Mechelner
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Steckbrief
- Herkunft: Mechelen (Malines), Belgien
- Rassestandard: Anerkannt durch den BDRG (Bund Deutscher Rassegeflügelzüchter) und den belgischen Zuchtverband; europäischer Standard nach Entente Européenne d'Aviculture (EE)
- Gewichtsklasse: Schweres Huhn
- Gewicht Hahn: 4,0–5,0 kg
- Gewicht Henne: 3,5–4,5 kg
- Legeleistung: ca. 140–160 Eier pro Jahr
- Eigewicht: ca. 55–65 g, Schalenfarbe hellbraun bis cremefarben
- Lebenserwartung: 6–8 Jahre bei artgerechter Haltung
- Gefieder/Farben: Gesperbert (Kuckuckssperberung), seltener weiß, schwarz, blau-gesperbert und columbia
Herkunft & Geschichte
Das Mechelner Huhn – im flämischen Original als „Mechelse Koekoek" und im Französischen als „Coucou de Malines" bekannt – stammt aus der Region um die belgische Stadt Mechelen (französisch: Malines). Die Rasse entstand im 19. Jahrhundert durch gezielte Kreuzungen lokaler belgischer Landhühner mit importierten asiatischen Rassen, insbesondere Brahmas und Cochins. Ziel der Zucht war es, ein schweres, schnellwüchsiges Masthuhn mit hervorragender Fleischqualität zu schaffen, das gleichzeitig robust genug für die Haltung in den Bauernhöfen Flanderns war.
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts avancierte das Mechelner Huhn zum meistgeschätzten Tafelhuhn Belgiens. Das Fleisch der „Poulet de Malines" galt an den Tafeln der europäischen Oberschicht als Delikatesse und konnte sich qualitativ mit dem berühmten Bresse-Huhn messen. Mit der Industrialisierung der Geflügelhaltung im 20. Jahrhundert und dem Aufkommen moderner Hybridrassen ging die Population der Mechelner drastisch zurück. Die Rasse stand zeitweise kurz vor dem Aussterben.
Erst durch das Engagement engagierter Züchter in Belgien, den Niederlanden und Deutschland erlebte das Mechelner Huhn ab den 1980er-Jahren eine Renaissance. Heute wird es von verschiedenen Zuchtverbänden als erhaltungswürdige Rasse gefördert. Die Abstammung ist gut dokumentiert, und ein klar definierter Rassestandard sichert die Reinzucht.
Aussehen & Rassemerkmale
Das Mechelner ist ein imposantes, schweres Huhn mit breiter Brust, kräftigem Körperbau und einer leicht abfallenden Rückenlinie. Der Körper wirkt blockartig und massiv, ohne dabei plump zu erscheinen. Die Läufe sind kräftig, mittellang und leicht befiedert – ein Erbe der asiatischen Vorfahren. Die Lauffarbe ist hell, typischerweise fleischfarben bis rosa-weiß.
Markantestes Merkmal ist die Kuckuckssperberung des Gefieders: Ein regelmäßiges, streifiges Muster aus hellen und dunklen Bändern, das dem Huhn seinen flämischen Beinamen „Koekoek" (Kuckuck) eingebracht hat. Hähne zeigen eine hellere Sperberung als Hennen, was eine Geschlechtsbestimmung bereits bei Küken anhand der Gefiederfarbe ermöglicht – ein züchterisch wertvolles Merkmal, die sogenannte Kennfarbigkeit.
Der Kopf trägt einen einfachen, mittelgroßen Stehkamm mit gleichmäßigen Zacken. Die Ohrscheiben sind rot, die Augen orangerot. Der Schnabel ist kräftig und hell. Insgesamt strahlt das Mechelner Huhn eine ruhige Würde aus, die es deutlich von leichteren, nervöseren Rassen unterscheidet.
Charakter & Wesen
Das Mechelner gehört zu den friedfertigsten und umgänglichsten Hühnerrassen überhaupt. Die Tiere sind ausgesprochen ruhig, zutraulich und gelassen. Sie lassen sich leicht handhaben und werden bei regelmäßigem Kontakt schnell zahm. Hähne zeigen in der Regel ein verträgliches Sozialverhalten und sind selten aggressiv gegenüber dem Halter.
Trotz ihrer Gutmütigkeit sind Mechelner keineswegs scheu. Sie zeigen eine gewisse Wachsamkeit gegenüber Veränderungen in ihrer Umgebung, ohne dabei in hektisches Verhalten zu verfallen. Ihr ruhiges, ausgeglichenes Wesen macht sie zu idealen Hühnern für Familien mit Kindern. Im Vergleich zu leichteren Rassen haben sie einen geringeren Bewegungsdrang und sind weniger flugfreudig, was die Haltung erheblich vereinfacht.
Haltung & Pflege
Mechelner Hühner stellen keine übermäßig hohen Anforderungen an die Haltung, profitieren aber von einigen Anpassungen. Aufgrund ihres hohen Körpergewichts sollten Sitzstangen niedrig angebracht werden – maximal 40 bis 50 cm über dem Boden –, um Fußverletzungen und Ballenprobleme beim Abspringen zu vermeiden. Auch der Zugang zum Stall sollte über flache Rampen statt über steile Leitern erfolgen.
Ein großzügiger Auslauf ist empfehlenswert, auch wenn Mechelner keine ausgesprochenen Weitläufer sind. Sie schätzen es, gemächlich zu scharren und zu picken. Hohe Zäune sind selten nötig, da die schweren Tiere kaum fliegen. Die leichte Laufbefiederung erfordert bei stark schlammigen Ausläufen etwas Aufmerksamkeit, da sich feuchter Schmutz in den Federn festsetzen kann. Eine regelmäßige Kontrolle der Läufe und Zehen gehört zur Grundpflege. Ansonsten beschränkt sich die Gefiederpflege auf die üblichen Maßnahmen: Ein Sandbad zur Parasitenvorbeugung sollte stets zugänglich sein.
Im Winter sind Mechelner durch ihr dichtes Gefieder gut geschützt. Extreme Kälte vertragen sie besser als extreme Hitze – an heißen Sommertagen sollten Schattenplätze und frisches Wasser in ausreichender Menge bereitstehen.
Ernährung
Als schwere Rasse mit guter Fleischansatzleistung haben Mechelner einen höheren Nährstoffbedarf als leichte