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Mauerassel

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Tierart – Wirbellose > Krebstiere

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Oniscus asellus Linnaeus, 1758
  • Ordnung: Asseln (Isopoda)
  • Unterordnung: Landasseln (Oniscidea)
  • Familie: Oniscidae
  • Gattung: Oniscus
  • Lebensraum: Feuchte, schattige Habitate – unter Steinen, Totholz, Laub, Mauerwerk, in Kellern und Gärten
  • Größe: 10–18 mm Körperlänge
  • Gewicht: ca. 0,5–1 g
  • Lebenserwartung: 2–3 Jahre

Aussehen & Merkmale

Die Mauerassel besitzt einen dorsoventral abgeflachten, oval gestreckten Körper, der aus einem Kopf (Cephalon), sieben freien Brustabschnitten (Pereonsegmenten) und einem verwachsenen Hinterleib (Pleon) mit kurzem, dreieckigem Telson besteht. Jedes Pereonsegment trägt ein Paar Schreitbeine – insgesamt also sieben Beinpaare. Die Körperoberfläche ist glatt und leicht glänzend, was die Mauerassel von der ähnlich verbreiteten Kellerassel (Porcellio scaber) unterscheidet, deren Panzer eine deutlich rauere, körnige Textur aufweist.

Die Grundfärbung variiert von schiefergrau über dunkelbraun bis gelblich-braun. Charakteristisch sind helle, unregelmäßig geformte Flecken an den Seitenrändern der Pereonsegmente, die der Art ein marmoriertes Erscheinungsbild verleihen. Der Panzer besteht aus einem chitinösen Exoskelett, das mit Kalkeinlagerungen versteift ist. Am Kopf sitzen zwei deutlich sichtbare, gegliederte Antennen, wobei die ersten Antennen stark reduziert und nur bei genauer Betrachtung erkennbar sind. Die zusammengesetzten Facettenaugen befinden sich seitlich am Kopf.

Am Hinterleib befinden sich die Pleopoden, umgewandelte Extremitäten, die bei Landasseln als Atmungsorgane dienen. Bei Oniscus asellus tragen die Exopoditen der ersten beiden Pleopodenpaare sogenannte Pseudotracheen – fein verästelte, luftgefüllte Strukturen, die den Gasaustausch ermöglichen. Diese Pseudotracheen sind weniger ausgeprägt als bei trockenheitsresistenteren Arten wie der Rollassel (Armadillidium vulgare), was die stärkere Feuchtigkeitsabhängigkeit der Mauerassel erklärt.

Lebensraum & Verbreitung

Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet der Mauerassel umfasst weite Teile Europas, von der Iberischen Halbinsel bis Skandinavien und von den Britischen Inseln bis Osteuropa. Durch menschliche Verschleppung hat sich die Art mittlerweile als Kosmopolit in Nordamerika, Südafrika, Australien und anderen Regionen mit gemäßigtem Klima etabliert.

Als typisches Biotop bevorzugt die Mauerassel feuchte, schattige Standorte. Sie lebt unter Steinen, Rinde, Totholz und Laubschichten in Wäldern, Hecken und Gärten. Besonders häufig findet sie sich in unmittelbarer Nähe menschlicher Siedlungen – in altem Mauerwerk, Kellern, Komposthaufen und Gewächshäusern. Der Name „Mauerassel" leitet sich von dieser Vorliebe für Spalten und Ritzen in Mauern und Gebäudefundamenten ab. Sie meidet trockene und stark besonnte Flächen, da sie über keine wirksame Verdunstungsbarriere verfügt und bei niedriger Luftfeuchtigkeit rasch austrocknet. Geeignete Mikrohabitate weisen in der Regel eine relative Luftfeuchtigkeit von über 80 Prozent auf.

Ernährung

Die Mauerassel ist ein Saprophage, also ein Zersetzer abgestorbener organischer Substanz. Ihre Hauptnahrung besteht aus zersetzenden Blättern, verrottendem Holz, abgestorbenen Pflanzenresten und Pilzhyphen. Gelegentlich frisst sie auch Algenbeläge und Flechten auf Mauerwerk und Baumrinde. Frisches, lebendes Pflanzenmaterial wird nur selten und in geringem Umfang angenagt, weshalb die Art in Gärten keinen nennenswerten Schaden verursacht.

Die Verdauung cellulosehaltiger Nahrung wird durch symbiotische Mikroorganismen im Darm unterstützt. Zudem praktiziert die Mauerassel – wie viele andere Landasseln – Koprophagie: Sie nimmt eigenen Kot erneut auf, um die darin enthaltenen Nährstoffe und Mikroorganismen vollständiger zu verwerten. Diese Doppelpassage durch den Darm erhöht die Effizienz der Nährstoffaufnahme erheblich.

Verhalten & Lebensweise

Die Mauerassel ist überwiegend nachtaktiv. Tagsüber verbirgt sie sich in feuchten Verstecken unter Steinen, Laub oder Rindenstücken und wird erst in der Dämmerung aktiv. Bei gestörtem Licht-Dunkel-Rhythmus – etwa in dauerhaft dunklen Kellern – kann sie auch tagsüber umherwandern.

Die Tiere leben gesellig, ohne jedoch komplexe soziale Strukturen auszubilden. An geeigneten Versteckplätzen finden sich häufig Aggregationen von Dutzenden bis Hunderten Individuen. Dieses Verhalten dient weniger der sozialen Interaktion als vielmehr dem gemeinsamen Schutz vor Austrocknung: In dicht gedrängten Gruppen sinkt der individuelle Wasserverlust. Mauerasseln zeigen eine ausgeprägte negative Phototaxis (Lichtmeidung) und eine positive Thigmotaxis (Vorliebe für Körperkontakt mit festen Oberflächen), was ihr typisches Verhalten in engen Spalten erklärt.

Anders als die Rollassel kann sich Oniscus asellus bei Gefahr nicht zu einer Kugel einrollen. Stattdessen flüchtet sie rasch in den nächsten dunklen Unterschlupf oder drückt sich flach an den Untergrund.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Paarungszeit erstreckt sich in Mitteleuropa vorwiegend von Frü