Mauswiesel
MTierart – Säugetiere > Raubtiere – Marder
Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Mustela nivalis
- Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
- Familie: Marder (Mustelidae)
- Gattung: Mustela
- Lebensraum: Offene Landschaften, Feld- und Wiesenränder, lichte Wälder, Hecken, Steinmauern
- Größe: Kopf-Rumpf-Länge 11–26 cm, Schwanzlänge 2–8 cm
- Gewicht: 25–250 g (Männchen deutlich schwerer als Weibchen)
- Lebenserwartung: 1–3 Jahre in freier Wildbahn, bis zu 5 Jahre in Gefangenschaft
Aussehen & Merkmale
Das Mauswiesel (Mustela nivalis) ist das kleinste Raubtier der Welt. Sein Körperbau ist extrem langgestreckt und schlank, mit kurzen Beinen und einem auffallend kurzen Schwanz. Gerade diese Körperform ermöglicht es dem Tier, in Mäusegänge einzudringen – eine Eigenschaft, die für seine Jagdstrategie entscheidend ist.
Das Fell ist auf der Oberseite braun bis rotbraun gefärbt, die Unterseite ist scharf abgegrenzt weiß. Die Grenze zwischen Ober- und Unterseite verläuft unregelmäßig wellenförmig, was ein gutes Unterscheidungsmerkmal zum verwandten Hermelin (Mustela erminea) darstellt, bei dem diese Linie gerader verläuft. Der Schwanz des Mauswiesels ist durchgehend braun und trägt – anders als beim Hermelin – keine schwarze Spitze.
In nördlichen Regionen seines Verbreitungsgebiets kann das Mauswiesel im Winter ein vollständig weißes Winterfell ausbilden. In Mitteleuropa tritt dieser Fellwechsel jedoch nur selten und unvollständig auf. Der Geschlechtsdimorphismus ist beim Mauswiesel stark ausgeprägt: Männchen können fast doppelt so schwer werden wie Weibchen. Die Augen sind klein und dunkel, die Ohren kurz und rundlich.
Lebensraum & Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet des Mauswiesels umfasst weite Teile der Nordhalbkugel. Es kommt in Europa, Nordasien, Nordamerika und Teilen Nordafrikas vor. In Europa fehlt es lediglich auf Island und einigen Mittelmeerinseln. Die Art wurde zudem in Neuseeland eingeführt, wo sie heute als invasiv gilt.
Als Habitat bevorzugt das Mauswiesel offene und halboffene Landschaften mit ausreichender Deckung. Typische Biotope sind Feldraine, Heckenlandschaften, Waldränder, Steinmauern, Böschungen und extensiv bewirtschaftetes Grünland. Entscheidend für die Habitatwahl ist weniger der Landschaftstyp als vielmehr die Verfügbarkeit von Beutetieren – vor allem Wühlmäusen. Auch in Siedlungsnähe, etwa in Scheunen und Gärten, kann das Mauswiesel angetroffen werden. In den Alpen ist es bis in Höhenlagen von etwa 3.000 Metern nachgewiesen.
Ernährung
Das Mauswiesel ist ein hochspezialisierter Mäusejäger. Die Nahrung besteht zu über 80 Prozent aus Wühlmäusen, insbesondere der Feldmaus (Microtus arvalis) und der Rötelmaus (Myodes glareolus). Ergänzend werden andere Kleinsäuger, Spitzmäuse, junge Ratten, Eidechsen, Amphibien, Insekten und gelegentlich Vogeleier erbeutet.
Aufgrund seiner geringen Körpergröße und des ungünstigen Verhältnisses von Körperoberfläche zu Körpervolumen hat das Mauswiesel einen extrem hohen Stoffwechsel. Es muss täglich etwa ein Drittel seines Körpergewichts an Nahrung aufnehmen. Entsprechend jagt es sowohl tags als auch nachts in mehreren Aktivitätsphasen. Die Jagd erfolgt überwiegend in den unterirdischen Gangsystemen der Beutetiere, in die das Mauswiesel dank seines schlanken Körpers mühelos eindringen kann. Die Beute wird durch einen gezielten Nackenbiss getötet.
Verhalten & Lebensweise
Mauswiesel sind Einzelgänger, die außerhalb der Paarungszeit jeglichen Kontakt zu Artgenossen meiden. Sowohl Männchen als auch Weibchen besetzen Reviere, wobei die Territorien der Männchen mit 1–25 Hektar deutlich größer sind als die der Weibchen (0,5–4 Hektar). Die Reviergröße schwankt stark in Abhängigkeit vom Nahrungsangebot. Die Reviermarkierung erfolgt über Analdrüsensekrete und Urin.
Die Aktivität des Mauswiesels folgt keinem streng tag- oder nachtaktiven Muster. Stattdessen wechseln sich Aktivitäts- und Ruhephasen über den gesamten 24-Stunden-Zyklus ab, wobei die Ruhephasen selten länger als wenige Stunden dauern. Als Unterschlupf nutzt das Mauswiesel verlassene Mausnester, Felsspalten, Holzstapel oder Steinhaufen. Eigene Baue gräbt es nicht.
Trotz seiner geringen Größe ist das Mauswiesel ein ausgesprochen wehrhaftes und mutiges Tier. In Bedrängnis kann es weit größere Angreifer durch schnelle Bisse und ein streng riechendes Sekret aus den Analdrüsen abwehren. Zu seinen natürlichen Feinden zählen Greifvögel wie Mäusebussard und Turmfalke, Eulen, Füchse, Hermeline und Hauskatzen.
Fortpflanzung & Aufzucht
Die Paarungszeit des Mauswiesels erstreckt sich in Mitteleuropa hauptsächlich von März bis August, kann bei günstigem Nahrungsangebot aber auch in anderen Monaten stattfinden. Anders als beim Hermelin findet beim Mauswiesel keine Keimruhe (verzögerte Einnistung) statt. Die Tragzeit beträgt 34–37 Tage.
Ein Wurf umfasst in der Regel 3–7, selten bis zu 10 Jungtiere. Die Neugeborenen wiegen nur etwa 1–2 Gramm, sind nackt und blind. Sie werden in einem mit Fell und Gras ausgepolsterten