Mauergecko
MTierart – Reptilien > Echsen – Geckos
Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Tarentola mauritanica
- Ordnung: Schuppenkriechtiere (Squamata)
- Unterordnung: Geckoartige (Gekkota)
- Familie: Geckos (Phyllodactylidae)
- Gattung: Mauergeckos (Tarentola)
- Lebensraum: Felsige Habitate, Mauern, Ruinen und Gebäudefassaden im Mittelmeerraum
- Größe: 12–16 cm Gesamtlänge (inkl. Schwanz)
- Gewicht: 5–12 g
- Lebenserwartung: ca. 7–10 Jahre in freier Wildbahn, in Gefangenschaft bis zu 15 Jahre
Aussehen & Merkmale
Der Mauergecko ist eine gedrungen gebaute, mittelgroße Geckoart mit abgeflachtem Körper und breitem, deutlich vom Rumpf abgesetztem Kopf. Die Grundfärbung der Oberseite variiert zwischen Grau, Graubraun und Sandfarben. Über den Rücken ziehen sich mehrere unregelmäßige, dunklere Querbänder, die bei manchen Individuen kaum erkennbar, bei anderen deutlich ausgeprägt sind. Die Unterseite ist weißlich bis cremefarben und weitgehend ungemustert.
Die Haut ist mit kleinen, körnigen Schuppen bedeckt, zwischen denen sich auf dem Rücken, den Flanken und dem Schwanz auffällige, gekielte Tuberkelschuppen erheben. Diese verleihen dem Tier ein stachelig wirkendes Erscheinungsbild, das es von vielen anderen europäischen Geckoarten unterscheidet. Die Augen sind groß, besitzen eine senkrechte Pupille und werden von einem unbeweglichen, transparenten Schutzschild – der sogenannten Brille – bedeckt, die das Tier regelmäßig mit der Zunge reinigt.
An den Zehen befinden sich verbreiterte Haftlamellen, die mit mikroskopisch feinen Härchen (Setae) besetzt sind. Dieses Haftlamellensystem ermöglicht dem Mauergecko, selbst an glatten, senkrechten Flächen und kopfüber an Decken zu klettern. Im Gegensatz zu vielen Vertretern der Familie Gekkonidae besitzt Tarentola mauritanica keine einziehbaren Krallen – die kleinen Krallen sind stets sichtbar und unterstützen die Fortbewegung auf rauen Untergründen zusätzlich.
Lebensraum & Verbreitung
Das natürliche Verbreitungsgebiet des Mauergeckos erstreckt sich rund um das westliche und zentrale Mittelmeer. Die Art kommt in Nordafrika (Marokko, Algerien, Tunesien, Libyen, Ägypten), auf der Iberischen Halbinsel, in Südfrankreich, Italien, auf den Balearen, Korsika, Sardinien, Sizilien, Malta, Kreta und zahlreichen kleineren Mittelmeerinseln vor. Durch menschlichen Transport – oft als blinder Passagier in Warenlieferungen – hat sich die Art darüber hinaus in Teilen der Kanarischen Inseln, Madeiras sowie vereinzelt an der südamerikanischen Küste und in Nordamerika (Kalifornien, Florida) etabliert.
Als Biotop bevorzugt der Mauergecko trockene, warme Standorte mit ausreichend Versteckmöglichkeiten. Natürliche Habitate sind Felsformationen, Steinmauern, Geröllhalden und aufgelockerte Macchia-Landschaften. Als ausgesprochener Kulturfolger besiedelt er jedoch ebenso gern Hausfassaden, Ruinen, Brückenpfeiler und alte Gemäuer – eine Eigenschaft, der er seinen deutschen Namen verdankt. In städtischen Gebieten trifft man ihn häufig in der Nähe von Straßenlaternen an, deren Licht Insekten anlockt.
Ernährung
Der Mauergecko ernährt sich ausschließlich von tierischer Kost. Sein Nahrungsspektrum umfasst ein breites Angebot an Wirbellosen: Insekten wie Motten, Fliegen, Käfer und Ameisen bilden die Hauptnahrung. Daneben werden Spinnen, Asseln und gelegentlich kleine Hundertfüßer erbeutet. Die Jagd erfolgt überwiegend in der Dämmerung und Nacht im Bereich seiner angestammten Aufenthaltsplätze. Typisch ist die Lauerjagd: Der Gecko verharrt regungslos an einer Wand oder Mauer und schnappt blitzschnell zu, sobald ein Beutetier in Reichweite gelangt. In der Nähe künstlicher Lichtquellen jagt er besonders effizient, da dort die Insektendichte hoch ist.
Verhalten & Lebensweise
Der Mauergecko ist vorwiegend dämmerungs- und nachtaktiv. Tagsüber verbirgt er sich in Mauerritzen, unter Steinen, hinter Fensterläden oder in ähnlichen Spaltenquartieren. Mit Einbruch der Dämmerung verlässt er sein Versteck und bezieht seine Jagdposition an Wänden, Felsen oder Baumstämmen. In den kühleren Monaten reduziert er seine Aktivität erheblich; in den nördlichen Teilen des Verbreitungsgebiets hält er eine mehr oder weniger ausgeprägte Winterruhe.
Mauergeckos sind standorttreue Einzelgänger. Männchen verteidigen ein lockeres Revier gegenüber Artgenossen gleichen Geschlechts. Revierstreitigkeiten werden durch Drohgebärden – seitliches Abflachen des Körpers, Aufrichten auf den Beinen und Lautäußerungen – ausgetragen. Die Art zählt zu den stimmfreudigeren Geckos Europas: Sowohl bei der Revierverteidigung als auch bei der Balz lassen Männchen kurze, wiederholte Klicklaute hören.
Wie viele Geckos besitzt auch der Mauergecko die Fähigkeit zur Autotomie: Bei Gefahr kann der Schwanz an vorgeformten Bruchstellen abgeworfen werden. Der abgetrennte Schwanz zuckt noch einige Minuten weiter und lenkt so potenzielle Fressfeinde ab. Der Schwanz wächst nach, erreicht jedoch selten die Länge und Musterung des Originals und ist innen durch einen Knorpelstab statt durch Wirbelknochen gestützt.
Fortpflanzung & Aufzucht
Die Paarungszeit beginnt im Frühjahr, typischerweise zwischen April und Juni. Männchen suchen akt