Phelsume
PTierart – Reptilien > Echsen – Geckos
Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Phelsuma (Gattung mit über 50 beschriebenen Arten)
- Ordnung: Schuppenkriechtiere (Squamata)
- Familie: Geckos (Gekkonidae)
- Unterfamilie: Gekkoninae
- Lebensraum: Tropische Regenwälder, Küstenvegetation, Kulturland; vorwiegend auf Madagaskar und umliegenden Inselgruppen
- Größe: 6–30 cm Gesamtlänge je nach Art
- Gewicht: 2–70 g je nach Art
- Lebenserwartung: 8–20 Jahre (artabhängig; in Gefangenschaft teils länger)
Aussehen & Merkmale
Phelsumen gehören zu den farbenprächtigsten Vertretern unter den Geckos. Die meisten Arten tragen eine leuchtend grüne Grundfärbung, die durch rote, blaue, gelbe oder orange Flecken und Zeichnungen ergänzt wird. Der Große Madagaskar-Taggecko (Phelsuma grandis), eine der bekanntesten Arten, erreicht bis zu 30 cm Gesamtlänge und zeigt kräftige rote Tupfen auf dem Rücken. Am anderen Ende des Größenspektrums steht beispielsweise Phelsuma pusilla mit einer Gesamtlänge von nur etwa 10 cm.
Der Körperbau ist leicht abgeflacht und schlank, der Kopf deutlich vom Hals abgesetzt. Die großen, runden Augen besitzen runde Pupillen – ein Merkmal, das Phelsumen von den meisten nachtaktiven Geckoarten mit schlitzförmigen Pupillen unterscheidet. Die Augen sind von einer durchsichtigen, fest verwachsenen Schuppe bedeckt, die das bewegliche Lid ersetzt. Die Tiere reinigen diese sogenannte Brille regelmäßig mit der Zunge.
Wie andere Geckos verfügen Phelsumen über Haftlamellen an den Zehenunterseiten. Diese bestehen aus feinen, haarähnlichen Strukturen (Setae), die durch Van-der-Waals-Kräfte eine Haftung an glatten Oberflächen ermöglichen. Damit bewegen sich die Tiere mühelos an senkrechten Glasscheiben oder Blattunterseiten.
Die Haut ist mit feinen Schuppen bedeckt und relativ empfindlich. Bei Stress oder grober Handhabung können Phelsumen ihre Haut großflächig abwerfen – ein Schutzmechanismus, der dem Tier das Entkommen aus dem Maul eines Fresseindes ermöglicht. Die Haut regeneriert sich innerhalb weniger Wochen, allerdings oft mit veränderter Färbung.
Lebensraum & Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet der Gattung Phelsuma erstreckt sich über Madagaskar, die Komoren, die Seychellen, die Maskarenen (Mauritius, Réunion, Rodrigues) sowie Teile der ostafrikanischen Küste und vorgelagerter Inseln wie Sansibar und Pemba. Madagaskar gilt als Diversitätszentrum der Gattung; hier kommen die meisten Arten vor, viele davon endemisch in eng begrenzten Habitaten.
Phelsumen besiedeln unterschiedliche Biotope: primäre und sekundäre Regenwälder, trockene Laubwälder im Westen Madagaskars, Mangrovenzonen, Kokospalmenplantagen und Hausgärten. Die Tiere sind streng arboricol, leben also auf Bäumen und Sträuchern. Viele Arten haben eine Vorliebe für Palmen, Pandanus-Schraubenbäume oder großblättrige Bananengewächse, deren Blattachseln Feuchtigkeit und Kleintiere bieten. Einzelne Arten wie Phelsuma ornata auf Mauritius kommen auch auf niedrigem Gebüsch und Felsen vor.
Ernährung
Phelsumen sind Allesfresser mit einem deutlichen Schwerpunkt auf tierischer Nahrung. Sie erbeuten Insekten wie Fliegen, Grillen, kleine Käfer, Spinnen und andere Wirbellose. Die Jagd erfolgt durch aktives Anpirschen und einen schnellen Zuschnapp. Ergänzend nehmen die Tiere regelmäßig Nektar, Blütenpollen, überreifes Obst und süße Pflanzensäfte auf. In der Natur lecken sie häufig an aufgeplatzten Früchten oder an Honigtau, den Blattläuse und Zikaden absondern. In der Terrarienhaltung hat sich ein Gemisch aus Fruchtbrei und Vitaminsupplementen als Ergänzung zur Insektenfütterung bewährt.
Die gemischte Ernährungsweise spielt ökologisch eine Rolle bei der Bestäubung bestimmter Pflanzenarten. Auf den Maskarenen wurden Phelsumen als relevante Bestäuber für endemische Pflanzen dokumentiert, deren ursprüngliche Bestäuber – etwa bestimmte Vogelarten – ausgestorben sind.
Verhalten & Lebensweise
Anders als der Großteil der Geckoarten sind Phelsumen tagaktiv. Sie nutzen Sonnenlicht gezielt zur Thermoregulation und zeigen ausgeprägte Sonnenverhalten auf exponierten Ästen oder Blättern. Die Körpertemperatur wird durch Wechsel zwischen Sonnen- und Schattenplätzen reguliert.
Phelsumen sind territorial. Männchen verteidigen ihr Revier aggressiv gegenüber Rivalen. Die Auseinandersetzungen beginnen mit Imponierverhalten – seitliches Abflachen des Körpers, Kehllappen-Spreizen und Farbintensivierung – und können zu Beißereien führen, bei denen es zu ernsthaften Verletzungen kommt. Auch Weibchen zeigen innergeschlechtliche Aggression, was bei der Terrarienhaltung berücksichtigt werden muss.
Die Kommunikation erfolgt über visuelle Signale (Körperfärbung, Kopfnicken) und in geringem Maße über leise Klicklaute. Ein ausgeprägtes Revierverhalten bedingt, dass einzelne Tiere meist über Wochen oder Monate denselben Baum oder Baumabschnitt bewohnen.
Fortpflanzung & Aufzucht
Phelsumen legen in der Regel zwei hartschalige Eier pro Gelege, die an geschützten Stellen – etwa in Blattachseln, unter Rinde oder in Baumhöhlen – abgelegt und häufig mit den Hinterbeinen an das Substrat gedrückt werden. Einige Arten