Paradieskolibri
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Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Lophornis pavoninus
- Ordnung: Seglervögel (Apodiformes)
- Familie: Kolibris (Trochilidae)
- Gattung: Schmuckelfen (Lophornis)
- Lebensraum: Tropische Regenwälder und Tepui-Vegetation im nördlichen Südamerika
- Größe: ca. 7–8 cm Körperlänge
- Gewicht: ca. 2,5–3,5 g
- Lebenserwartung: geschätzt 3–5 Jahre in freier Wildbahn
Aussehen & Merkmale
Der Paradieskolibri gehört zu den kleinsten Vertretern der Familie der Kolibris und zählt selbst innerhalb dieser artenreichen Gruppe zu den auffälligsten Erscheinungen. Das Männchen trägt ein schillerndes, überwiegend grün glänzendes Gefieder auf der Oberseite, während die Unterseite dunkel bis schwärzlich gefärbt ist. Charakteristisch sind die stark verlängerten, fächerförmig abstehenden Wangenfedern, die an den Spitzen leuchtend grüne, schimmernde Punkte tragen. Diese Schmuckfedern verleihen dem Vogel sein unverwechselbares Erscheinungsbild und sind namensgebend für die Gattung der Schmuckelfen. Der Scheitel schimmert je nach Lichteinfall intensiv grün bis blaugrün.
Die Weibchen sind deutlich schlichter gefärbt. Ihr Gefieder zeigt oberseits ein matteres Grün, die Unterseite ist weißlich mit grünlichen Flanken. Die auffälligen Wangenschmuckfedern fehlen bei ihnen vollständig. Der Schnabel beider Geschlechter ist kurz, gerade und schwarz – ein typisches Merkmal der Gattung Lophornis, das sie von langsschnäbeligen Kolibri-Gattungen unterscheidet. Die Füße sind winzig und dienen fast ausschließlich zum Sitzen auf dünnen Zweigen, nicht zum Laufen.
Lebensraum & Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet des Paradieskolibris erstreckt sich über Teile des nördlichen Südamerikas. Die Art kommt in Venezuela, Guyana und dem äußersten Norden Brasiliens vor. Ihr bevorzugtes Habitat sind tropische Tieflandregenwälder, feuchte Waldränder und die Übergangszonen zu den Tepui-Hochflächen des Guayana-Schildes. In diesen Biotopen finden sich die blütenreichen Vegetationsschichten, die der Art als Nahrungsgrundlage dienen.
Der Paradieskolibri besiedelt vorwiegend die unteren und mittleren Straten des Waldes, ist aber gelegentlich auch an Lichtungen und entlang von Flussläufen anzutreffen. Die Höhenverbreitung reicht vom Tiefland bis auf etwa 1.200 Meter über dem Meeresspiegel. Anders als einige verwandte Arten der Gattung Lophornis, wie etwa die Schmuckelfe (Lophornis ornatus) oder die Haubenkolibri-Arten, zeigt der Paradieskolibri eine vergleichsweise enge Bindung an ungestörte Waldgebiete.
Ernährung
Wie alle Kolibris ernährt sich der Paradieskolibri überwiegend von Blütennektar. Mit seinem kurzen, geraden Schnabel bevorzugt er Blüten mit kurzem Kelch, darunter verschiedene Arten aus den Familien der Gesneriengewächse und Bromeliaceae. Beim Trinken schwebt der Vogel im charakteristischen Rüttelflug vor der Blüte und führt seine lange, gespaltene Zunge bis zu 13 Mal pro Sekunde in den Kelch ein.
Neben Nektar bilden kleine Arthropoden – vor allem Insekten und Spinnen – einen wesentlichen Bestandteil der Nahrung. Diese proteinreiche Kost ist besonders während der Brutzeit und für das Wachstum der Jungvögel von Bedeutung. Der Paradieskolibri fängt Insekten sowohl im Flug (sogenanntes „Hawking") als auch durch gezieltes Absuchen von Blättern und Rinde.
Verhalten & Lebensweise
Der Paradieskolibri ist tagaktiv und verbringt den Großteil seiner wachen Stunden mit der Nahrungssuche. Wie die meisten Kolibris lebt er einzelgängerisch. Männchen verteidigen kleine, blütenreiche Reviere, an denen sie bevorzugte Nahrungspflanzen gegen Artgenossen und andere Nektarkonkurrenten sichern. Diese Territorialität äußert sich in schnellen Verfolgungsflügen und auffälligen Lautäußerungen.
In kalten Nächten kann der Paradieskolibri wie andere Kolibriarten in einen Torpor fallen – einen kontrollierten Zustand stark herabgesetzter Körpertemperatur und reduzierten Stoffwechsels. Dieser Energiesparmechanismus ist bei einem Tier mit derart hohem Grundumsatz überlebensnotwendig: Das Herz eines aktiven Kolibris schlägt bis zu 1.200 Mal pro Minute, die Flügelschlagfrequenz liegt bei rund 50–80 Schlägen pro Sekunde.
Fortpflanzung & Aufzucht
Die Balz des Paradieskolibris ist eng mit der Zurschaustellung der verlängerten Wangenfedern verbunden. Das Männchen präsentiert sein Schmuckgefieder in schnellen, pendelartigen Flugmanövern vor dem Weibchen. Nach der Paarung endet die Beteiligung des Männchens – wie bei den meisten Kolibriarten übernimmt das Weibchen Nestbau, Brut und Aufzucht allein.
Das Nest ist ein winziger, becherförmiger Bau aus Pflanzenfasern, Flechten und Spinnenseide, der an einem dünnen Zweig befestigt wird. Das Gelege besteht aus zwei weißen Eiern, die etwa 14–16 Tage bebrütet werden. Die Nestlinge sind beim Schlupf nackt und blind. Sie werden vom Weibchen mit vorverdautem Nektar und Insekten gefüttert und verlassen das Nest nach rund 20–22 Tagen.
Bedrohung & Schutzstatus
Die IUCN stuft den Paradieskolibri derzeit als „Least Concern" (nicht gefährdet) ein. Die Populationsgröße gilt als stabil, obwohl genaue Bestandszahlen fehlen. Die größte potenzielle Bedrohung liegt in der fortschreitenden Ab