Marder
MRassen > Kaninchenrassen
Steckbrief
- Herkunft: Deutschland
- Rassestandard: Zentralverband Deutscher Rasse-Kaninchenzüchter (ZDRK), Standard-Nr. in der Abteilung Kleine Rassen
- Gewicht: 2,50 – 3,25 kg (Idealgewicht ca. 3,00 kg)
- Körperbau: Gedrungen, walzenförmig, kompakt
- Fell/Farben: Kurzes, dichtes Fell mit charakteristischer Marderzeichnung in den Farbschlägen Braun und Gelb
- Lebenserwartung: 8 – 12 Jahre
- Zuchtverband: ZDRK sowie angeschlossene Landesverbände
Herkunft & Geschichte
Das Marderkaninchen gehört zu den traditionsreichen deutschen Kaninchenrassen, deren Zuchtgeschichte bis in die 1920er-Jahre zurückreicht. Der Name leitet sich nicht etwa von einer Verwandtschaft mit dem gleichnamigen Raubtier ab, sondern von der auffälligen Fellzeichnung, die an den Pelz eines Baummarders erinnert. Die Abstammung geht auf gezielte Kreuzungen verschiedener Rassen zurück, darunter unter anderem Russenkaninchen, Havanna und Blauer Wiener. Ziel der frühen Züchter war es, ein Kaninchen mit besonders edlem, marderähnlichem Fellbild zu schaffen, das sowohl als Pelz- als auch als Ausstellungstier Beachtung finden sollte.
In den 1930er-Jahren wurde die Rasse erstmals auf deutschen Ausstellungen vorgestellt. Nach dem Zweiten Weltkrieg erlebte die Zucht einen Rückgang, doch engagierte Züchter sorgten dafür, dass das Marderkaninchen erhalten blieb. Heute wird die Rasse vorwiegend als Ausstellungs- und Liebhaberkaninchen gehalten. Der ZDRK führt den Rassestandard, der die Zuchtrichtlinien und Bewertungsmaßstäbe für Ausstellungen festlegt.
Aussehen & Rassemerkmale
Das Marderkaninchen besticht durch seinen kompakten, walzenförmigen Körperbau mit guter Bemuskelung und abgerundeter Hinterpartie. Der Kopf ist kräftig und sitzt dicht am Körper, die Ohren sind mittelgroß und erreichen eine Länge von etwa 9 bis 10 Zentimetern. Sie werden aufrecht und dicht beieinanderstehend getragen.
Das herausragende Merkmal dieser Rasse ist die sogenannte Marderzeichnung. Das Fell zeigt eine intensive Grundfarbe, die an den Flanken und am Rumpf etwas aufgehellt erscheint, während Kopf, Ohren, Läufe und Blumenoberseite deutlich dunkler gefärbt sind. Dieser Farbverlauf – auch Abdunklung genannt – ist das zentrale Rassemerkmal und wird bei Ausstellungen besonders streng bewertet.
Es existieren zwei anerkannte Farbschläge:
- Marder Braun: Die Grundfarbe ist ein sattes, warmes Braun mit dunkelbrauner Abdunklung an den Extremitäten. Die Augen sind braun.
- Marder Gelb: Die Grundfarbe ist ein kräftiges Gelb bis Orangegelb mit deutlicher Abdunklung. Die Augen sind ebenfalls braun.
Das Fell ist dicht, griffig und von feiner Struktur mit guter Unterwolle. Die Felllänge entspricht dem Normalhaartyp. Auffallend ist der seidige Glanz, der dem Fell seinen besonderen Reiz verleiht.
Charakter & Wesen
Marderkaninchen gelten als ausgeglichene, ruhige Tiere mit einem freundlichen Wesen. Sie sind neugierig und zeigen nach einer Eingewöhnungsphase eine deutliche Bindung zu ihren Bezugspersonen. Im Vergleich zu manch anderen Rassen sind sie weniger schreckhaft und lassen sich gut handhaben, was sie auch für die Zucht und Ausstellungspräsentation angenehm macht.
Die Tiere sind gesellig und sollten keinesfalls einzeln gehalten werden. Im Umgang untereinander zeigen sie sich in der Regel sozialverträglich. Gegenüber Menschen verhalten sich gut sozialisierte Marderkaninchen zutraulich und verspielt, ohne dabei übermäßig fordernd zu sein. Ihre ruhige Art macht sie zu angenehmen Begleitern, die trotzdem über einen gesunden Bewegungsdrang verfügen.
Haltung & Pflege
Für die artgerechte Haltung benötigen Marderkaninchen ausreichend Platz. Ein großzügiger Stall mit mindestens zwei Quadratmetern Grundfläche pro Tier plus täglichem Auslauf ist das Minimum. Besser geeignet sind Gehege mit dauerhaftem Zugang zu einem gesicherten Freilauf. Die Tiere eignen sich sowohl für die Außen- als auch für die Innenhaltung, wobei bei Außenhaltung ein wetterfester, isolierter Unterschlupf vorhanden sein muss.
Die Fellpflege ist beim Marderkaninchen unkompliziert. Das Normalfell benötigt kein regelmäßiges Bürsten, lediglich während des Fellwechsels im Frühjahr und Herbst empfiehlt es sich, lose Haare durch vorsichtiges Bürsten zu entfernen. Dadurch wird gleichzeitig die Bildung von Haarballen im Verdauungstrakt reduziert. Krallenpflege sollte regelmäßig kontrolliert und bei Bedarf durchgeführt werden. Saubere Einstreu und eine hygienische Umgebung sind selbstverständlich.
Zur artgerechten Beschäftigung eignen sich Tunnel, Plattformen, Zweige zum Benagen und abwechslungsreich gestaltete Gehege. Die Tiere brauchen Rückzugsmöglichkeiten ebenso wie Anreize zur Bewegung.
Ernährung
Die Ernährung des Marderkaninchens entspricht den allgemeinen Grundsätzen der Kaninchenernährung. Heu bildet die Basis und muss rund um die Uhr in unbegrenzter Menge zur Verfügung stehen. Es ist essenziell für die Verdauung und den Zahnabrieb. Ergänzt wird der Speiseplan durch frisches Grünfutter wie Wiesenkräuter, Löwenzahn, Spitzwegerich, Petersilie und verschiedene Salate.
Gemüsesorten wie Fenchel, Sellerie, Möhren und Pastinaken können täglich angeboten werden. Obst sollte wegen des hohen Zuckergehalts nur