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Maina

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Tierart – Vögel > Tropische & exotische Vögel

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Acridotheres tristis (Hirtenmaina); Gattung Acridotheres, weitere Arten z. B. Acridotheres cristatellus (Haubenmaina)
  • Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
  • Familie: Stare (Sturnidae)
  • Gattung: Acridotheres
  • Lebensraum: Offene Kulturlandschaften, Siedlungsgebiete, Waldränder, tropische und subtropische Zonen
  • Größe: 23–26 cm Körperlänge
  • Gewicht: 100–140 g
  • Lebenserwartung: 4–12 Jahre in freier Wildbahn, in Gefangenschaft bis über 15 Jahre

Aussehen & Merkmale

Die Maina – im Deutschen auch als Hirtenmaina, Hirtenstar oder schlicht Myna bezeichnet – ist ein mittelgroßer, kräftig gebauter Singvogel aus der Familie der Stare. Das Gefieder der Hirtenmaina (Acridotheres tristis) ist überwiegend dunkelbraun bis schokoladenbraun gefärbt, wobei Kopf, Kehle und obere Brust ein tiefes Schwarz mit leicht glänzendem Schimmer zeigen. Auffällig kontrastieren die weißen Flügelflecken, die besonders im Flug deutlich sichtbar werden, sowie die weiße Schwanzspitze. Der kräftige, leicht nach unten gebogene Schnabel ist leuchtend gelb, ebenso die unbefiederte Hautpartie hinter und unter dem Auge, die als nackter Wangenfleck ein wichtiges Erkennungsmerkmal darstellt. Die Beine und Füße sind ebenfalls gelb gefärbt. Die Iris ist dunkelbraun bis rotbraun. Zwischen Männchen und Weibchen besteht kein ausgeprägter Geschlechtsdimorphismus; beide Geschlechter sind äußerlich nahezu identisch. Jungvögel zeigen ein insgesamt matteres Gefieder und weniger intensive Gelbtöne an Schnabel und Hautpartien.

Lebensraum & Verbreitung

Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet der Hirtenmaina erstreckt sich von Zentralasien über den indischen Subkontinent bis nach Südostasien. Die Art besiedelt ein breites Spektrum an Habitaten: offene Graslandschaften, landwirtschaftlich genutzte Flächen, Gärten, Parks und städtische Siedlungsräume. Als ausgesprochener Kulturfolger hat sich die Hirtenmaina eng an den Menschen angepasst und profitiert von der Umwandlung geschlossener Waldflächen in offenere Biotope.

Durch gezielte Einführung und unbeabsichtigte Verschleppung hat die Art ihr Verbreitungsgebiet massiv ausgeweitet. Heute kommen stabile Populationen in Australien, Neuseeland, Südafrika, auf zahlreichen pazifischen Inseln, in Teilen des Nahen Ostens sowie auf Inseln im Indischen Ozean wie Mauritius, Réunion und den Seychellen vor. Die Anpassungsfähigkeit an unterschiedliche klimatische Bedingungen – von tropischen Tieflandregionen bis in Höhenlagen von über 2.500 Metern im Himalaya – ist dabei außergewöhnlich groß.

Ernährung

Mainas sind Allesfresser mit einem ausgesprochen breiten Nahrungsspektrum. Die Hauptnahrung besteht aus Insekten, insbesondere Heuschrecken, Käfern, Grillen und deren Larven – eine Eigenschaft, die der Art den Beinamen „Hirtenmaina" einbrachte, da sie traditionell Viehherden folgt und die aufgescheuchten Insekten erbeutet. Der Gattungsname Acridotheres leitet sich vom griechischen Wort für Heuschrecke (akris) ab. Ergänzt wird der Speiseplan durch Früchte, Beeren, Nektar, Samen, Küchenabfälle und gelegentlich kleine Wirbeltiere wie Eidechsen oder Nestlinge anderer Vogelarten. In urbanen Gebieten nutzt die Art bereitwillig anthropogene Nahrungsquellen und durchsucht Müll sowie Essensreste. Die Nahrungssuche erfolgt vorwiegend am Boden, wo die Vögel mit charakteristischem Watschelgang und gezieltem Stochern im Erdreich nach Beute suchen.

Verhalten & Lebensweise

Mainas sind tagaktive Vögel mit einem ausgeprägten Sozialverhalten. Außerhalb der Brutzeit bilden sie oft größere Gruppen, die gemeinsam auf Nahrungssuche gehen und abends an festen Schlafplätzen in Bäumen oder an Gebäuden zusammenkommen. Diese Schlafgemeinschaften können mehrere Hundert bis Tausend Individuen umfassen und sind durch lautstarke Rufe und Gesänge gekennzeichnet. Das Lautrepertoire ist vielfältig und reicht von melodischen Pfeiftönen über raue Krächzlaute bis hin zu komplexen Imitationen anderer Vogelarten und Umgebungsgeräusche. In Gefangenschaft können Mainas menschliche Sprache nachahmen, was sie seit Jahrhunderten als Käfigvögel beliebt gemacht hat.

Während der Brutzeit verhalten sich Paare territorial und verteidigen ihr Revier aggressiv gegen Artgenossen und andere Höhlenbrüter. Diese Durchsetzungsfähigkeit bei der Konkurrenz um Nistplätze stellt in eingeführten Populationen ein erhebliches ökologisches Problem dar, da einheimische Höhlenbrüter verdrängt werden.

Fortpflanzung & Aufzucht

Mainas leben in der Regel monogam und bilden dauerhafte Paarbindungen. Die Balz umfasst gegenseitiges Putzen des Gefieders, Kopfnicken und gemeinsame Lautäußerungen. Als Höhlenbrüter nutzen sie Baumhöhlen, Mauerspalten, Dachvorsprünge und Nistkästen. Das Nest wird aus Grashalmen, Blättern, Federn und diversen Materialien – darunter nicht selten Kunststofffetzen und Papier – gebaut. Das Gelege umfasst in der Regel vier bis sechs Eier von türkisblauer Farbe. Die Brutdauer beträgt etwa 13 bis 14 Tage; beide Elternvögel beteiligen sich am Brüten und an der Fütterung der Nestlinge. Die Jungvögel verlassen das Nest nach circa 22 bis 25 Tagen und werden noch einige Wochen von den Altvögeln geführt. In tropischen Regionen sind zwei bis drei Bruten pro Jahr möglich.

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