Orpington
ORassen > Hühnerrassen
Steckbrief
- Herkunft: Orpington, Kent, England
- Rassestandard: Anerkannt vom Bund Deutscher Rassegeflügelzüchter (BDRG); britischer Standard beim Poultry Club of Great Britain
- Gewicht Hahn: 3,5–4,5 kg
- Gewicht Henne: 3,0–3,5 kg
- Legeleistung: ca. 160–180 Eier pro Jahr
- Eigewicht: 53–62 g, gelbbraune bis bräunliche Schale
- Lebenserwartung: 6–9 Jahre
- Gefieder/Farben: Schwarz, Weiß, Gelb (Buff), Blau, Rot, Gestreift, Porzellanfarbig – je nach Zuchtverband variieren die anerkannten Farbschläge
Herkunft & Geschichte
Die Rasse Orpington geht auf den englischen Geflügelzüchter William Cook zurück, der sie in den 1880er-Jahren in der Grafschaft Kent, im Ort Orpington, erzüchtete. Cook verfolgte das Ziel, ein robustes, wirtschaftlich leistungsfähiges Zweinutzungshuhn zu schaffen, das sowohl durch gute Legeleistung als auch durch einen fleischigen Körperbau überzeugt. Für die Abstammung kreuzte er zunächst schwarze Minorkas, Plymouth Rocks und Langshans. Der erste Farbschlag – Schwarz – wurde 1886 der Öffentlichkeit präsentiert und sorgte auf britischen Geflügelschauen sofort für Aufsehen.
In den folgenden Jahren entwickelte Cook weitere Farbschläge. Besonders der gelbe Farbschlag (Buff), der um 1894 vorgestellt wurde, erlangte rasch große Beliebtheit und gilt bis heute als der bekannteste Vertreter der Rasse. Die Orpingtons fanden schnell den Weg auf den europäischen Kontinent und nach Nordamerika. Deutsche Zuchtverbände nahmen die Rasse zu Beginn des 20. Jahrhunderts in ihre Standards auf. Im Laufe der Jahrzehnte verlagerte sich der Zuchtschwerpunkt zunehmend von der Wirtschaftlichkeit hin zur Ausstellungszucht, was zu einem volleren, rundlicheren Erscheinungsbild führte. Heute wird das Orpington-Huhn als klassische Rassehühnerrasse sowohl von ambitionierten Ausstellungszüchtern als auch von Hobbyhaltern geschätzt.
Aussehen & Rassemerkmale
Orpingtons sind massige, tiefgebaute Hühner mit einem breiten, kubischen Körper und einem auffallend üppigen, lockeren Gefieder, das die Körperform noch voluminöser erscheinen lässt. Der Rumpf ist breit und tief, die Brust voll und gerundet. Der Rücken verläuft kurz und waagerecht, die Schwanzpartie ist relativ kurz und wird in einem stumpfen Winkel getragen. Die Schenkel sind kräftig, werden aber durch das reiche Bauch- und Flankengefieder fast vollständig verdeckt, sodass die Läufe kurz wirken.
Der Kopf ist im Verhältnis zum Körper eher klein. Orpingtons tragen einen aufrechten, gleichmäßig gezackten Einfachkamm von mittlerer Größe, rote Ohrlappen und Kehllappen. Die Augenfarbe variiert je nach Farbschlag – bei schwarzen Orpingtons ist sie dunkelbraun bis schwarz, bei gelben rotbraun. Die Lauffarbe ist ebenfalls farbschlagabhängig und reicht von Schwarz über Schieferblau bis zu einem hellen Fleischton.
Ein wesentliches Rassemerkmal ist die lockere, weiche Federstruktur. Sie verleiht dem Orpington sein charakteristisches, fast kugelrundes Erscheinungsbild. Im Rassestandard wird ausdrücklich Wert darauf gelegt, dass das Gefieder zwar voll, aber nicht zu lose ausfällt, da sonst die Körperproportionen nicht mehr korrekt beurteilt werden können.
Charakter & Wesen
Orpingtons gelten als außerordentlich ruhig, zutraulich und gutmütig. Sie zeigen wenig Fluchtverhalten und lassen sich in der Regel schnell an den Menschen gewöhnen. Ihr Wesen ist gelassen und friedlich, weshalb sie auch in gemischten Gruppen mit anderen Rassen selten für Unruhe sorgen. Hähne verhalten sich den Hennen gegenüber meist aufmerksam und wenig aggressiv.
Die Rasse ist nicht besonders flugfreudig – eine Eigenschaft, die angesichts ihres Körpergewichts wenig verwunderlich ist. Niedrige Zäune reichen daher in der Regel aus. Orpingtons sind wachsam, ohne dabei nervös zu wirken. Hennen neigen ausgeprägt zum Brüten und erweisen sich als zuverlässige, fürsorgliche Glucken. Wer Naturbrut anstrebt, findet in der Orpington-Henne eine ideale Partnerin.
Haltung & Pflege
Orpingtons stellen keine übermäßig hohen Ansprüche an ihre Haltung, einige Punkte verdienen jedoch besondere Beachtung. Da sie wenig bewegungsfreudig sind, neigen sie bei zu geringem Auslauf und übermäßiger Fütterung zur Verfettung. Ein ausreichend großer Freilauf ist daher empfehlenswert – er muss nicht riesig sein, sollte aber zum Scharren und Bewegen einladen. Beschäftigung durch das Verteilen von Futter im Auslauf fördert die natürliche Aktivität.
Der Stall sollte trocken, zugfrei und gut belüftet sein. Aufgrund ihres üppigen Gefieders trocknen Orpingtons bei Nässe langsamer als hartfederige Rassen, was sie empfindlicher gegenüber dauerhafter Feuchtigkeit macht. Die Sitzstangen dürfen nicht zu hoch angebracht werden – 40 bis 60 cm Höhe sind ideal –, da die schweren Tiere beim Abspringen ihre Gelenke belasten.
Die Gefiederpflege erfordert regelmäßige Kontrolle der Federn, insbesondere im Bereich des Afters und der Unterschenkel, wo sich Verschmutzungen und Parasiten festsetzen können. Ein Sandbad mit Kieselgur wirkt vorbeugend gegen Milben und Federlinge.
Ernährung
Die Fütterung sollte ausgewogen und an den jeweiligen Lebenszyklus angepasst sein. Legereifes Geflügel erhält ein hochwertiges Alleinfutter für Legehennen mit einem Rohproteingehalt von etwa