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Mongolische Rennmaus

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Tierart – Säugetiere > Nagetiere

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Meriones unguiculatus
  • Ordnung: Nagetiere (Rodentia)
  • Familie: Langschwanzmäuse (Muridae)
  • Unterfamilie: Rennmäuse (Gerbillinae)
  • Gattung: Rennratten (Meriones)
  • Lebensraum: Steppen, Halbwüsten und Grasländer der Mongolei und angrenzender Regionen
  • Kopf-Rumpf-Länge: 10–13 cm
  • Schwanzlänge: 8–11 cm
  • Gewicht: 50–120 g
  • Lebenserwartung: 2–4 Jahre (in Gefangenschaft bis 5 Jahre)

Aussehen & Merkmale

Die Mongolische Rennmaus ist ein kleines, kompakt gebautes Nagetier mit einem eher rundlichen Körper und verhältnismäßig großen, dunklen Augen. Die Hinterbeine sind deutlich länger als die Vorderbeine, was dem Tier eine aufrechte Sitzposition und schnelle, springende Fortbewegung ermöglicht. Der Schwanz ist annähernd so lang wie der Körper und endet in einer kleinen, buschigen Quaste aus dunklem Haar – ein Merkmal, das die Art von vielen anderen Kleinnagern unterscheidet.

Das Fell der Wildform zeigt eine agouti-farbene Tönung: Die einzelnen Haare sind an der Basis grau, im mittleren Bereich gelbbraun und an der Spitze schwarz gebändert. Diese sogenannte Wildfarbe bietet in den kargen Steppen- und Wüstenlandschaften des natürlichen Verbreitungsgebiets eine wirksame Tarnung gegen Beutegreifer. Die Bauchseite ist deutlich heller, meist cremefarben bis weiß. Hinter den Ohren befinden sich kleine, kahle Stellen, an denen Duftdrüsen münden. Eine weitere, für die Gattung Meriones charakteristische Duftdrüse sitzt als sogenannte Ventraldrüse auf der Bauchseite – ein gelbliches, leicht erhabenes Drüsenfeld, das bei geschlechtsreifen Männchen stärker ausgeprägt ist als bei Weibchen.

In der Heimtierhaltung wurden durch gezielte Zucht zahlreiche Farbvarianten selektiert, darunter Schwarz, Weiß, Lila, Silber und verschiedene Scheckungen. Der Grundbauplan des Körpers bleibt dabei unverändert.

Lebensraum & Verbreitung

Das natürliche Verbreitungsgebiet der Mongolischen Rennmaus erstreckt sich über die Steppen und Halbwüsten der Mongolei, Nordchinas sowie Teile Südsibiriens. Das bevorzugte Habitat sind trockene Graslandschaften, sandige oder lehmige Ebenen und Buschsteppen in Höhenlagen zwischen 300 und 1.500 Metern. Die Tiere meiden sowohl dichte Waldgebiete als auch reine Sandwüsten ohne jegliche Vegetation.

In ihrem Biotop graben Mongolische Rennmäuse ausgedehnte Bausysteme mit mehreren Ein- und Ausgängen, Vorratskammern und Nestkammern. Diese Baue reichen bis zu 170 cm tief in den Boden und bieten Schutz vor den extremen Temperaturschwankungen des kontinentalen Klimas – von über 40 °C im Sommer bis unter –40 °C im Winter. Als verwandte Art kommt in Teilen des gleichen Verbreitungsgebiets die Mittagsrennmaus (Meriones meridianus) vor, die etwas trockenere Standorte besiedelt.

Ernährung

Mongolische Rennmäuse sind Allesfresser mit einem Schwerpunkt auf pflanzlicher Kost. In der Natur bilden Samen von Gräsern und Kräutern, Wurzeln, Knollen und grüne Pflanzenteile die Grundlage der Ernährung. Ergänzt wird der Speiseplan durch Insekten, Larven und gelegentlich kleine Wirbellose, die eine wichtige Proteinquelle darstellen.

Die Tiere legen in ihren unterirdischen Vorratskammern Nahrungsreserven an, um Perioden mit geringem Nahrungsangebot zu überbrücken. Ihr Wasserhaushalt ist an die trockenen Bedingungen des Habitats angepasst: Die Nieren können den Urin stark konzentrieren, sodass die Tiere einen Großteil ihres Wasserbedarfs aus der Nahrung decken. Freies Trinkwasser wird in der Natur nur selten aufgenommen.

Verhalten & Lebensweise

Mongolische Rennmäuse leben in Familiengruppen, die typischerweise aus einem Elternpaar und dessen noch nicht geschlechtsreifen Nachkommen bestehen. Diese Gruppen teilen sich ein gemeinsames Bausystem und ein Revier, das mit Hilfe der Ventraldrüse gegenüber Artgenossen markiert wird. Die Hierarchie innerhalb der Gruppe ist in der Regel stabil; Aggressionen treten vor allem gegenüber fremden Artgenossen auf, die in das Revier eindringen.

Entgegen einer weit verbreiteten Annahme sind Mongolische Rennmäuse weder streng nachtaktiv noch rein tagaktiv. Sie zeigen ein polyphasisches Aktivitätsmuster mit mehreren kurzen Wach- und Schlafphasen über den gesamten Tag verteilt. In der Natur fällt die Hauptaktivität auf die Dämmerung, also die Morgen- und Abendstunden, was sie als dämmerungsaktiv (krepuskulär) klassifiziert.

Typische Verhaltensweisen sind das ausgiebige Graben und Buddeln, das Scharren mit den Hinterfüßen (sogenanntes Sandtrommeln – ein Warnverhalten) sowie gegenseitige Fellpflege innerhalb der Gruppe. Das Sandtrommeln erzeugt Vibrationen im Boden und dient der Kommunikation über kurze Distanzen, etwa um Gruppenmitglieder vor Fressfeinden wie Greifvögeln, Schlangen oder kleinen Raubtieren zu warnen.

Fortpflanzung & Aufzucht

Mongolische Rennmäuse leben in der Regel monogam. Das Weibchen wird etwa ab dem Alter von 10 bis 12 Wochen geschlechtsreif, Männchen geringfügig später. Der Östrus-Zyklus dauert vier bis sechs Tage. Die Tragzeit beträgt 24 bis 26 Tage; säugt das Weibchen gleichzeitig einen vorherigen Wurf, kann sich die