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Ornamentvogelspinne

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Tierart – Spinnentiere > Vogelspinnen

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Poecilotheria regalis
  • Ordnung: Webspinnen (Araneae)
  • Unterordnung: Vogelspinnenartige (Mygalomorphae)
  • Familie: Vogelspinnen (Theraphosidae)
  • Unterfamilie: Poecilotheriinae
  • Gattung: Poecilotheria
  • Lebensraum: Tropische und subtropische Wälder Südindiens
  • Körperspannweite: 16–22 cm (Beinspannweite)
  • Körperlänge: 6–8 cm (Prosoma und Opisthosoma)
  • Gewicht: ca. 20–30 g (adulte Weibchen)
  • Lebenserwartung: Weibchen bis 12 Jahre, Männchen 3–4 Jahre

Aussehen & Merkmale

Die Ornamentvogelspinne gehört zu den optisch auffälligsten Vertretern der Familie Theraphosidae. Ihre Grundfärbung auf der Oberseite des Körpers und der Beine ist ein kontrastreiches Muster aus Grau-, Weiß- und Schwarztönen, das an eine Baumrinde erinnert und eine hervorragende Tarnung auf der Borke tropischer Bäume bietet. Die Unterseite der Beine zeigt hingegen leuchtend gelbe bis orangefarbene Warnflächen, die bei Bedrohung durch das Aufstellen der Vorderbeine (Drohgebärde) präsentiert werden.

Wie alle Vogelspinnen besitzt Poecilotheria regalis einen zweigeteilten Körper, bestehend aus dem vorderen Prosoma (Kopfbruststück) und dem hinteren Opisthosoma (Hinterleib). Das Prosoma trägt vier Beinpaare, die Pedipalpen sowie die kräftigen Cheliceren mit den nach unten gerichteten Giftklauen – ein typisches Merkmal der Mygalomorphae. Die Beine sind verhältnismäßig lang und schlank, was die Art als geschickte Baumbewohnerin ausweist. Der gesamte Körper ist mit feinen Haaren (Setae) bedeckt, die als Sinnesorgane dienen. Im Gegensatz zu vielen neuweltlichen Vogelspinnen besitzt die Gattung Poecilotheria keine Bombardierhaare (Urticae), da sie zu den altweltlichen Vogelspinnen zählt.

Ein deutlicher Geschlechtsdimorphismus zeigt sich bei adulten Tieren: Männchen sind schlanker, haben längere Beine und entwickeln nach der Reifehäutung sogenannte Tibiaapophysen (Schienbeinfortsätze) am ersten Beinpaar, die bei der Paarung als Haltevorrichtung dienen. Weibchen sind insgesamt kräftiger gebaut und erreichen eine größere Körpermasse.

Lebensraum & Verbreitung

Das natürliche Verbreitungsgebiet der Ornamentvogelspinne beschränkt sich auf den Süden des indischen Subkontinents. Die Art besiedelt dort vor allem die Wälder der Westghats und angrenzender Regionen im Bundesstaat Andhra Pradesh sowie Teile von Karnataka und Maharashtra. Ihr Habitat umfasst tropische und subtropische Laubwälder sowie lichte Waldgebiete in Höhenlagen von der Ebene bis etwa 1.000 Meter.

Als arboricole (baumbewohnende) Art lebt P. regalis bevorzugt in Baumhöhlen, unter loser Rinde oder in Spalten alter Bäume. In von Menschen geprägten Landschaften besiedelt sie gelegentlich auch Gebäude, Mauern und Brunnen. Diese Anpassungsfähigkeit an anthropogene Strukturen unterscheidet sie von einigen anderen, stärker spezialisierten Arten der Gattung Poecilotheria, wie etwa der selteneren Poecilotheria metallica (Gooty-Ornamentvogelspinne).

Ernährung

Die Ornamentvogelspinne ernährt sich als Lauerjäger von verschiedenen Wirbellosen und gelegentlich auch kleinen Wirbeltieren. Zum Beutespektrum gehören Insekten wie Grillen, Heuschrecken, Schaben und Käfer sowie andere Gliederfüßer. Größere Exemplare können auch kleine Geckos oder Baumfrösche überwältigen. Die Beute wird nicht aktiv verfolgt, sondern aus dem Hinterhalt heraus erbeutet: Die Spinne registriert Vibrationen über ihre empfindlichen Setae und schlägt blitzschnell zu. Ein Giftbiss lähmt die Beute, woraufhin Verdauungsenzyme in das Beutetier injiziert werden. Die vorverdaute Nahrung wird anschließend aufgesaugt – ein als extraintestinale Verdauung bezeichneter Vorgang, der allen Spinnen gemein ist.

Verhalten & Lebensweise

Poecilotheria regalis ist vorwiegend dämmerungs- und nachtaktiv. Tagsüber ruht sie in ihrem Versteck, oft mit dem Körper flach an die Unterlage gepresst, was ihre Tarnfärbung optimal zur Geltung bringt. Bei Störung reagiert die Art schnell und ausgesprochen flink – die Gattung Poecilotheria gilt als eine der schnellsten unter den Vogelspinnen.

Eine Besonderheit dieser Art ist ihre für Vogelspinnen ungewöhnliche Sozialtendenz. In der Natur wurden wiederholt mehrere Individuen in unmittelbarer Nähe zueinander beobachtet, die sich gemeinsam in Baumhöhlen oder unter Rindenstücken aufhielten. Dieses kommunale Verhalten ist bei Theraphosidae selten und unterscheidet P. regalis von den meisten anderen Gattungsvertretern, die streng solitär leben.

Das Gift von Poecilotheria regalis ist für den Menschen medizinisch relevant. Bissverletzungen können starke lokale Schmerzen, Schwellungen, Muskelkrämpfe und in seltenen Fällen systemische Symptome wie Herzrasen und Schweißausbrüche hervorrufen. Todesfälle beim Menschen sind nicht dokumentiert, dennoch sollte der Umgang mit dieser Art Erfahrung und Respekt voraussetzen.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Paarung wird durch das Männchen eingeleitet, das nach seiner Reifehäutung ein Spermanetz anlegt und die Bulbi (Geschlechtsorgane an