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Mottenschildlaus

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Tierart – Insekten > Wanzen, Zikaden & Läuse

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Aleyrodoidea (Überfamilie), häufigste Art: Trialeurodes vaporariorum (Gewächshaus-Weiße Fliege), Bemisia tabaci (Tabakmottenschildlaus)
  • Ordnung: Schnabelkerfe (Hemiptera)
  • Unterordnung: Pflanzenläuse (Sternorrhyncha)
  • Familie: Mottenschildläuse (Aleyrodidae)
  • Lebensraum: Tropische und subtropische Gebiete weltweit; in gemäßigten Zonen vor allem in Gewächshäusern und Innenräumen
  • Größe: 1–3 mm (Imagines)
  • Gewicht: Unter 1 mg
  • Lebenserwartung: Etwa 4–6 Wochen (adultes Stadium); gesamter Lebenszyklus je nach Art und Temperatur 3–8 Wochen

Aussehen & Merkmale

Mottenschildläuse sind winzige Insekten mit einer Körperlänge von ein bis drei Millimetern. Der Name leitet sich von ihrem mottenähnlichen Erscheinungsbild ab: Die beiden Flügelpaare werden dachförmig über dem Hinterleib getragen und sind von einer feinen, weißen Wachsschicht überzogen. Diese wachsartige Bestäubung verleiht den Tieren ihr charakteristisches weißliches Aussehen, weshalb sie im Volksmund häufig als Weiße Fliege bezeichnet werden – obwohl sie taxonomisch weder mit Fliegen noch mit Motten verwandt sind.

Der Körperbau entspricht dem typischen Bauplan der Pflanzenläuse (Sternorrhyncha): Der Kopf trägt ein stechendes-saugendes Mundwerkzeug in Form eines Rüssels (Rostrum), mit dem die Tiere Pflanzengewebe anstechen. Die Fühler sind kurz und bestehen aus sieben Gliedern. Die Facettenaugen sind vergleichsweise groß. Die Beine sind dünn und ermöglichen neben dem Laufen auf Blattoberflächen kurze, flatternde Flüge. Im Larvenstadium sind die Tiere flügellos, flach und schildlausähnlich, was die korrekte Bestimmung ohne Lupe erschwert.

Lebensraum & Verbreitung

Die Familie der Aleyrodidae umfasst weltweit rund 1.550 beschriebene Arten in etwa 160 Gattungen. Ihr natürliches Verbreitungsgebiet liegt in den Tropen und Subtropen, wo sie ganzjährig im Freiland an einer Vielzahl von Wirtspflanzen vorkommen. In gemäßigten Breiten wie Mitteleuropa sind sie im Freiland nur während der warmen Sommermonate überlebensfähig. Ihr Haupthabitat in diesen Regionen sind beheizte Gewächshäuser, Wintergärten und Wohnräume mit Zimmerpflanzen.

Die beiden wirtschaftlich bedeutendsten Arten in Europa sind die Gewächshaus-Weiße Fliege (Trialeurodes vaporariorum) und die Tabakmottenschildlaus (Bemisia tabaci). Letztere gilt als eine der invasivsten Insektenarten weltweit und wurde durch den internationalen Pflanzenhandel in nahezu alle Klimazonen verschleppt. Bemisia tabaci stellt dabei keinen einheitlichen biologischen Artbegriff dar, sondern umfasst einen Komplex aus mindestens 40 kryptischen Arten, die sich morphologisch kaum unterscheiden lassen.

Ernährung

Mottenschildläuse ernähren sich ausschließlich phytophag. Sowohl Larven als auch adulte Tiere stechen mit ihrem Saugrüssel in das Phloem (Siebröhren) der Wirtspflanzen und entnehmen den zuckerhaltigen Pflanzensaft. Da dieser Saft einen hohen Kohlenhydratanteil, aber nur wenig Aminosäuren enthält, müssen die Tiere große Mengen aufnehmen. Der überschüssige Zucker wird als Honigtau ausgeschieden – eine klebrige Substanz, die sich auf Blättern und Früchten ablagert. Auf diesem Honigtau siedeln sich häufig Rußtaupilze an, die eine schwarze Schicht auf der Pflanzenoberfläche bilden und die Photosynthese beeinträchtigen.

Das Wirtsspektrum ist je nach Art unterschiedlich breit. Bemisia tabaci befällt über 600 Pflanzenarten aus mehr als 70 Familien, darunter Tomaten, Baumwolle, Tabak, Gurken und zahlreiche Zierpflanzen. Trialeurodes vaporariorum zeigt ein ähnlich breites Nahrungsspektrum, bevorzugt jedoch krautige Pflanzen.

Verhalten & Lebensweise

Mottenschildläuse sind überwiegend tagaktiv und halten sich bevorzugt auf den Blattunterseiten ihrer Wirtspflanzen auf. Bei Störung fliegen die adulten Tiere in kurzen, flatternden Bewegungen auf, um sich wenige Zentimeter weiter wieder niederzulassen. Ihre Flugfähigkeit ist begrenzt; über größere Strecken werden sie passiv durch Wind oder menschlichen Transport verbreitet.

Die Tiere leben gesellig in dichten Kolonien, ohne dabei ein ausgeprägtes Sozialverhalten zu zeigen. Ihre Populationsdichte kann unter günstigen Bedingungen – etwa in beheizten Gewächshäusern mit konstanter Temperatur zwischen 20 und 30 °C – innerhalb weniger Wochen exponentiell ansteigen. Ein einzelnes Weibchen kann im Laufe seines Lebens 100 bis 300 Eier ablegen, was bei fehlender natürlicher Regulation zu Massenvermehrungen führt.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Fortpflanzung erfolgt sowohl geschlechtlich als auch, bei einigen Arten, durch Parthenogenese (Jungfernzeugung). Die Weibchen legen ihre Eier einzeln oder in halbkreisförmigen Gruppen auf die Blattunterseite. Die Eier sind winzig, gestielt und anfangs weißlich, verfärben sich jedoch vor dem Schlupf dunkel.

Die Entwicklung verläuft über vier Larvenstadien (L1–L4). Das erste Larvenstadium ist mobil und sucht aktiv nach einem geeigneten Saugplatz. Die folgenden Stadien sind sessil: Die Larve heftet sich an die Blattoberfläche und bewegt sich nicht mehr. Das vierte Larvenstadium wird auch als