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Paduaner

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Rassen > Hühnerrassen

Steckbrief

  • Herkunft: Italien (Padua), mit möglichen Wurzeln in Polen
  • Rassestandard: Anerkannt durch den BDRG (Bund Deutscher Rassegeflügelzüchter) und den Europäischen Rassegeflügelstandard
  • Größe: Mittelgroßes Huhn; Hahn ca. 40–45 cm, Henne ca. 35–40 cm
  • Gewicht: Hahn 1,8–2,3 kg, Henne 1,5–2,0 kg
  • Lebenserwartung: 6–8 Jahre bei artgerechter Haltung
  • Gefieder/Farben: Chamois-weiß gesäumt, silber-schwarz gesäumt, schwarz, weiß, blau gesäumt, gold-schwarz gesäumt
  • Legeleistung: Ca. 120–160 Eier pro Jahr, weiße Schale, Eigewicht ca. 50 g

Herkunft & Geschichte

Die Paduaner gehören zu den ältesten Zierhuhnrassen Europas und blicken auf eine Jahrhunderte alte Zuchtgeschichte zurück. Ihr Name leitet sich von der norditalienischen Stadt Padua ab, obwohl die exakte Abstammung bis heute nicht vollständig geklärt ist. Einige Quellen vermuten, dass die Vorfahren dieser Rasse im Mittelalter aus Polen nach Italien gelangten – eine These, die durch die englische Bezeichnung „Poland" oder „Polish" für verwandte Haubenhühner gestützt wird. Andere Forscher sehen die Ursprünge in Asien, von wo Haubenhühner über Handelsrouten nach Europa gelangt sein sollen.

Bereits auf Gemälden niederländischer und italienischer Maler des 16. und 17. Jahrhunderts sind Hühner mit üppigen Federhauben abgebildet, die den heutigen Paduanern stark ähneln. Im 18. Jahrhundert erfreute sich die Rasse an europäischen Adelshöfen großer Beliebtheit. Sie galt als Statussymbol und wurde gezielt auf ein immer prächtigeres Erscheinungsbild gezüchtet.

Im 19. Jahrhundert nahm die systematische Zucht durch die Gründung von Rassegeflügelvereinen und die Einführung verbindlicher Rassestandards Fahrt auf. Der BDRG erkennt die Paduaner heute in mehreren Farbschlägen an. Trotz ihres eindrucksvollen Erscheinungsbildes sind Paduaner in Deutschland keine Massenrasse – sie werden vorwiegend von engagierten Züchtern und Liebhabern auf Ausstellungen gezeigt und gelten als erhaltungswürdige Zierrasse.

Aussehen & Rassemerkmale

Das auffälligste Merkmal der Paduaner ist zweifellos die mächtige Vollhaube, die kugelförmig und geschlossen den gesamten Oberkopf bedeckt. Beim Hahn fällt das Haubengefieder kaskadenartig nach hinten, während die Henne eine gleichmäßig runde, kompakte Haube trägt. Die Federn der Haube sitzen auf einer knöchernen Erhebung des Schädels, der sogenannten Protuberanz – einem anatomischen Merkmal aller Haubenhühner.

Paduaner besitzen keinen Kamm. Anstelle des typischen Hühnerkamms zeigen sie lediglich kleine, rudimentäre Hörnchen, die unter der Haube verborgen sind. Der Bart ist voll und dreiteilig ausgeprägt, bestehend aus Kinn- und Backenbart, der das Gesicht nahezu vollständig einrahmt. Die Kehllappen fehlen oder sind nur minimal vorhanden.

Der Körperbau ist aufrecht, schlank und elegant. Der Rücken ist mittellang, die Brust gut gerundet. Die Läufe sind mittellang, unbefiedert und je nach Farbschlag schieferblau bis bleigrau. Der Schwanz wird mittelhoch getragen. Das Gefieder liegt insgesamt straff an und zeigt bei den gesäumten Farbschlägen eine klare, kontraststarke Zeichnung. Besonders begehrt bei Züchtern ist der Farbschlag Chamois-weiß gesäumt, bei dem jede Feder einen goldbraunen Kern mit weißer Säumung aufweist.

Charakter & Wesen

Paduaner gelten als ruhige, zutrauliche und sanftmütige Hühner. Sie zeigen ein ausgeglichenes Temperament und werden bei regelmäßigem, behutsamen Umgang schnell zahm. Viele Halter berichten, dass ihre Paduaner ihnen auf Schritt und Tritt folgen und Futter aus der Hand nehmen – ein Verhalten, das sie besonders für Familien mit Kindern interessant macht.

Allerdings bringt die eingeschränkte Sicht durch die üppige Haube eine gewisse Schreckhaftigkeit mit sich. Paduaner reagieren empfindlich auf plötzliche Bewegungen oder unerwartete Geräusche, da sie herannahende Personen oder Tiere oft spät bemerken. Als wachsam im klassischen Sinn kann man sie daher nicht bezeichnen. In gemischten Gruppen mit durchsetzungsstarken Rassen geraten sie schnell in die Unterordnung. Die Vergesellschaftung mit anderen ruhigen Rassen oder ausschließlich unter Artgenossen ist daher empfehlenswert.

Die Hennen zeigen nur selten Brutlust. Der Bruttrieb ist durch die lange Zucht auf Ausstellungsmerkmale weitgehend weggezüchtet worden. Wer Küken nachziehen möchte, sollte eine Kunstbrut oder Ammenhennen einplanen.

Haltung & Pflege

Paduaner stellen spezifische Anforderungen an ihre Haltung, die über die Grundversorgung normaler Hühnerrassen hinausgehen. Der Stall muss trocken, zugfrei und sauber sein – nasses oder verschmutztes Haubengefieder begünstigt Hautreizungen und Parasitenbefall. Eine erhöhte Stallhygiene ist daher Pflicht.

Beim Auslauf gilt: Ein überdachter oder zumindest teilweise geschützter Bereich ist ideal, da Regen die Haube durchnässt und verklumpen lässt. Die eingeschränkte Sicht macht die Tiere zudem anfälliger für Greifvögel. Ein gesicherter Freilauf mit Netz oder Voliere bietet den besten Schutz.

Die Gefiederpflege ist ein zentraler Aspekt. Die Haube sollte regelmäßig auf Verschmutzungen, Parasiten wie Federlinge und Milben sowie auf Verfilzungen kontrolliert werden. Vor Ausstellungen schneiden viele Züchter das Haubengefieder leicht frei um die Augen, damit die Tiere besser sehen können.