T Tierlexikon.net
← Lexikon

Manta

M

Tierart – Fische > Knorpelfische – Haie & Rochen

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Mobula birostris (Riesenmanta), Mobula alfredi (Riffmanta)
  • Ordnung: Myliobatiformes (Stechrochenartige)
  • Familie: Mobulidae (Teufelsrochen)
  • Gattung: Mobula
  • Lebensraum: Tropische und subtropische Meere, pelagisch und küstennah
  • Größe: Riesenmanta bis 7 m Spannweite (selten bis 9 m), Riffmanta bis 5,5 m
  • Gewicht: Riesenmanta bis ca. 2.000 kg, Riffmanta bis ca. 700 kg
  • Lebenserwartung: Geschätzt 40–50 Jahre, möglicherweise länger

Aussehen & Merkmale

Mantas gehören zu den größten Rochen und damit zu den größten Knorpelfischen überhaupt. Ihr Körper ist extrem dorsoventral abgeflacht und bildet zusammen mit den stark vergrößerten Brustflossen eine rautenförmige Scheibe. Die Oberseite ist dunkel gefärbt – je nach Art schwarz, dunkelgrau oder bräunlich – während die Unterseite überwiegend weiß ist und individuelle Fleckenmuster aufweist. Diese Bauchmuster sind bei jedem Tier einzigartig und dienen Forschern zur Identifikation einzelner Individuen, vergleichbar mit einem Fingerabdruck.

Ein auffälliges Merkmal sind die beiden beweglichen Kopfflossen, die sogenannten Cephalflossen. Sie sitzen links und rechts am Kopf und können eingerollt oder trichterförmig aufgestellt werden, um Wasser und darin enthaltene Nahrungspartikel gezielt zum Maul zu leiten. Das breite, endständige Maul befindet sich – anders als bei den meisten Rochenarten – an der Vorderseite des Kopfes statt an der Unterseite. Die Kiemenspalten liegen ventral und sind mit feinen Filterstrukturen, den sogenannten Kiemenreusen, ausgestattet.

Mantas besitzen keinen Giftstachel am Schwanz, was sie von vielen anderen Stechrochenartigen unterscheidet. Die Haut ist mit winzigen Placoidschuppen (Hautzähnchen) bedeckt, die eine ähnliche Struktur wie Haizähne aufweisen und die Strömungseigenschaften im Wasser verbessern.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Mantas erstreckt sich über tropische und subtropische Gewässer aller Ozeane, grob zwischen dem 35. nördlichen und dem 35. südlichen Breitengrad. Der Riesenmanta (Mobula birostris) ist pelagisch orientiert und unternimmt teils weite Wanderungen über offenes Meer. Der Riffmanta (Mobula alfredi) hält sich dagegen stärker in küstennahen Habitaten auf, insbesondere in der Nähe von Korallenriffen, Atollen und vorgelagerten Inseln.

Beide Arten bevorzugen Gebiete mit hoher Planktonproduktivität. Saisonale Strömungsmuster, Auftriebszonen und Flussmündungen mit nährstoffreichem Wasser bilden wichtige Nahrungs- und Versammlungsgebiete. Bestimmte Riffabschnitte dienen als sogenannte Putzerstationen, an denen sich Mantas regelmäßig einfinden, um sich von Putzerfischen und Putzergarnelen Parasiten entfernen zu lassen. Diese Stationen stellen zentrale Anlaufpunkte im Biotop der Tiere dar und werden teilweise über Jahre hinweg immer wieder aufgesucht.

Ernährung

Mantas sind Filtrierer. Ihre Nahrung besteht überwiegend aus Zooplankton, vor allem Ruderfußkrebsen (Copepoden), Krillarten und den Larven verschiedener Krebstiere und Fische. Beim Fressen schwimmen sie mit weit geöffnetem Maul und aufgestellten Cephalflossen durch dichte Planktonwolken. Das einströmende Wasser wird über die Kiemenreusen gefiltert, wobei die Nahrungspartikel zurückgehalten und anschließend geschluckt werden.

In besonders planktonreichen Zonen zeigen Mantas ein charakteristisches Fressverhalten: Sie drehen sich in engen Loopings oder Spiralen, um wiederholt durch dieselbe Planktonkonzentration zu schwimmen. In solchen Situationen können sich auch mehrere Dutzend Tiere an einem Ort zusammenfinden und in losen Gruppen fressen – ein Verhalten, das als Kettenfressen bezeichnet wird, wenn die Tiere dabei hintereinander kreisen.

Verhalten & Lebensweise

Mantas sind überwiegend tagaktiv, können aber auch nachts beim Fressen beobachtet werden, insbesondere wenn Plankton durch künstliche Lichtquellen angelockt wird. Sie sind keine ausgesprochen sozialen Tiere, bilden aber an Futtergründen und Putzerstationen lockere Aggregationen. Feste Reviere verteidigen sie nicht; stattdessen nutzen sie große Streifgebiete, die je nach Nahrungsangebot saisonal variieren.

Mantas gehören zu den wenigen Fischarten, die den Spiegeltest zumindest teilweise bestehen, was auf ein gewisses Maß an Selbstwahrnehmung hindeutet. Sie zeigen außerdem individuelles Erkundungsverhalten und suchen aktiv die Nähe von Tauchern, ohne Scheu zu zeigen. Das Gehirn der Mantas ist im Verhältnis zur Körpergröße größer als bei den meisten anderen Fischen und weist ein gut entwickeltes Großhirn auf.

Ein häufig beobachtetes Verhalten ist das Springen aus dem Wasser (Breaching). Die Tiere katapultieren sich dabei teilweise vollständig über die Wasseroberfläche. Die Funktion dieses Verhaltens ist nicht abschließend geklärt; diskutiert werden Kommunikation, Parasitenentfernung und Balzverhalten.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Fortpflanzung der Mantas verläuft langsam. Die Geschlechtsreife wird je nach Art und Population mit etwa 8 bis 15 Jahren erreicht. Die Balz umfasst sogenannte Mantazüge, bei denen ein oder mehrere Männchen einem Weibchen über längere Strecken folgen. Die Paarung erfolgt Bauch an Bauch; das Männchen führt einen seiner beiden Klasper in die Kloake des Weibchens ein.

Mantas sind ovovivipar – die befruchteten Eier