New-hampshire
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Steckbrief
- Herkunft: USA (Bundesstaat New Hampshire)
- Rassestandard: Anerkannt durch den BDRG (Bund Deutscher Rassegeflügelzüchter), APA (American Poultry Association) seit 1935
- Gewicht Hahn: 3,0–3,5 kg
- Gewicht Henne: 2,5–3,0 kg
- Legeleistung: ca. 220–250 Eier pro Jahr
- Eigewicht: ca. 55–60 g
- Eierfarbe: Braun bis dunkelbraun
- Lebenserwartung: 5–8 Jahre
- Gefiederfarbe: Goldbraun bis rotbraun (einzige anerkannte Farbvariante)
- Kammform: Einfachkamm
Herkunft & Geschichte
Das New Hampshire Huhn entstand in den 1910er- bis 1930er-Jahren im gleichnamigen US-Bundesstaat New Hampshire. Die Abstammung geht direkt auf das Rhode Island Red zurück, aus dem durch gezielte Selektion eine eigenständige Rasse herausgezüchtet wurde. Anders als beim Rhode Island Red lag der züchterische Fokus beim New Hampshire jedoch nicht primär auf dunkler Gefiederfarbe, sondern auf schnellem Wachstum, frühzeitiger Legereife und einer guten Fleischqualität.
Federführend bei der Entwicklung der Rasse waren Züchter wie Professor „Red" Richardson von der University of New Hampshire. 1935 erfolgte die offizielle Anerkennung durch die American Poultry Association (APA). Nach dem Zweiten Weltkrieg gelangte das New Hampshire Huhn nach Europa und verbreitete sich rasch in Deutschland, den Niederlanden und Skandinavien. Der BDRG nahm die Rasse in den deutschen Rassestandard auf, wo sie bis heute zu den beliebtesten Zweinutzungsrassen zählt.
Historisch betrachtet spielte das New Hampshire Huhn eine bedeutende Rolle in der frühen Hybridzucht der 1940er- und 1950er-Jahre. Es wurde vielfach als Elternrasse in der kommerziellen Geflügelzucht eingesetzt. Trotz der zunehmenden Verdrängung durch Hochleistungshybriden hat sich die Rasse in der Rassegeflügelzucht und unter Selbstversorgern fest etabliert.
Aussehen & Rassemerkmale
Das New Hampshire ist ein mittelgroßes, kräftig gebautes Huhn mit einer breiten, tiefen Brust und einem gut gerundeten Körper. Die Körperhaltung ist leicht nach vorn geneigt, was dem Tier ein aktives, aufmerksames Erscheinungsbild verleiht. Der Rücken ist breit und mittellang, die Schenkel kräftig bemuskelt.
Das Gefieder zeigt ein sattes Goldbraun bis Kastanienrot. Beim Hahn sind Halsbehang und Sattelbehang leuchtend goldrot mit etwas helleren Schaftstrichen. Die Schwanzfedern schimmern in einem dunklen Grünschwarz – ein markanter Kontrast zum übrigen Gefieder. Die Henne ist etwas matter in der Farbe, wobei die Schwanzfedern ebenfalls dunkle Enden aufweisen. Im Unterschied zum Rhode Island Red ist die Gesamtfärbung deutlich heller und wärmer.
Der Einfachkamm ist mittelgroß, aufrecht stehend und gleichmäßig gezackt. Kehllappen und Ohrscheiben sind rot. Die Läufe haben eine gelbe Farbe, die Augen sind orangerot. Das Gefieder liegt relativ eng am Körper an und ist nicht übermäßig üppig, was die Pflege erleichtert.
Charakter & Wesen
New Hampshires gelten als ausgesprochen ruhig, zutraulich und unkompliziert. Sie zeigen ein freundliches, gelassenes Wesen, das sie zu idealen Hühnern für Familien und Anfänger macht. Im Umgang mit Menschen werden sie schnell zahm, besonders wenn sie als Küken an den Halter gewöhnt werden. Viele Halter berichten, dass ihre New Hampshires regelrecht anhänglich werden und aktiv die Nähe des Menschen suchen.
Die Rasse ist dabei keineswegs phlegmatisch. New Hampshires sind neugierig, lebhaft und zeigen ein aktives Futtersuchverhalten, sobald sie Auslauf haben. Sie sind robust, wetterfest und vertragen auch kühlere Temperaturen gut. Im Bestand verhalten sich die Tiere sozialverträglich, wenngleich Hähne mitunter eine gewisse Wachsamkeit zeigen und ihre Herde zuverlässig führen. Gegenüber anderen Rassen können einzelne Tiere gelegentlich dominant auftreten, was bei der Vergesellschaftung berücksichtigt werden sollte.
Der Bruttrieb ist bei New Hampshire Hennen mäßig ausgeprägt. Einige Hennen glucken zuverlässig und führen ihre Küken fürsorglich, andere zeigen keinerlei Brutneigung. Wer Naturbrut plant, sollte entsprechend selektieren.
Haltung & Pflege
New Hampshires sind anspruchslose Hühner, die sich sowohl in Freilandhaltung als auch in großzügiger Auslaufhaltung mit Voliere wohlfühlen. Ein Auslauf mit Grasfläche, Büschen und Schattenplätzen kommt dem natürlichen Futtersuchverhalten der Tiere entgegen und fördert ihr Wohlbefinden.
Der Stall sollte trocken, zugfrei und gut belüftet sein. Pro Tier sind mindestens 0,5 Quadratmeter Stallfläche einzuplanen, besser mehr. Sitzstangen in einer Höhe von 60 bis 80 Zentimetern werden gern angenommen. Als Einstreu eignen sich Stroh, Hobelspäne oder Hanfstreu. Regelmäßige Reinigung des Stalls und der Tränken beugt Parasitenbefall und Krankheiten vor.
Die Gefiederpflege ist unkompliziert. Das relativ straffe, eng anliegende Federkleid neigt nicht zum Verfilzen. Ein Sandbad sollte den Tieren jederzeit zur Verfügung stehen, da es der natürlichen Ektoparasitenabwehr dient. Die gelben Läufe sollten gelegentlich auf Milbenbefall kontrolliert werden.
Ein ausreichender Auslauf und eine strukturierte Umgebung mit Beschäftigungsmöglichkeiten – etwa aufgehängte Gemüsestücke, Laubhaufen oder Picksteine – beugen Verhaltensstörungen wie Federpicken vor.