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Neuseeländer

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Rassen > Kaninchenrassen

Steckbrief

  • Herkunft: USA (Kalifornien), trotz des Namens nicht aus Neuseeland
  • Rassestandard: Anerkannt vom Zentralverband Deutscher Rasse-Kaninchenzüchter (ZDRK), Gruppe Mittelgroße Rassen
  • Gewicht: 4,0–5,0 kg (Idealgewicht ca. 4,5 kg)
  • Körperlänge: ca. 45–50 cm
  • Lebenserwartung: 8–10 Jahre bei artgerechter Haltung
  • Fell/Farben: Dichtes, griffiges Fell mit guter Unterwolle; anerkannte Farbenschläge: Weiß (Albino mit roten Augen), Rot, Schwarz

Herkunft & Geschichte

Der Name Neuseeländer führt regelmäßig in die Irre, denn die Rasse stammt nicht aus Neuseeland, sondern wurde Anfang des 20. Jahrhunderts in den Vereinigten Staaten gezüchtet. Als Begründer der Rasse gelten verschiedene amerikanische Züchter aus Kalifornien, die ab etwa 1910 zunächst den roten Farbenschlag entwickelten. Dabei wurden unter anderem Belgische Hasen und Flemish Giants miteinander verkreuzt, um ein leistungsfähiges, frühreifes Wirtschaftskaninchen mit gutem Fleischansatz zu erhalten.

Der weiße Neuseeländer – heute der bekannteste und am weitesten verbreitete Farbenschlag – entstand erst in den 1920er-Jahren durch Einkreuzung von Angora- und weißen Amerikanerkaninchen. Der schwarze Farbenschlag folgte deutlich später in den 1960er-Jahren. In Europa wurde die Rasse ab den 1930er-Jahren populär und fand schnell Eingang in die organisierte Rassekaninchenzucht. Der Zentralverband Deutscher Rasse-Kaninchenzüchter (ZDRK) erkennt den Neuseeländer als eigenständige Rasse an und beschreibt ihn detailliert im Rassestandard. Heute zählt der Neuseeländer weltweit zu den bedeutendsten Kaninchenrassen und wird sowohl in der Zucht als auch als Heimtier geschätzt.

Aussehen & Rassemerkmale

Der Neuseeländer verkörpert den Typ eines kompakten, walzenförmigen Mittelrassekaninchens. Der Körperbau ist gedrungen und breit, mit einer gut gerundeten Hinterpartie und einer breiten, tiefen Brust. Die Rückenlinie verläuft leicht gewölbt und geht ohne sichtbaren Absatz in die muskulöse Beckenpartie über. Auffällig ist die breite, fleischige Schulter, die fast nahtlos in den kurzen, kräftigen Hals übergeht.

Der Kopf ist kurz, breit und dicht am Körper angesetzt – bei Häsinnen ist eine kleine, gut geformte Wamme zulässig. Die Ohren sind kräftig, gut behaart, löffelförmig und zwischen 11 und 12,5 cm lang. Sie werden aufrecht und leicht nach außen geneigt getragen.

Das Fell ist ein besonderes Qualitätsmerkmal der Rasse. Es ist dicht, griffig und gleichmäßig begrannt, mit einer ausgeprägten Unterwolle. Beim weißen Neuseeländer ist das gesamte Fell reinweiß, die Augen sind rot (Albinismus). Der rote Farbenschlag zeigt ein intensives, gleichmäßiges Rostrot bis Orangerot, während der schwarze Farbenschlag ein tiefes, glänzendes Schwarz mit dunkler Unterfarbe aufweist. Die Krallen sind beim Weißen farblos, beim Roten dunkel und beim Schwarzen schwarz.

Charakter & Wesen

Neuseeländer gelten als ausgesprochen gutmütig, ruhig und umgänglich. Ihr gelassenes Temperament macht sie zu angenehmen Begleitern, die sich auch in Familien mit Kindern gut einfügen. Im Vergleich zu kleineren, nervöseren Rassen zeigen sie deutlich weniger Schreckhaftigkeit und reagieren auf neue Situationen mit besonnener Neugier.

Die Tiere sind sozialverträglich und vertragen sich in der Regel gut mit Artgenossen, sofern die Vergesellschaftung sorgfältig durchgeführt wird. Gegenüber ihren Haltern entwickeln Neuseeländer häufig eine zutrauliche, fast anhängliche Art. Regelmäßiger, ruhiger Umgang fördert dieses Vertrauen erheblich. Wer sich Zeit nimmt, wird mit einem unkomplizierten, freundlichen Kaninchen belohnt, das auch Streicheleinheiten durchaus genießt.

Trotz ihrer Gelassenheit sind Neuseeländer keineswegs träge. Sie schätzen Beschäftigung, erkunden gern ihre Umgebung und zeigen in den Aktivitätsphasen – vor allem morgens und abends – ein lebhaftes, verspieltes Verhalten.

Haltung & Pflege

Neuseeländer benötigen als mittelgroße Rasse ausreichend Platz. Pro Tier sollten mindestens 2–3 Quadratmeter Grundfläche im Gehege zur Verfügung stehen, zusätzlich täglicher Auslauf in einem gesicherten Bereich. Da Kaninchen obligatorische Gesellschaftstiere sind, ist die Haltung von mindestens zwei Tieren zwingend erforderlich. Bewährt hat sich die Kombination aus einem kastrierten Rammler und einer Häsin.

Die Haltung kann sowohl in Außengehegen als auch in geräumigen Innenställen mit Freilaufmöglichkeit erfolgen. Neuseeländer vertragen dank ihres dichten Fells Kälte gut, sind aber empfindlich gegenüber Zugluft und Hitze. Ein schattiger, windgeschützter Standort mit trockener Einstreu ist daher unerlässlich.

Die Fellpflege ist beim Neuseeländer unkompliziert. Während des Fellwechsels im Frühjahr und Herbst empfiehlt sich regelmäßiges Bürsten, um lose Haare zu entfernen und die Bildung von Haarballen im Magen zu reduzieren. Außerhalb des Fellwechsels genügt gelegentliches Durchkämmen. Krallen müssen je nach Untergrund alle vier bis acht Wochen kontrolliert und bei Bedarf gekürzt werden.

Für Beschäftigung sorgen Tunnel, erhöhte Ebenen, Knabberhölzer und Intelligenzspielzeug. Das Gehege sollte strukturiert sein und Rückzugsmöglichkeiten in Form von Häuschen oder Unterschlüpfen bieten.

Ernährung

Die Ern