaare als Fehler gewertet.

Charakter & Wesen

Das Lux-Kaninchen wird von erfahrenen Züchtern als ruhig, ausgeglichen und neugierig beschrieben. Im Vergleich zu manch nervöser Kleinrasse zeigt sich diese Rasse auffallend gelassen, ohne dabei träge zu wirken. Lux-Kaninchen bauen eine enge Bindung zu ihren Bezugspersonen auf und reagieren häufig zutraulich auf regelmäßige Ansprache und Beschäftigung.

Untereinander verhalten sich die Tiere in der Regel sozialverträglich. Die Vergesellschaftung gelingt oft unkompliziert, sofern die üblichen Regeln – genügend Platz, neutrales Territorium bei der Zusammenführung – beachtet werden. Das ruhige Wesen macht das Lux auch für Familien interessant, wenngleich Kinder im Umgang mit jedem Kaninchen angeleitet werden sollten.

Haltung & Pflege

Als mittelgroßes Kaninchen benötigt das Lux-Kaninchen mindestens 6 m² Grundfläche für ein Paar, idealerweise deutlich mehr. Sowohl Außenhaltung im gesicherten Gehege als auch großzügige Innenhaltung sind möglich. Bei Außenhaltung brauchen die Tiere eine witterungsgeschützte, isolierte Schutzhütte sowie einen grabsicheren Auslauf, der vor Raubtieren geschützt ist.

Die Fellpflege ist beim Lux unkompliziert. Normales Bürsten einmal pro Woche genügt, um abgestorbene Haare zu entfernen und den charakteristischen Glanz zu erhalten. Während des Fellwechsels im Frühjahr und Herbst sollte häufiger gebürstet werden, um die Bildung von Haarballen im Verdauungstrakt zu vermeiden. Krallen müssen regelmäßig kontrolliert und bei Bedarf gekürzt werden.

Wie alle Kaninchen braucht das Lux ausreichend Beschäftigung: Buddelkisten, Tunnel, erhöhte Ebenen und wechselnde Einrichtungsgegenstände halten die Tiere geistig und körperlich aktiv.

Ernährung

Die Grundlage der Fütterung bildet hochwertiges Heu, das rund um die Uhr zur Verfügung stehen muss. Es sorgt für den notwendigen Zahnabrieb und hält die Verdauung in Gang. Ergänzend werden täglich frisches Grünfutter und Gemüse gereicht: Kräuter wie Petersilie, Dill und Löwenzahn, dazu Blattgemüse, Fenchel, Möhren und Sellerie.

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