Phönix
PRassen > Hühnerrassen
Steckbrief
- Herkunft: Japan (Urform), Weiterzucht in Deutschland
- Rassestandard: BDRG (Bund Deutscher Rassegeflügelzüchter), Europäischer Rassegeflügelstandard
- Gewicht Hahn: 2,0 – 2,5 kg
- Gewicht Henne: 1,5 – 2,0 kg
- Legeleistung: ca. 80 – 120 Eier pro Jahr
- Eigewicht: ca. 45 g, cremeweiß
- Lebenserwartung: 6 – 10 Jahre
- Gefiederfarben: Goldhalsig, Silberhalsig, Orangehalsig, Weiß, Schwarz
- Besonderheit: Extrem lange Schwanzfedern beim Hahn (bis über 3 Meter möglich)
Herkunft & Geschichte
Die Abstammung des Phönix-Huhns führt nach Japan, wo seit Jahrhunderten langschwänzige Hühnerrassen wie das Onagadori gezüchtet werden. Beim Onagadori sorgt eine genetische Besonderheit dafür, dass die Schwanzfedern nicht wie bei gewöhnlichen Hühnerrassen periodisch gemausert werden, sondern über Jahre hinweg weiterwachsen. Schwanzlängen von über zehn Metern sind bei japanischen Originallinien dokumentiert – dort gelten die Tiere als lebende Nationalschätze.
Gegen Ende des 19. Jahrhunderts gelangten langschwänzige japanische Hühner nach Europa. Der sächsische Züchter Hugo du Roi gilt als maßgeblicher Wegbereiter der europäischen Zuchtlinie. Er kreuzte importierte japanische Langschwanzhühner mit verschiedenen europäischen Rassen, darunter Altenglische Kämpfer und Leghorn, um ein robusteres, an das hiesige Klima angepasstes Huhn zu schaffen. Das Ergebnis war der Phönix – ein Zierhuhn, das zwar nicht die extremen Schwanzlängen des Onagadori erreicht, aber deutlich widerstandsfähiger und haltungsfreundlicher ist.
Der Name „Phönix" wurde gewählt, weil das Erscheinungsbild des Hahns mit seinen langen, fließenden Schwanzfedern an den mythologischen Feuervogel erinnert. Im deutschen Rassegeflügelstandard wurde die Rasse früh anerkannt und wird heute vom BDRG sowie internationalen Zuchtverbänden betreut. Der Sonderverein der Züchter des Phönix- und Zwerg-Phönixhuhns pflegt den Rassestandard in Deutschland.
Aussehen & Rassemerkmale
Das Phönix-Huhn ist ein schlankes, aufrecht stehendes Tier von elegantem Körperbau. Der Hahn besticht durch seinen außergewöhnlich langen Schwanz, der bei guter Pflege und entsprechender Genetik Längen von anderthalb bis über drei Metern erreichen kann. Die Sattelfedern sind ebenfalls stark verlängert und fallen in einem fließenden Bogen herab. Die Hennen tragen einen moderat langen Schwanz, der sich von gewöhnlichen Hühnerrassen deutlich abhebt, aber bei weitem nicht die Dimensionen des Hahnenschwanzes erreicht.
Der Kopf ist schmal und fein, geziert von einem einfachen, mittelgroßen Stehkamm mit gleichmäßigen Zacken. Die Ohrscheiben sind weiß bis cremefarben, die Kehllappen klein und rot. Die Augen sind orangerot und verleihen dem Tier einen wachen, lebhaften Ausdruck. Der Rumpf ist gestreckt und schlank, die Brust leicht vorgewölbt. Die Läufe sind mittellang, feinknochig und schieferblau bis grau gefärbt.
Unter den anerkannten Farbschlägen ist Goldhalsig der populärste und zeigt den klassischen Kontrast aus goldenem Halsbehang und schwarzgrün glänzendem Körpergefieder beim Hahn. Silberhalsig bietet denselben Zeichnungstyp in Silber-Schwarz. Die Farbschläge Weiß und Schwarz sind einfarbig und bestechen durch ihre Reinheit.
Charakter & Wesen
Der Phönix ist ein lebhaftes, aufmerksames Huhn mit einem eher eigenständigen Wesen. Die Tiere sind nicht ausgesprochen zutraulich, können aber bei regelmäßigem, ruhigem Umgang durchaus handzahm werden. Hähne sind wachsam und zeigen ein ausgeprägtes Revierverhalten, ohne dabei übermäßig aggressiv zu sein. Hennen verhalten sich untereinander vergleichsweise friedlich.
Die Rasse ist aktiv und bewegungsfreudig. Phönix-Hühner fliegen für ihre Größe erstaunlich gut und suchen gern erhöhte Schlafplätze auf. Ihr Temperament ist lebhaft, aber nicht nervös – bei ruhiger Haltung zeigen sie ein ausgeglichenes Verhalten. Der Bruttrieb ist bei den Hennen nur schwach ausgeprägt, weshalb für die Nachzucht häufig auf Kunstbrut oder Ammenhennen zurückgegriffen wird.
Haltung & Pflege
Die Haltung des Phönix stellt besondere Anforderungen, die vor der Anschaffung gründlich bedacht werden sollten. Zentraler Punkt ist der lange Schwanz des Hahns: Damit die Federn nicht brechen, verschmutzen oder abknicken, benötigen die Tiere trockene, saubere Stallungen mit ausreichend Platz. Erhöhte Sitzstangen – mindestens einen Meter über dem Boden – sind unerlässlich, damit der Schwanz frei herabhängen kann. Manche Züchter verwenden spezielle Schwanzkästen oder erhöhte Stallkammern.
Der Auslauf sollte großzügig bemessen, gut drainiert und idealerweise mit kurzem Rasen versehen sein. Matschige oder stark bewachsene Flächen beschädigen das Gefieder schnell. Einige ambitionierte Züchter beschränken den Freilauf der Hähne bei feuchtem Wetter, um die Schwanzfedern zu schonen. Die Hennen sind diesbezüglich deutlich pflegeleichter.
Die Gefiederpflege geht über das übliche Maß hinaus: Regelmäßige Kontrolle auf Parasiten wie Federlinge und Milben ist besonders wichtig, da das dichte, lange Gefieder einen idealen Lebensraum für Ektoparasiten bietet. Ein Staubbad mit Sand und Kieselgur sollte jederzeit zugänglich sein. Die langen Schwanzfedern werden bei Bedarf vorsichtig entwirrt und von