Meerforelle
MTierart – Fische > Süßwasserfische – heimisch
Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Salmo trutta trutta
- Ordnung: Lachsartige (Salmoniformes)
- Familie: Lachsfische (Salmonidae)
- Gattung: Salmo
- Lebensraum: Küstengewässer der Nord- und Ostsee, Flüsse und Bäche zur Laichzeit
- Größe: 40–130 cm, in Ausnahmefällen über 130 cm
- Gewicht: 1–15 kg, maximal über 20 kg
- Lebenserwartung: 10–20 Jahre
Aussehen & Merkmale
Die Meerforelle besitzt einen torpedoförmigen, seitlich leicht abgeflachten Körper, der hervorragend an ein Leben in der Strömung angepasst ist. Der Kopf ist relativ groß, das Maul endständig und mit kräftigen Zähnen besetzt, die sowohl auf Ober- und Unterkiefer als auch auf dem Pflugscharbein sitzen. Wie alle Lachsfische trägt die Meerforelle zwischen Rücken- und Schwanzflosse eine kleine Fettflosse, die als typisches Familienmerkmal der Salmonidae gilt.
Die Schuppen sind klein und sitzen fest in der Haut. Die Färbung variiert je nach Lebensphase erheblich: Im Meer zeigt sich die Meerforelle silbrig glänzend mit vereinzelten dunklen Punkten auf der oberen Körperhälfte – ein Erscheinungsbild, das ihr den Beinamen „Silberbarren" unter Anglern eingebracht hat. Beim Aufstieg in die Flüsse dunkelt die Körperfärbung deutlich nach, und die Flanken nehmen bronze- bis olivbraune Töne an. Laichreife Milchner (Männchen) entwickeln zudem einen ausgeprägten Laichhaken am Unterkiefer.
Von der eng verwandten Bachforelle (Salmo trutta fario) unterscheidet sich die Meerforelle vor allem durch ihre silbrige Meeresfärbung und die in der Regel deutlich größere Körperlänge. Genetisch handelt es sich bei Meerforelle, Bachforelle und Seeforelle (Salmo trutta lacustris) um dieselbe Art – Salmo trutta – in unterschiedlichen Lebensformen (Ökotypen).
Lebensraum & Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet der Meerforelle erstreckt sich über die Küsten des nordöstlichen Atlantiks, von Nordspanien über die Britischen Inseln und Skandinavien bis zum Weißen Meer, einschließlich der gesamten Nord- und Ostsee. In Mitteleuropa gehört sie zu den heimischen Fischarten und kommt in zahlreichen Flusssystemen vor, die in Nord- und Ostsee münden.
Als anadrome Wanderfischart nutzt die Meerforelle zwei grundlegend verschiedene Habitate: Ihre Jugendphase verbringt sie in kühlen, sauerstoffreichen Fließgewässern mit kiesigem Grund. Nach ein bis fünf Jahren wandert sie als sogenannter Smolt ins Meer ab, wo sie in den flachen Küstenzonen – dem eigentlichen marinen Biotop – heranwächst. Zur Fortpflanzung kehrt sie in ihre Herkunftsflüsse zurück. Diese enge Bindung an naturnahe Fließgewässer macht sie zu einem guten Indikator für die ökologische Qualität eines Gewässersystems.
Ernährung
Die Nahrung der Meerforelle verändert sich mit den Lebensphasen. Als Jungfisch im Süßwasser ernährt sie sich vorwiegend von Insektenlarven, Bachflohkrebsen und anderen wirbellosen Kleintieren der Gewässersohle. Nach der Abwanderung ins Meer stellt sich die Ernährung auf Fische um: Heringe, Sprotten, Sandaale und Garnelen bilden dann die Hauptnahrung. Die protein- und fettreiche marine Kost ermöglicht das schnelle Wachstum, das die Meerforelle gegenüber der standorttreuen Bachforelle auszeichnet.
Während des Laichaufstiegs in die Flüsse fressen die Tiere kaum oder gar nicht. Sie zehren in dieser Phase von den Fettreserven, die sie im Meer aufgebaut haben.
Verhalten & Lebensweise
Im Meer lebt die Meerforelle überwiegend einzelgängerisch oder in losen Gruppen in küstennahen Gewässern. Sie hält sich bevorzugt in Tiefen zwischen einem und zehn Metern auf, entlang von Tangfeldern, Steinriffen und Sandbänken, wo sie Kleinfischen und Krebstieren nachstellt. Ihre Aktivitätsphasen konzentrieren sich auf die Dämmerung und die Nacht; bei trübem Wasser und Brandung jagt sie jedoch auch tagsüber.
Die Laichwanderung beginnt je nach Region zwischen September und Dezember. Die Tiere legen dabei teils erhebliche Strecken zurück – Wanderungen von über hundert Kilometern flussaufwärts sind keine Seltenheit. Dabei überwinden sie Stromschnellen und kleinere Hindernisse mit kräftigen Sprüngen. Querbauwerke wie Wehre ohne funktionsfähige Fischaufstiegsanlagen können die Wanderung allerdings vollständig unterbinden.
Fortpflanzung & Aufzucht
Die Meerforelle wird mit drei bis fünf Jahren geschlechtsreif. Das Laichgeschäft findet zwischen Oktober und Januar in kiesigen Abschnitten schnell fließender Bäche und Flüsse statt. Das Weibchen (Rogner) schlägt mit kräftigen Schwanzbewegungen eine flache Grube in den Kiesgrund – eine sogenannte Laichgrube. In diese gibt es die Eier ab, die vom Männchen unmittelbar befruchtet werden. Anschließend deckt das Weibchen die Eier mit Kies zu, was sie vor Strömung, Licht und Fressfeinden schützt.
Ein Weibchen produziert je nach Körpergröße zwischen 1.500 und 10.000 Eier. Die Embryonalentwicklung dauert bei winterlichen Wassertemperaturen mehrere Wochen bis Monate. Die Larven schlüpfen im Frühjahr und leben zunächst als Dottersacklarven im Kies, bevor sie als Brütlinge frei schwimmen. Die Jungfische, auch Parr genannt, verbringen ein bis fünf Jahre im Fluss, ehe sie sich durch eine physiologische Umstellung – die Smoltifikation – an das Salzwasser anpassen und ins Meer abwandern. Im Gegensatz zum