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Pakarana

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Tierart – Säugetiere > Nagetiere

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Dinomys branickii
  • Ordnung: Nagetiere (Rodentia)
  • Familie: Pakaranas (Dinomyidae)
  • Gattung: Dinomys
  • Lebensraum: Tropische Bergwälder der Anden, 240–3 200 m Höhe
  • Größe: Kopf-Rumpf-Länge 73–79 cm, Schwanz ca. 20 cm
  • Gewicht: 10–15 kg
  • Lebenserwartung: In Gefangenschaft bis zu 12 Jahre, in freier Wildbahn vermutlich kürzer

Aussehen & Merkmale

Die Pakarana ist ein stämmig gebautes, großes Nagetier mit einem breiten Kopf und kurzen, abgerundeten Ohren. Das dichte, grobe Fell ist überwiegend dunkelbraun bis schwarz gefärbt und trägt auf Rücken und Flanken zwei Reihen auffälliger weißer Flecken oder kurzer Streifen, die in Längslinien angeordnet sind. Dieses Zeichnungsmuster erinnert oberflächlich an das des Paka (Cuniculus paca), mit dem die Pakarana allerdings nur entfernt verwandt ist – der Name „Pakarana" stammt aus dem Tupi und bedeutet sinngemäß „falscher Paka".

Der Schwanz ist mit rund 20 cm Länge für ein Nagetier dieser Größe relativ lang, dabei dick und dicht behaart. Die kräftigen Gliedmaßen enden in breiten Pfoten mit vier Zehen an den Vorderfüßen und drei an den Hinterfüßen, die jeweils starke Krallen tragen. Auffällig sind die langen, kräftigen Vibrissen am Kopf, die als Tastorgane in der Dunkelheit dienen. Die Schneidezähne sind wie bei allen Nagetieren wurzellos und wachsen zeitlebens nach.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Pakarana erstreckt sich über die östlichen Andenhänge und das angrenzende Tiefland von Venezuela über Kolumbien, Ecuador, Peru, Bolivien bis in den Westen Brasiliens. Die Art besiedelt vorwiegend tropische und subtropische Bergwälder (Nebelwälder) in Höhenlagen zwischen 240 und 3 200 Metern. Als bevorzugtes Habitat dienen felsige, dicht bewachsene Hanglagen in der Nähe von Flüssen und Bächen. Dort nutzen die Tiere natürliche Felsspalten, Höhlen und Wurzelwerk als Rückzugsorte. Die Pakarana ist stark an geschlossene Waldgebiete gebunden und meidet offene Landschaften.

Die Populationsdichte ist im gesamten Verbreitungsgebiet gering. Sichtungen in freier Wildbahn sind selten, weshalb über die genaue Ausdehnung des Vorkommens nach wie vor Wissenslücken bestehen. Zwischen den bekannten Fundorten liegen teils große Lücken, was auf eine natürlich fragmentierte Verbreitung hindeutet.

Ernährung

Die Pakarana ernährt sich rein pflanzlich. Auf dem Speiseplan stehen Blätter, Stängel, Früchte, Knospen und gelegentlich Rinde. In Gefangenschaft zeigen die Tiere eine Vorliebe für verschiedene Obst- und Gemüsesorten. Beim Fressen setzen sie häufig die Vorderpfoten ein, um Nahrungsstücke zu greifen und zum Maul zu führen – ein Verhalten, das bei Nagetieren dieser Größe selten in dieser Ausprägung zu beobachten ist. Die kräftigen Schneidezähne ermöglichen es, auch härtere Pflanzenteile zu zerkleinern. Wasser nehmen die Tiere sowohl direkt als auch über wasserreiche Pflanzennahrung auf.

Verhalten & Lebensweise

Die Pakarana ist überwiegend nachtaktiv, zeigt aber auch dämmerungsaktive Phasen. Tagsüber ruht sie in Felshöhlen oder Erdbauten, die sie teils selbst gräbt, teils von anderen Tieren übernimmt. Die Art lebt in kleinen Gruppen von zwei bis fünf Individuen, meist bestehend aus einem Paar mit Jungtieren. Größere soziale Verbände sind nicht dokumentiert.

Die Fortbewegung an Land wirkt bedächtig und eher langsam. Pakaranas bewegen sich mit einem watschelnden Gang, können bei Gefahr aber durchaus schnell laufen. Sie klettern geschickt über Felsen und niedrige Äste. In Gefangenschaft gehaltene Tiere gelten als friedfertig und wenig scheu; sie lassen sich relativ leicht an Menschen gewöhnen.

Die Lautäußerungen umfassen verschiedene Brumm-, Pfeif- und Zähneknirschlaute. In zoologischen Einrichtungen wurde beobachtet, dass die Tiere beim Fressen zufriedene, leise Brummtöne von sich geben. Auch ein rhythmisches Stampfen mit den Hinterfüßen wurde beschrieben, das vermutlich der Kommunikation oder Warnung dient.

Fortpflanzung & Aufzucht

Über die Fortpflanzung der Pakarana in freier Wildbahn ist wenig bekannt. Die meisten Daten stammen aus Beobachtungen in Gefangenschaft. Die Tragzeit beträgt rund 223 bis 283 Tage – eine für Nagetiere ungewöhnlich lange Zeitspanne, die allerdings bei großen südamerikanischen Hystricognathi (Stachelschweinverwandte) nicht untypisch ist. Pro Wurf werden in der Regel ein bis zwei Jungtiere geboren, selten drei.

Die Neugeborenen sind Nestflüchter: Sie kommen behaart und mit offenen Augen zur Welt und wiegen bei der Geburt etwa 900 Gramm. Sie werden mehrere Wochen gesäugt, beginnen aber bereits früh, feste Nahrung aufzunehmen. Die Geschlechtsreife tritt im Alter von etwa zwölf Monaten ein.

Bedrohung & Schutzstatus

Die IUCN stuft die Pakarana in der Roten Liste als „gefährdet" (Vulnerable) ein. Hauptbedrohungen sind der Verlust des Lebensraums durch Abholzung der Bergwälder, die Ausweitung landwirtschaftlicher Nutzflächen sowie die Jagd. In einigen Regionen wird das Fleisch der Pakarana von der lokalen Bevölkerung verzehrt. Da die Art ohnehin nur in geringer Populationsd