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Malbaum

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Jäger- & Weidmannssprache > Jäger- & Weidmannssprache

Definition und Überblick

Als Malbaum bezeichnet man in der Jäger- und Weidmannssprache einen Baum, an dem sich Schwarzwild (Wildschweine) nach dem Suhlen reibt und schabt. Der Begriff leitet sich vom mittelhochdeutschen Wort „malen" ab, das so viel wie „reiben" oder „scheuern" bedeutet. Der Malbaum erfüllt für Wildschweine eine wichtige biologische Funktion: Nach dem Bad in der Suhle – einer schlammigen, feuchten Mulde – suchen die Tiere gezielt bestimmte Bäume auf, um sich daran den Körper zu reiben. Dadurch verteilen sie den Schlamm im Fell und entfernen gleichzeitig Parasiten wie Zecken, Läuse und Hautdassellarven. Der Malbaum ist eines der auffälligsten und am leichtesten erkennbaren Wildzeichen des Schwarzwildes und spielt in der jagdlichen Praxis eine bedeutende Rolle.

Erscheinungsbild und Erkennungsmerkmale

Ein Malbaum ist in der Regel an mehreren eindeutigen Spuren zu erkennen. Die Rinde des Baumes zeigt deutliche Scheuerstellen, die durch das wiederholte Reiben der borstigen Schwarte entstehen. An diesen Stellen ist die Borke häufig abgeschabt, geglättet oder vollständig abgelöst. Charakteristisch sind außerdem anhaftende Schlammreste und Erdkrusten, die vom Suhlen stammen und beim Schabvorgang am Stamm zurückbleiben. Nicht selten finden sich auch einzelne Borsten (Jägersprache für die Haare des Schwarzwildes) in der Rinde eingebettet.

Die Höhe der Scheuerspuren am Stamm gibt dem erfahrenen Jäger Aufschluss über die Stärke des Wildes, also dessen Größe und Alter. Markierungen in Bodennähe deuten auf Frischlinge oder Überläufer hin, während Spuren in größerer Höhe – etwa auf Bauchhöhe eines ausgewachsenen Keilers – auf ein starkes, kapitales Stück schließen lassen. Erfahrene Weidmänner können anhand der Frische der Schlammreste und der Feuchtigkeit der Scheuerspuren zudem abschätzen, wann das Wild den Baum zuletzt aufgesucht hat.

Bevorzugte Baumarten und Standorte

Nicht jeder Baum eignet sich als Malbaum. Schwarzwild bevorzugt bestimmte Baumarten, deren Rindenbeschaffenheit das Scheuern begünstigt. Besonders häufig werden folgende Bäume als Malbäume genutzt:

  • Kiefern – Die harzige, raue Rinde bietet eine ideale Reibefläche. Das austretende Harz wirkt zudem als natürliches Mittel gegen Ektoparasiten.
  • Fichten – Ähnlich wie Kiefern bieten sie durch ihre schuppige Borke gute Scheuermöglichkeiten.
  • Eichen – Ihre grobe, tief gefurchte Rinde wird ebenfalls gern angenommen.
  • Buchen – Seltener genutzt, da die glatte Rinde weniger Reibewiderstand bietet, dennoch in buchendominerten Revieren anzutreffen.

Malbäume stehen fast immer in unmittelbarer Nähe einer Suhle oder eines Suhlplatzes. Der typische Abstand beträgt nur wenige Meter bis maximal einige Dutzend Meter. Oft bilden Suhle und Malbaum zusammen mit den Wechseln (regelmäßig genutzten Wildpfaden) ein zusammenhängendes System, das vom Schwarzwild über Monate oder sogar Jahre hinweg aufgesucht wird. Solche eingespielten Plätze werden in der Jägersprache gelegentlich auch als Einstand oder Teil des Einstandes bezeichnet.

Biologische Funktion

Das Malen erfüllt mehrere biologische Zwecke gleichzeitig. Der primäre Nutzen liegt in der Parasitenabwehr. Durch das Suhlen legt sich eine Schlammschicht auf die Schwarte, die beim Trocknen Parasiten einschließt. Am Malbaum wird diese Kruste dann abgerieben, wodurch die eingeschlossenen Schädlinge mechanisch entfernt werden. Bei harzreichen Baumarten wie der Kiefer kommt eine zusätzliche insektizide Wirkung des Baumharzes hinzu, das sich im Fell verteilt.

Darüber hinaus dient das Malen der Thermoregulation. Der feuchte Schlamm kühlt den Körper, und das anschließende Reiben fördert die Durchblutung der Haut. Im Sommer suchen Sauen besonders intensiv Suhlen und Malbäume auf, um sich gegen Hitze und Insektenbefall zu schützen. Im Winter hat das Verhalten eine geringere Bedeutung, wird aber nicht vollständig eingestellt.

Einige Wildbiologen vermuten zudem eine Markierungsfunktion. Besonders Keiler hinterlassen beim Malen Duftspuren aus Hautdrüsensekreten am Baum, die anderen Artgenossen Informationen über Präsenz, Geschlecht und Paarungsbereitschaft vermitteln können. Diese olfaktorische Kommunikation ist allerdings noch nicht vollständig erforscht.

Bedeutung für die Jagdpraxis

Für den Jäger ist der Malbaum ein wertvolles Anzeichen dafür, dass ein Revier regelmäßig von Schwarzwild genutzt wird. Das Erkennen und richtige Deuten von Malbäumen gehört zum Grundwissen der Revierkunde und wird bereits in der Jägerprüfung abgefragt. Zusammen mit anderen Wildzeichen wie Fährten, Gebreche (Wühlstellen), Mäusern (abgeriebenen Haaren) und Losung (Kot) ergibt sich ein Gesamtbild der Schwarzwildaktivität im Revier.

In der praktischen Jagdausübung werden Malbäume und die dazugehörigen Suhlen häufig als Standorte für den Ansitz gewählt. Da Schwarzwild diese Plätze in der Regel zur Dämmerung oder während der Nacht aufsucht, bieten sie gute Möglichkeiten für die abendliche oder nächtliche Jagd. Manche Jäger errichten in der Nähe eines