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Murmeltier

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Tierart – Säugetiere > Nagetiere

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Marmota (Gattung); in Europa vor allem Marmota marmota (Alpenmurmeltier)
  • Ordnung: Nagetiere (Rodentia)
  • Familie: Hörnchen (Sciuridae)
  • Unterfamilie: Erdhörnchen (Xerinae), Tribus Marmotini
  • Lebensraum: Alpine Matten, Steppen, Gebirgswiesen und Tundra – je nach Art zwischen 800 und 3.200 Metern Höhe
  • Größe: Kopf-Rumpf-Länge 40–60 cm, Schwanzlänge 13–25 cm
  • Gewicht: 3–8 kg (vor dem Winterschlaf bis zu einem Drittel mehr durch Fettreserven)
  • Lebenserwartung: 13–18 Jahre in freier Wildbahn, in Gefangenschaft selten gehalten

Aussehen & Merkmale

Murmeltiere gehören zu den größten Vertretern der Familie der Hörnchen. Ihr Körperbau ist gedrungen und kräftig, mit kurzen, muskulösen Beinen und einem breiten, leicht abgeflachten Kopf. Die Ohren sind klein und rundlich – eine Anpassung an das Leben in unterirdischen Bauen, in denen abstehende Ohrmuscheln hinderlich wären. Die Augen sitzen relativ weit oben am Kopf, was den Tieren erlaubt, aus dem Bau heraus die Umgebung zu überblicken, ohne sich vollständig freizulegen.

Das Fell ist dicht und besteht aus einer feinen, isolierenden Unterwolle und gröberen Deckhaaren. Die Fellfärbung variiert je nach Art und Unterart von graubraun über gelblich-braun bis rotbraun. Die Bauchseite ist in der Regel heller als der Rücken. Beim Alpenmurmeltier (Marmota marmota) zeigt sich häufig eine dunklere Gesichtszeichnung und ein schwarzer Schwanzendfleck. Die Vorderpfoten tragen vier Zehen mit kräftigen Grabkrallen, die Hinterpfoten fünf. Die Nagezähne wachsen wie bei allen Rodentia zeitlebens nach und nutzen sich durch die Nahrungsaufnahme kontinuierlich ab.

Lebensraum & Verbreitung

Die Gattung Marmota umfasst rund 15 anerkannte Arten, deren Verbreitungsgebiet sich über die gesamte Nordhalbkugel erstreckt. In Europa ist ausschließlich das Alpenmurmeltier heimisch. Sein Habitat erstreckt sich über die Alpen, von Frankreich über die Schweiz und Österreich bis nach Italien und Slowenien. Durch gezielte Wiederansiedlungen kommt es heute auch in den Pyrenäen, im Schwarzwald und in Teilen der Karpaten vor.

In Nordamerika leben unter anderem das Waldmurmeltier (Marmota monax), das Gelbbauchmurmeltier (Marmota flaviventris) und das Olympische Murmeltier (Marmota olympus). In Asien finden sich das Steppenmurmeltier (Marmota bobak), das Himalaya-Murmeltier (Marmota himalayana) und das Sibirische Murmeltier (Marmota sibirica), auch Tarbagan genannt.

Murmeltiere bevorzugen offene, baumfreie Biotope mit tiefgründigem, gut drainierbarem Boden, in dem sie ihre ausgedehnten Bausysteme anlegen können. Die Höhenverbreitung des Alpenmurmeltiers konzentriert sich auf die alpine und subalpine Stufe zwischen 1.200 und 3.000 Metern. Entscheidend für die Standortwahl ist die Verfügbarkeit krautreicher Vegetation und eine ausreichende Bodentemperatur, die das Überleben während des langen Winterschlafs sichert.

Ernährung

Murmeltiere sind überwiegend Pflanzenfresser. Ihre Nahrung besteht hauptsächlich aus Gräsern, Kräutern, Blüten, Samen und Wurzeln. In der kurzen Vegetationsperiode des Hochgebirges fressen sie bevorzugt energiereiche Pflanzenteile wie junge Triebe und Blütenstände. Gelegentlich ergänzen sie ihren Speiseplan durch Insekten, Würmer und Larven, die sie beim Graben aufstöbern. Im Gegensatz zu vielen anderen Nagetieren legen Murmeltiere keine Nahrungsvorräte für den Winter an. Stattdessen fressen sie sich im Spätsommer und Herbst eine dicke Fettschicht an, die als alleiniger Energiespeicher während des Winterschlafs dient. Ein ausgewachsenes Alpenmurmeltier kann dabei bis zu 1,5 Kilogramm Fettreserven aufbauen.

Verhalten & Lebensweise

Murmeltiere sind tagaktiv, mit Aktivitätsschwerpunkten am Morgen und am späten Nachmittag. Die Mittagshitze verbringen sie in ihren Bauen. Sie leben in Familienverbänden, die aus einem dominanten Paar, den Jungtieren des aktuellen Jahres und den Subadulten des Vorjahres bestehen. Ein solcher Familienverband bewohnt ein gemeinsames Revier, das über ein System aus Sommer- und Winterbauen verfügt. Der Sommerbau besitzt zahlreiche Eingänge und Fluchtröhren, während der Winterbau tiefer im Boden liegt und mit trockenem Gras und Heu ausgepolstert wird.

Charakteristisch ist das ausgeprägte Warnsystem der Murmeltiere. Bei Gefahr durch Greifvögel wie den Steinadler oder bodengebundene Beutegreifer wie Fuchs, Marder und Wolf stoßen die Tiere durchdringende Pfiffe aus. Ein einzelner, kurzer Pfiff warnt typischerweise vor Feinden aus der Luft und löst sofortiges Abtauchen in den Bau aus. Eine Serie von mehreren Pfiffen deutet auf eine Bedrohung am Boden hin und veranlasst die Tiere, sich zunächst aufzurichten und die Lage zu prüfen.

Der Winterschlaf des Alpenmurmeltiers gehört zu den längsten unter den Säugetieren. Er dauert je nach Höhenlage und Witterung sechs bis neun Monate – von Oktober bis April oder Mai. Während dieser Phase sinkt die Körpertemperatur von etwa 37 °C auf 5–7 °C, die Herzfrequenz fällt von rund 200 auf 3–5 Schläge pro