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Malermuschel

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Tierart – Wirbellose > Weichtiere – Muscheln & Co

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Unio pictorum
  • Ordnung: Unionida (Flussmuscheln)
  • Familie: Unionidae (Flussperlmuscheln i. w. S.)
  • Gattung: Unio
  • Lebensraum: Langsam fließende Flüsse, Kanäle und Seen mit schlammigem oder sandigem Grund
  • Größe: 7–15 cm Schalenlänge, in Ausnahmefällen bis 20 cm
  • Gewicht: 50–150 g
  • Lebenserwartung: 10–15 Jahre, unter günstigen Bedingungen bis 25 Jahre

Aussehen & Merkmale

Die Malermuschel besitzt eine längliche, elliptische Schale, die im Vergleich zu anderen heimischen Großmuscheln relativ dünnwandig und leicht ist. Die beiden Schalenhälften (Klappen) sind durch ein elastisches Schlossband (Ligament) am Rückenrand miteinander verbunden. Das Schloss selbst ist schwach ausgebildet und trägt nur rudimentäre Zähne – ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal gegenüber der nahe verwandten Gemeinen Flussmuschel (Unio crassus), deren Schlosszähne deutlich kräftiger sind.

Die Schalenoberfläche zeigt eine grünlich-braune bis dunkelbraune Färbung. Deutlich erkennbare konzentrische Zuwachsstreifen geben Aufschluss über Alter und Wachstumsbedingungen. Das Periostracum, die äußere organische Schalenschicht, kann bei älteren Exemplaren am Wirbel (Umbo) abgerieben sein, sodass dort die weiße Kalkschicht freigelegt wird. Die Innenseite der Schale ist mit einer glatten, perlmuttartig schimmernden Schicht (Hypostracum) ausgekleidet. Gerade diese Perlmuttschicht gab der Art ihren deutschen Namen: Maler nutzten die Schalen früher als kleine Palette oder Näpfchen zum Anrühren und Aufbewahren von Farben.

Der Weichkörper im Schaleninneren besteht aus dem Mantel, der die Schale auskleidet, den beiden großen Kiemenblättern, dem keilförmigen Fuß sowie den Ein- und Ausströmöffnungen (Siphonen) am Hinterende.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Malermuschel erstreckt sich über weite Teile Europas – von den Britischen Inseln und Südskandinavien im Westen und Norden bis nach Russland und in den Kaukasus im Osten. In Südeuropa kommt sie in Teilen Italiens und auf dem Balkan vor. In Deutschland ist sie in allen größeren Flusssystemen wie Rhein, Elbe, Donau, Weser und Oder vertreten.

Ihr bevorzugtes Habitat sind stehende oder langsam fließende Gewässer mit schlammigem, sandigem oder feinkiesigem Substrat. Man findet sie in Flussunterläufen, Altarmen, Kanälen und nährstoffreichen Seen. Im Gegensatz zur Flussperlmuschel (Margaritifera margaritifera), die saubere, nährstoffarme Bäche benötigt, toleriert die Malermuschel eine moderate Eutrophierung. Sie meidet allerdings stark verschmutzte Gewässer und Bereiche mit grobem Geröll oder starker Strömung.

Ernährung

Wie alle Großmuscheln der Familie Unionidae ist die Malermuschel ein Filtrierer. Sie zieht über die Einströmöffnung Wasser in den Kiemenraum, wo feine Partikel – Phytoplankton, Bakterien, Detritus und organische Schwebstoffe – an den mit Schleim überzogenen Kiemenlamellen haften bleiben. Durch Wimpernschlag werden die Nahrungspartikel zu den Mundlappen (Labialpalpen) transportiert, die ungenießbare Teilchen aussortieren. Die Ausströmöffnung leitet das gefilterte Wasser und Abfallstoffe wieder aus. Ein einzelnes Tier kann pro Tag mehrere Liter Wasser filtrieren und leistet damit einen erheblichen Beitrag zur biologischen Gewässerreinigung.

Verhalten & Lebensweise

Die Malermuschel lebt eingegraben im Gewässergrund, wobei das Hinterende mit den Siphonen knapp über die Sedimentoberfläche ragt. Sie ist weitgehend ortsfest, kann sich jedoch mit Hilfe ihres muskulösen Fußes langsam durch das Substrat bewegen. Diese Fortbewegung findet vor allem bei ungünstigen Bedingungen statt – etwa bei sinkendem Wasserstand oder Sauerstoffmangel. Die Aktivität ist grundsätzlich nicht an einen festen Tag-Nacht-Rhythmus gebunden, doch zeigen Untersuchungen eine leicht erhöhte Filtriertätigkeit in den Nachtstunden.

Malermuscheln leben in lockeren Ansammlungen, sogenannten Muschelbänken, ohne ein echtes soziales Verhalten auszubilden. Im Winter reduzieren sie bei sinkenden Temperaturen ihre Stoffwechselaktivität deutlich und graben sich tiefer in das Sediment ein.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Fortpflanzung der Malermuschel folgt dem für Unionidae typischen, komplexen Entwicklungszyklus mit einem obligaten parasitären Larvenstadium. Die Geschlechter sind in der Regel getrennt, wobei sich männliche und weibliche Tiere äußerlich kaum unterscheiden lassen. Die Fortpflanzungsperiode liegt im Sommer. Das Männchen gibt Spermien ins freie Wasser ab, die vom Weibchen mit dem Atemwasser aufgenommen werden. Die Befruchtung erfolgt im Kiemenraum, wo sich die Eier in speziellen Bruttaschen (Marsupien) an den äußeren Kiemenblättern zu Larven entwickeln.

Die Larven, sogenannte Glochidien, sind nur etwa 0,2 mm groß und tragen zwei winzige, mit Hakenzähnen besetzte Klappen. Im Spätsommer oder Herbst werden sie ins Wasser ausgestoßen. Um ihre Entwicklung fortsetzen zu können, müssen sie sich an den Kiemen oder Flossen eines geeigneten Wirtsfisches anheften. Dort werden sie vom Fischgewebe umkapselt und leben mehrere Wochen als Parasiten, während sie sich zur Jungmuschel umwandeln. Als Wirtsfische dienen verschiedene Arten, darunter Flussbarsch (Perca fluviatilis), Dreistachliger Stichling (