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Pfeilwurm

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Tierart – Wirbellose > Würmer & Co

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Stamm Chaetognatha
  • Systematik: Eigener Tierstamm (Chaetognatha), umfasst ca. 130 bekannte Arten in 2 Ordnungen (Phragmophora und Aphragmophora) und rund 25 Gattungen
  • Wichtige Familien: Sagittidae, Spadellidae, Eukrohniidae
  • Lebensraum: Meere weltweit, überwiegend pelagisch (freischwimmend im offenen Wasser), einige Arten benthisch (bodenlebend)
  • Größe: 2 bis 120 mm, die meisten Arten zwischen 10 und 30 mm
  • Gewicht: Wenige Milligramm (aufgrund der geringen Körpergröße kaum messbar)
  • Lebenserwartung: Wenige Monate bis maximal etwa ein Jahr

Aussehen & Merkmale

Pfeilwürmer verdanken ihren deutschen Namen der charakteristischen Körperform: Der Leib ist langgestreckt, schlank und torpedoförmig, was an einen fliegenden Pfeil erinnert. Der Körper gliedert sich in drei Abschnitte – Kopf, Rumpf und Schwanz. Die Tiere sind nahezu vollständig transparent, sodass innere Organe mit bloßem Auge oder unter dem Mikroskop sichtbar sind. Entlang des Rumpfes und am Schwanzende befinden sich seitliche Flossen, die als horizontale Hautfalten ausgebildet sind und der Stabilisierung beim Gleiten durch das Wasser dienen. Eine Schwanzflosse am hinteren Körperende erinnert entfernt an die Schwanzflosse von Fischen.

Am Kopf tragen Pfeilwürmer das auffälligste Merkmal des Stammes: beidseitig angeordnete, sichelförmige Greifhaken aus Chitin, die sogenannten Fangkiefer. Diese Strukturen können nach vorne geklappt werden und dienen dem Beutefang. Zusätzlich besitzt der Kopf eine oder mehrere Reihen kleinerer Zähne. Die Augen sind einfach gebaut und bestehen aus pigmentierten Sinneszellen, die Lichtintensität wahrnehmen können. Über den gesamten Körper verteilt finden sich Zilien-Rezeptoren – feine Tastorgane, die Vibrationen im Wasser registrieren und eine präzise Ortung von Beute ermöglichen.

Im Gegensatz zu echten Würmern (Annelida) besitzen Pfeilwürmer kein segmentiertes Körperbauschema. Ihre Epidermis ist einschichtig und wird von einer dünnen Cuticula bedeckt. Die Muskulatur besteht aus Längsmuskeln, die eine schnelle, ruckartige Fortbewegung erlauben.

Lebensraum & Verbreitung

Pfeilwürmer kommen in sämtlichen Ozeanen vor – von den Tropen bis in polare Gewässer, von der Meeresoberfläche bis in Tiefen von über 4.000 Metern. Ihr Verbreitungsgebiet ist damit nahezu global. Die meisten Arten leben pelagisch und gehören fest zum marinen Zooplankton. Einige wenige Gattungen wie Spadella besiedeln als benthische Formen Hartsubstrate in Küstennähe, etwa Felsen, Seegraswiesen oder Korallenriffe.

Die verschiedenen Arten zeigen ausgeprägte Präferenzen für bestimmte Wassermassen. Ozeanographen nutzen diese Eigenschaft, um Pfeilwürmer als sogenannte Indikatororganismen einzusetzen: Das Vorkommen bestimmter Arten lässt Rückschlüsse auf Wassertemperatur, Salzgehalt und Herkunft von Meeresströmungen zu. Die Gattung Sagitta (heute oft als Parasagitta, Flaccisagitta oder Ferosagitta aufgespalten) stellt dabei die artenreichste und am weitesten verbreitete Gruppe dar.

Ernährung

Pfeilwürmer sind ausnahmslos räuberisch. Sie ernähren sich vorwiegend von Copepoden (Ruderfußkrebsen), die zu den häufigsten Vertretern des marinen Zooplanktons zählen. Daneben stehen Krill-Larven, andere kleine Krebstiere, Fischlarven und gelegentlich sogar kleinere Artgenossen auf dem Speiseplan. Die Jagd erfolgt nach dem Lauerjäger-Prinzip: Das Tier verharrt weitgehend regungslos im Wasser, registriert über seine empfindlichen Vibrationsrezeptoren Bewegungen in der Umgebung und schnellt dann blitzartig vor, um die Beute mit den Greifhaken zu packen. Der gesamte Fangvorgang dauert nur wenige Millisekunden.

Einige Arten wie Parasagitta elegans setzen beim Beutefang ein Neurotoxin ein, das Tetrodotoxin (TTX). Dieses Gift, das auch bei Kugelfischen vorkommt, wird von Bakterien produziert, die in Drüsen nahe den Fangkiefern siedeln, und lähmt die Beute rasch.

Verhalten & Lebensweise

Pfeilwürmer sind überwiegend Einzelgänger, die kein Revier verteidigen und keine sozialen Strukturen ausbilden. Viele pelagische Arten führen eine tägliche Vertikalwanderung durch: Nachts steigen sie in oberflächennahe Wasserschichten auf, um zu fressen, und sinken tagsüber in tiefere Zonen ab, um Fressfeinden wie planktivoren Fischen zu entgehen. Dieses Verhalten wird als diurnale Vertikalmigration bezeichnet und ist ein weit verbreitetes Muster im Zooplankton.

Die Fortbewegung erfolgt durch schnelle Kontraktionen der Längsmuskulatur, wobei die seitlichen Flossen als passive Stabilisatoren wirken. Zwischen den kurzen Schwimmstößen treiben die Tiere nahezu regungslos im Wasser – eine energiesparende Strategie, die zum Lauerjäger-Prinzip passt.

Fortpflanzung & Aufzucht

Alle Pfeilwürmer sind Zwitter (Hermaphroditen). Jedes Individuum besitzt sowohl Ovarien im Rumpfabschnitt als auch Hoden im Schwanzabschnitt. Die Spermien reifen in der Regel vor den Eizellen heran (Proterandrie), was Selbstbefruchtung zwar nicht vollständig ausschließt, aber unwahrscheinlicher macht. Bei der Paarung überträgt ein Tier ein Spermienpaket (Spermatophore) auf den Partner, das an einer spezi