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Magellanpinguin

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Tierart – Vögel > Flugunfähige & Laufvögel

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Spheniscus magellanicus
  • Ordnung: Pinguine (Sphenisciformes)
  • Familie: Pinguine (Spheniscidae)
  • Gattung: Brillenpinguine (Spheniscus)
  • Lebensraum: Küstenregionen Südamerikas, Falklandinseln
  • Größe: 61–76 cm
  • Gewicht: 2,7–6,5 kg (saisonabhängig)
  • Lebenserwartung: 25–30 Jahre in freier Wildbahn

Aussehen & Merkmale

Der Magellanpinguin ist eine mittelgroße Pinguinart mit dem für die Gattung Spheniscus typischen schwarz-weißen Gefieder. Auffälligstes Erkennungsmerkmal sind zwei schwarze Brustbänder: Ein breites Band verläuft hufeisenförmig über die obere Brust und setzt sich seitlich bis zum Rücken fort, ein zweites, schmaleres Band zieht sich unterhalb davon über den vorderen Bauchbereich. Zwischen beiden Bändern schimmert die weiße Brust hervor. Diese Doppelbänderung unterscheidet den Magellanpinguin deutlich vom nah verwandten Humboldtpinguin (Spheniscus humboldti), der nur ein einzelnes Brustband trägt.

Kopf und Rücken sind schwarz gefärbt, die Bauchseite weiß. Ein markanter weißer Streif verläuft bogenförmig vom Auge über die Wangen bis zur Kehle und grenzt das schwarze Gesichtsfeld ab. Die Augen sind dunkelbraun, der kräftige Schnabel schwarz mit grauer Querbinde. Die Füße sind schwarz mit rosafarbenen Flecken – eine Anpassung an die Thermoregulation, da über die unbefiederten Hautpartien überschüssige Körperwärme abgegeben werden kann. Die Flügel sind zu starren, paddelförmigen Flossen umgebildet, die ausschließlich dem Schwimmantrieb dienen. Ein Geschlechtsdimorphismus besteht nur geringfügig: Männchen sind im Durchschnitt etwas größer und schwerer als Weibchen, äußerlich lassen sich die Geschlechter jedoch kaum unterscheiden.

Das Gefieder ist extrem dicht – rund 100 Federn pro Quadratzentimeter – und wird durch eine ölhaltige Bürzeldrüsensekret-Schicht wasserabweisend gehalten. Diese Kombination aus dichtem Federkleid und einer darunterliegenden Fettschicht bietet effektive Isolation gegen das kalte Meerwasser.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet des Magellanpinguins erstreckt sich entlang der Küsten Südamerikas. An der Atlantikseite brütet die Art von der Halbinsel Valdés in Argentinien südwärts bis Feuerland, an der Pazifikseite Chiles nordwärts bis etwa zum 33. Breitengrad. Bedeutende Kolonien existieren außerdem auf den Falklandinseln (Malvinas). Vereinzelte Irrgäste wurden bis nach Brasilien, Peru und sogar an der Antarktischen Halbinsel nachgewiesen.

Das bevorzugte Habitat umfasst flache, sandige oder mit Büschen bestandene Küstenabschnitte, die sich zur Anlage von Bruthöhlen eignen. Im Gegensatz zu vielen anderen Pinguinarten, die auf offenen Felsen oder Eis brüten, gräbt der Magellanpinguin Erdhöhlen oder nutzt natürliche Felsspalten und Buschwerk als Nestplatz. Diese Strategie schützt die Gelege vor direkter Sonneneinstrahlung, Wind und Raubvögeln. Außerhalb der Brutzeit verbringen Magellanpinguine mehrere Monate auf dem offenen Meer und ziehen dabei bis in subtropische Gewässer vor Südbrasilien und Uruguay.

Ernährung

Magellanpinguine ernähren sich überwiegend von kleinen Schwarmfischen wie Sardellen (Engraulis anchoita), Sprotten und Tintenfischen. Ergänzend werden Krill und andere Krebstiere aufgenommen. Die Jagd erfolgt tauchend, wobei die Tiere Tiefen von 20 bis 50 Metern erreichen; in Einzelfällen wurden Tauchgänge bis zu 90 Metern Tiefe dokumentiert. Ein Tauchgang dauert typischerweise ein bis zwei Minuten.

Während der Brutzeit unternehmen die Elterntiere Nahrungsausflüge von 30 bis 150 Kilometern Entfernung zur Kolonie. Die aufgenommene Nahrung wird im Magen vorverdaut und den Küken als Brei hervorgewürgt. In Nahrung reichen Jahren sind die Ausflüge kürzer, in schlechten Jahren müssen die Vögel deutlich größere Distanzen zurücklegen – mit direkten Auswirkungen auf den Bruterfolg.

Verhalten & Lebensweise

Magellanpinguine sind tagaktive Tiere, die sowohl an Land als auch im Wasser in Gruppen agieren. Ihre Brutkolonien können von wenigen hundert bis zu mehreren hunderttausend Paaren reichen. Die größte bekannte Kolonie befindet sich bei Punta Tombo in Argentinien mit über 200.000 Brutpaaren.

An Land bewegen sich Magellanpinguine im typischen watschelnden Gang fort. Im Wasser hingegen sind sie wendige und ausdauernde Schwimmer, die Geschwindigkeiten von bis zu 24 km/h erreichen. Die Kommunikation innerhalb der Kolonie erfolgt über ein Repertoire verschiedener Lautäußerungen – darunter der charakteristische eselsartige Ruf, der dem gesamten Genus Spheniscus im Englischen den Beinamen „Jackass Penguins" eingebracht hat. Diese Rufe dienen der Partnererkennung, der Revierverteidigung und der Eltern-Küken-Kommunikation.

Magellanpinguine sind in hohem Maße kolonietreu und standorttreu. Brutpaare kehren Jahr für Jahr zum selben Nestplatz zurück und sind weitgehend monogam, wobei die Paarbindung über mehrere Brutsaisons bestehen kann.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Brutsaison beginnt im September, wenn die Männchen als Erste in der Kolonie eintreffen und ihre Bruthöhlen instand setzen. Die Weibchen folgen wenige Wochen später. Die Balz umfasst wechselseitige Rufe, Kopfbewegungen und gegenseitiges Gefieder