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Onagadori

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Rassen > Hühnerrassen

Steckbrief

  • Herkunft: Japan (Provinz Tosa, heutiges Kōchi auf der Insel Shikoku)
  • Rassestandard: In Japan als Naturdenkmal („Tennen Kinenbutsu") geschützt seit 1952; in Europa durch den Bund Deutscher Rassegeflügelzüchter (BDRG) und den Europäischen Verband für Geflügel-, Tauben-, Vogel-, Kaninchen- und Caviazucht (EE) anerkannt
  • Größe: Mittelgroßes Huhn; Hahn ca. 50–55 cm Körperlänge (ohne Schwanz), Henne entsprechend etwas kleiner
  • Gewicht: Hahn 1,8–2,5 kg, Henne 1,3–1,8 kg
  • Lebenserwartung: 6–10 Jahre bei artgerechter Haltung
  • Gefieder/Farben: Anerkannte Farbschläge umfassen Weiß, Schwarzbrüstig-Rot, Silberhalsig und Weiß-Rot; das extreme Schwanzgefieder des Hahnes kann mehrere Meter Länge erreichen

Herkunft & Geschichte

Das Onagadori – der Name bedeutet wörtlich „Ehrenhaftes Langschwanzhuhn" – gehört zu den faszinierendsten und seltensten Hühnerrassen der Welt. Seine Abstammung lässt sich bis in die Edo-Zeit (17. Jahrhundert) zurückverfolgen, als Züchter in der Provinz Tosa auf Shikoku gezielt Hühner mit besonders langen Schwanzfedern selektierten. Die genetische Grundlage bildet eine Mutation im Federwachstumszyklus: Beim Onagadori-Hahn mausern die langen Stoß- und Sattelfedern nicht oder nur unvollständig, sodass sie kontinuierlich weiterwachsen. Historische Aufzeichnungen berichten von Schwanzlängen über 10 Meter, der dokumentierte Rekord liegt bei rund 13 Metern.

In Japan genießt das Onagadori seit 1952 den Status eines nationalen Naturdenkmals. Die Zucht wird dort von speziellen Zuchtverbänden betreut, die strengste Selektionskriterien anlegen. In Europa wurde die Rasse erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts bekannt. Die europäische Zuchtpopulation ist sehr klein und wird von wenigen engagierten Züchtern gepflegt, die eng mit japanischen Zuchtverbänden kooperieren. Vom optisch ähnlichen Phönix-Huhn, einer europäischen Weiterzüchtung auf Basis japanischer Langschwanzhühner, unterscheidet sich das echte Onagadori durch das genetisch bedingte Ausbleiben der Schwanzmauser – ein Merkmal, das dem Phönix fehlt.

Aussehen & Rassemerkmale

Das Onagadori ist ein elegant gebautes, mittelgroßes Huhn mit aufrechter Haltung und stolzem Auftreten. Der Körper wirkt schlank, aber muskulös. Der Kopf trägt einen einfachen, aufrechten Kamm von mittlerer Größe, dazu mittelgroße, rote Ohrlappen und weiße bis cremefarbene Ohrscheiben. Die Augen sind leuchtend orangerot.

Das spektakulärste Merkmal ist das Schwanzgefieder des Hahnes. Die Stoßfedern und die langen Sichel- und Sattelfedern wachsen dank der fehlenden Mauser über Jahre hinweg kontinuierlich weiter. In guter Haltung erreichen sie Längen von drei bis sechs Metern, bei optimaler Pflege auch deutlich mehr. Die Federn sind seidig-glänzend, fließend und von bemerkenswerter Stabilität. Die Henne zeigt einen normal proportionierten, etwas längeren Schwanz als bei anderen Rassen, jedoch ohne die extreme Ausprägung des Hahnes.

Der Rassestandard verlangt neben der Schwanzlänge eine harmonische Gesamterscheinung, korrekte Farbzeichnung und eine kräftige, gesunde Konstitution. Die Läufe sind mittellang, schiefergrau bis olivfarben, und unbefiedert.

Charakter & Wesen

Onagadori gelten als ruhige, ausgeglichene und eher zurückhaltende Hühner. Sie sind nicht besonders flugfreudig und bewegen sich gemessen und würdevoll. Gegenüber ihrem Halter entwickeln sie bei regelmäßigem, behutsamen Umgang ein gewisses Vertrauen, bleiben jedoch grundsätzlich weniger zutraulich als typische Hobbyrassen. Hähne verhalten sich untereinander und gegenüber den Hennen meist friedlich, zeigen aber durchaus ein wachsames, aufmerksames Temperament. Die Hennen sind verlässliche, wenn auch nicht besonders produktive Legerinnen – die Legeleistung liegt bei etwa 80 bis 100 kleinen bis mittelgroßen, cremefarbenen Eiern pro Jahr.

Haltung & Pflege

Die Haltung von Onagadori stellt besondere Anforderungen und ist kein Anfängerprojekt. Das extreme Schwanzgefieder des Hahnes benötigt konsequenten Schutz vor Verschmutzung, Nässe und mechanischer Beschädigung. In Japan werden die Hähne traditionell in speziellen erhöhten Sitzkästen („Tomebako") gehalten, die eine freie, hängende Lage der Schwanzfedern ermöglichen. Regelmäßiges, behutsames Aufrollen oder vorsichtiges Zusammenlegen der Federn gehört zur täglichen Pflegeroutine.

Freiauslauf ist für die Hennen und junge Hähne problemlos möglich, ausgewachsene Hähne mit langen Schwanzfedern benötigen jedoch einen geschützten, sauberen und trockenen Bereich. Der Stall muss penibel sauber gehalten werden, Einstreu sollte trocken, staubarm und federfreundlich sein. Sitzstangen müssen hoch genug angebracht werden, damit der Schwanz frei nach unten hängen kann, ohne den Boden zu berühren.

Die Gefiederpflege erfordert regelmäßige Kontrolle auf Parasiten wie Federläuse und Milben, da das dichte, lange Gefieder einen idealen Lebensraum für diese Schädlinge bieten kann. Eine gute Belüftung des Stalles und regelmäßige Sandbademöglichkeiten sind essenziell.

Ernährung

Die Fütterung des Onagadori unterscheidet sich in den Grundzügen nicht von der anderer Hühnerrassen, allerdings sollte besonderer Wert auf eine hochwertige, eiweißreiche und mineralstoffreiche Ernährung gelegt werden. Das ständige Federwachstum verbraucht erhebliche Mengen an schwef