Minorka
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Steckbrief
- Herkunft: Insel Menorca (Spanien), weiterentwickelt in Großbritannien und Deutschland
- Rassestandard: BDRG (Bund Deutscher Rassegeflügelzüchter), Europäischer Rassegeflügelstandard
- Gewichtsklasse: Großrasse
- Gewicht Hahn: 2,5–3,5 kg
- Gewicht Henne: 2,0–3,0 kg
- Legeleistung: ca. 160–200 Eier pro Jahr
- Eigewicht: ca. 65–80 g, weiße Schale
- Farbschläge: Schwarz, Weiß, Blau gesäumt
- Lebenserwartung: 6–10 Jahre
- Besonderheit: Auffallend große, weiße Ohrscheiben und leuchtend roter Gesichtsschmuck
Herkunft & Geschichte
Die Minorka – auch Minorca geschrieben – zählt zu den ältesten Mittelmeerrassen und geht auf Landhuhnbestände der Baleareninsel Menorca zurück. Bereits im 18. Jahrhundert gelangten die ersten Tiere mit spanischen Seefahrern und Handelsleuten nach Großbritannien, wo sie schnell Aufmerksamkeit erregten. Britische Züchter erkannten das Potenzial der eleganten schwarzen Hühner mit ihren bemerkenswert großen Eiern und begannen mit einer systematischen Zucht. Im viktorianischen England avancierte die Minorka rasch zum geschätzten Ausstellungshuhn.
Gegen Ende des 19. Jahrhunderts kam die Rasse nach Deutschland, wo sie vom Sonderverein der Minorkazüchter betreut und weiter verfeinert wurde. Der Deutsche Rassegeflügelstandard beschreibt die Minorka bis heute als edle Leichthuhnrasse mediterranen Typs. Im BDRG ist sie als eigenständige Rasse anerkannt, ebenso existiert eine Zwergform. Obwohl die Minorka einst zu den beliebtesten Legerassen Europas gehörte, ist sie heute selten geworden und steht auf den Roten Listen mehrerer Erhaltungszuchtprogramme. Die Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen (GEH) führt sie als bedrohte Nutztierrasse.
Aussehen & Rassemerkmale
Die Minorka ist ein großes, schlankes Huhn mit aufrechter, stolzer Haltung und einem langgestreckten Körperbau. Der Rumpf ist gestreckt und leicht nach hinten abfallend, die Brust breit und gut gerundet. Das Gefieder liegt straff und glatt am Körper an und zeigt beim verbreitetsten Farbschlag ein tiefes, glänzend schwarzes Schwarz mit intensivem grünem Käferglanz. Der weiße Farbschlag wirkt mit seinem reinweißen, seidigen Gefieder besonders edel, während die blau gesäumte Variante seltener anzutreffen ist.
Das auffälligste Rassemerkmal sind die extrem großen, mandelförmigen, reinweißen Ohrscheiben. Sie zählen zu den größten aller Hühnerrassen und sollen glatt, faltenfrei und porzellanartig sein. Im Kontrast dazu steht der leuchtend rote, große Einfachkamm. Beim Hahn ist dieser aufrecht stehend und tief gezackt, bei der Henne fällt er seitlich um. Das Gesicht ist rot, die Kehllappen lang und dünn. Die Augen sind dunkelbraun bis schwarz. Die Läufe sind schieferschwarz beim schwarzen Farbschlag und fleischfarben beim weißen.
Insgesamt verkörpert die Minorka den klassischen mediterranen Hühnertyp: elegant, schlank, leichtfüßig und mit einem lebhaften Ausdruck.
Charakter & Wesen
Minorkas gelten als lebhafte, aufmerksame und recht temperamentvolle Hühner. Sie sind wachsam und registrieren jede Veränderung in ihrer Umgebung sofort. Gegenüber Menschen zeigen sie sich zunächst eher scheu und distanziert, können aber bei regelmäßigem, ruhigem Umgang durchaus zutraulich werden. Aufdringliches Anfassen mögen sie nicht – es sind keine typischen Schoßhühner.
Hähne sind in der Regel verträglich, können aber während der Brutzeit territorial auftreten. Hennen sind untereinander meist friedlich, solange ausreichend Platz vorhanden ist. Auffällig ist die Aktivität und Bewegungsfreude der Rasse: Minorkas sind ausdauernde Futtersucher, die bei Freilauf große Flächen durchstreifen. Trotz ihrer Größe sind sie erstaunlich gute Flieger und überwinden niedrige Zäune mühelos.
Haltung & Pflege
Die Minorka ist eine robuste Rasse, stellt jedoch einige besondere Anforderungen an ihre Haltung. Als Mittelmeerrasse bevorzugt sie trockenes, mildes Klima. Nässe und Kälte verträgt sie weniger gut, insbesondere der große Kamm und die Kehllappen sind bei Frost anfällig für Erfrierungen. Ein trockener, gut isolierter und zugfreier Stall ist daher unerlässlich. Bei strengem Frost empfiehlt sich das Einreiben von Kamm und Kehllappen mit Vaseline oder Melkfett.
Auslauf ist für diese bewegungsfreudige Rasse besonders wichtig. Ein großzügiger Freilauf mit Möglichkeiten zum Scharren und Futtersuchen kommt dem natürlichen Verhalten entgegen. Da Minorkas gut fliegen, sollte die Umzäunung mindestens 1,80 Meter hoch sein oder eine Übernetzung vorhanden sein. Im Stall benötigen die Tiere ausreichend Platz auf den Sitzstangen, wobei die Stangen nicht zu hoch angebracht sein sollten, um Verletzungen beim Absprung zu vermeiden.
Die Gefiederpflege ist unkompliziert. Das straff anliegende Federkleid neigt weder zum Verfilzen noch zum Verschmutzen. Regelmäßige Kontrolle der großen Ohrscheiben auf Verletzungen und der Kämme auf Frostschäden gehört jedoch zum Pflegeprogramm. Ein trockenes Sandbad sollte ganzjährig zur Verfügung stehen.
Ernährung
Die Fütterung der Minorka entspricht grundsätzlich der anderer Legehühner. Ein hochwertiges Alleinfutter für Legehennen mit ausreichendem Eiweißgehalt (ca.