Marans
MRassen > Hühnerrassen
Steckbrief
- Herkunft: Marans, Département Charente-Maritime, Frankreich
- Rassestandard: Anerkannt durch den BDRG (Bund Deutscher Rassegeflügelzüchter) sowie den französischen Zuchtverband (Marans Club de France); in Frankreich seit 1931 standardisiert
- Gewichtsklasse: Schweres Huhn
- Gewicht Hahn: 3,5–4,0 kg
- Gewicht Henne: 2,5–3,0 kg
- Legeleistung: ca. 150–200 Eier pro Jahr
- Eigewicht: mindestens 65 g, häufig 70–85 g
- Eierfarbe: Dunkelbraun bis schokoladenbraun (sog. „Schokoladeneier")
- Lebenserwartung: 6–8 Jahre, bei guter Haltung bis 10 Jahre
- Gefieder/Farbschläge: Kupfer-schwarzkupfer, Weiß, Schwarz, Gesperbert, Silber-schwarzkupfer, Weizenfarben, Blau-kupfer u. a.
Herkunft & Geschichte
Die Marans-Hühner stammen aus der gleichnamigen Hafenstadt Marans im Westen Frankreichs. Ihre Abstammung geht auf Kreuzungen lokaler Landhuhnschläge mit asiatischen Rassen zurück, die im 19. Jahrhundert über den Seehandel in die Region gelangten. Insbesondere Croad-Langschan, Brahma und Gatinaise trugen zur Entstehung dieser robusten Zweinutzungsrasse bei. Auf der Pariser Ausstellung von 1914 wurden Marans erstmals einer breiteren Öffentlichkeit vorgestellt, bevor die Rasse 1931 offiziell im französischen Rassestandard anerkannt wurde.
International erlangte das Marans-Huhn vor allem durch seine einzigartig dunkelbraunen Eier Berühmtheit. Der britische Schriftsteller Ian Fleming soll sie als „die besten Eier der Welt" bezeichnet haben – eine Anekdote, die James-Bond-Kenner mit der Figur verknüpfen. In Deutschland hat die Rasse insbesondere seit den 1990er-Jahren an Popularität gewonnen. Der Sonderverein der Marans-Züchter innerhalb des BDRG setzt sich seitdem intensiv für die Zucht und den Erhalt der Rasse ein.
Aussehen & Rassemerkmale
Marans sind kräftige, gut bemuskelte Hühner mit einem breiten Körperbau und einer stolzen, leicht aufrechten Haltung. Der Rumpf ist langgestreckt und waagerecht getragen, was ihnen ein elegantes und zugleich robustes Erscheinungsbild verleiht. Der Kopf ist mittelgroß mit einem einfachen, aufrechten Kamm, der fünf bis sieben Zacken aufweist. Die Ohrscheiben sind rot, die Augen orangerot bis dunkelrot.
Ein besonderes Merkmal ist die leichte Befiederung der Läufe – ein Erbe der asiatischen Vorfahren. Im französischen Standard wird diese Laufbefiederung ausdrücklich gefordert, während der englische Standard glattbeinige Varianten bevorzugt. In Deutschland werden beide Varianten gezüchtet, wobei die befiederte Form dem Originalstandard entspricht.
Der beliebteste und bekannteste Farbschlag ist Kupfer-Schwarz (noir cuivré): Die Hennen zeigen ein tiefschwarzes Gefieder mit kupferfarbenen Halsfedern, während die Hähne eine prachtvolle kupfergoldene Halsbehangung und Sattelbehangung über dem metallisch schwarzgrün glänzenden Körpergefieder tragen. Weitere anerkannte Farbschläge umfassen Weiß, Schwarz, Gesperbert und Weizenfarben.
Das herausragendste Rassemerkmal bleibt jedoch die außergewöhnliche Eierfarbe. Die dicke, dunkelbraune Schale entsteht durch eine spezielle Pigmentierung im Legedarm und gilt als Qualitätskriterium bei Ausstellungen. Je dunkler das Ei, desto höher die Bewertung – gemessen wird nach einer Farbskala von 1 bis 9, wobei Zuchttiere idealerweise Eier ab Stufe 4 aufwärts produzieren sollten.
Charakter & Wesen
Marans gelten als ruhige, ausgeglichene Hühner mit einem freundlichen Wesen. Sie sind weder schreckhaft noch übermäßig aufgeregt und fügen sich harmonisch in bestehende Herden ein. Gegenüber ihren Haltern zeigen sie sich zutraulich und neugierig, ohne dabei aufdringlich zu werden. Die Hähne sind wachsam und beschützen ihre Herde zuverlässig, ohne dabei übermäßig aggressiv aufzutreten.
Ihr aktives, aber nicht hektisches Temperament macht sie zu angenehmen Gartenhühnern. Marans sind eifrige Futtersucher und durchstreifen ihr Gelände gründlich, was sie als Selbstversorger im Freilauf besonders effizient macht. Trotz ihrer Eigenständigkeit lassen sie sich gut an feste Routinen gewöhnen und werden bei regelmäßigem Kontakt handzahm.
Haltung & Pflege
Als robuste Landhuhnrasse stellen Marans keine übertriebenen Ansprüche an ihre Haltung. Dennoch sollten einige Grundvoraussetzungen erfüllt sein, um das Wohlbefinden der Tiere zu sichern:
- Auslauf: Marans benötigen großzügigen Freilauf. Ein abwechslungsreich gestaltetes Gehege mit Wiese, Büschen und Schattenplätzen kommt ihrem ausgeprägten Erkundungstrieb entgegen. Mindestens 10 Quadratmeter pro Tier im Auslauf sind empfehlenswert.
- Stall: Ein trockener, zugfreier Stall mit ausreichend Sitzstangen und Legenestern genügt. Die Sitzstangen sollten aufgrund des höheren Gewichts stabil und nicht zu hoch angebracht sein, um Verletzungen beim Abspringen zu vermeiden.
- Gefiederpflege: Die leichte Laufbefiederung sollte bei feuchter Witterung kontrolliert werden, da verklumpte oder verschmutzte Federn an den Läufen zu Hautreizungen führen können. Regelmäßige Sandbäder helfen gegen Parasiten und halten das Gefieder in gutem Zustand.
- Beschäftigung: