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Pinguin

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Tierart – Vögel > Flugunfähige & Laufvögel

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Spheniscidae (Familie)
  • Ordnung: Sphenisciformes (Pinguine)
  • Familie: Spheniscidae
  • Anzahl der Arten: 18 rezente Arten in 6 Gattungen
  • Lebensraum: Küstenregionen und offene Meere der Südhalbkugel; von der Antarktis über gemäßigte Zonen bis zu den Galápagos-Inseln am Äquator
  • Größe: 30 cm (Zwergpinguin) bis 130 cm (Kaiserpinguin)
  • Gewicht: 1 kg (Zwergpinguin) bis 40 kg (Kaiserpinguin)
  • Lebenserwartung: 6–30 Jahre, je nach Art

Aussehen & Merkmale

Pinguine besitzen einen stromlinienförmigen, spindelförmigen Körper, der optimal an das Leben im Wasser angepasst ist. Das Gefieder ist extrem dicht – mit etwa 12 bis 15 Federn pro Quadratzentimeter die höchste Federdichte aller Vögel. Die kurzen, steifen Federn bilden eine nahezu wasserundurchlässige Schicht, unter der eine dicke Lage Daunen zusätzlich isoliert. Darunter liegt bei vielen Arten eine ausgeprägte Fettschicht, die sowohl als Energiespeicher als auch als Wärmeisolation dient.

Die Flügel sind zu starren, paddelartigen Flossen (Flippern) umgebildet, die beim Schwimmen als Antrieb fungieren. Die Knochen der Flügel sind abgeflacht und deutlich schwerer als bei flugfähigen Vögeln – eine Anpassung, die den Auftrieb im Wasser reduziert. Die Beine setzen weit hinten am Körper an, was den aufrechten Gang an Land erzwingt und zugleich unter Wasser als Steuerruder dient. Die Füße sind mit Schwimmhäuten versehen.

Die klassische schwarz-weiße Färbung – dunkle Oberseite, helle Unterseite – stellt eine Form der Gegenschattierung dar. Von oben betrachtet verschmilzt der dunkle Rücken mit der Tiefe des Meeres, von unten hebt sich der weiße Bauch kaum gegen die helle Wasseroberfläche ab. Viele Arten tragen zusätzliche Farbmerkmale: Gelbpinguine (Megadyptes antipodes) zeigen ein gelbes Kopfband, Felsenpinguine (Eudyptes chrysocome) auffällige gelbe Federbüschel über den Augen.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Pinguine erstreckt sich ausschließlich über die Südhalbkugel. Entgegen der weit verbreiteten Annahme leben keineswegs alle Arten in polaren Regionen. Nur zwei Arten – der Kaiserpinguin (Aptenodytes forsteri) und der Adéliepinguin (Pygoscelis adeliae) – brüten direkt auf dem antarktischen Kontinent. Zahlreiche weitere Arten besiedeln gemäßigte und sogar subtropische Biotope: Der Brillenpinguin (Spheniscus demersus) lebt an den Küsten Südafrikas, der Galápagos-Pinguin (Spheniscus mendiculus) am Äquator.

Die bevorzugten Habitate sind felsige Küstenabschnitte, Inseln und kühle Meeresströmungen mit hohem Nährstoffgehalt. Der Humboldtstrom entlang der südamerikanischen Westküste und der Benguelastrom vor Südafrika bilden die Grundlage für die Verbreitung mehrerer Spheniscus-Arten. Außerhalb der Brutzeit verbringen Pinguine den Großteil ihres Lebens auf offener See – teils hunderte Kilometer von der Küste entfernt.

Ernährung

Pinguine ernähren sich ausschließlich von mariner Beute. Den Hauptanteil bilden je nach Art und Verbreitungsgebiet Fische (Sardinen, Sardellen, Laternenträger), Krill (Euphausia superba) und Tintenfische. Kleinere Arten wie der Zwergpinguin (Eudyptula minor) jagen vorwiegend Schwarmfische in Küstennähe, während Kaiserpinguine bei der Nahrungssuche Tauchtiefen von über 500 Metern erreichen und bis zu 20 Minuten unter Wasser bleiben können.

Die Jagd erfolgt überwiegend tagsüber, da Pinguine optisch orientierte Jäger sind. Sie nutzen ihre hervorragende Unterwasser-Sehfähigkeit, um Beutetiere zu orten und mit schnellen Wendungen zu ergreifen. Schwimmgeschwindigkeiten von 5 bis 10 km/h sind üblich, einige Arten erreichen in kurzen Sprints bis zu 36 km/h. Das Salzwasser, das bei der Nahrungsaufnahme unvermeidlich mitgeschluckt wird, scheiden Pinguine über spezielle Salzdrüsen oberhalb der Augen wieder aus.

Verhalten & Lebensweise

Pinguine sind hochsoziale Tiere, die in teils riesigen Kolonien leben. Kaiserpinguinkolonien können mehrere Zehntausend Brutpaare umfassen. Das koloniale Zusammenleben bietet Schutz vor Prädatoren und – bei antarktischen Arten – die Möglichkeit, sich in dichten Gruppen (sogenannten Huddles) gegenseitig vor extremer Kälte zu schützen. Innerhalb der Huddles wechseln die Tiere systematisch ihre Position, sodass kein Individuum dauerhaft am windexponierten Rand steht.

An Land bewegen sich Pinguine watschelnd fort; auf Eis und Schnee nutzen viele Arten das energiesparende Baurutschen, bei dem sie auf dem Bauch gleiten und sich mit den Flippern abstoßen. Die Kommunikation erfolgt über artspezifische Rufe, die in der dicht besiedelten Kolonie der individuellen Erkennung zwischen Partnern sowie zwischen Eltern und Küken dienen. Jedes Tier besitzt eine akustisch einzigartige Rufstruktur.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Balz beginnt je nach Art und Breitengrad zu unterschiedlichen Jahreszeiten. Kaiserpinguine bilden eine Ausnahme: Sie brüten im antarktischen Winter bei Temperaturen von bis zu −60 °C. Die meisten Arten sind saisonal monogam und finden sich über Balzrituale – gegenseitige Verbeugungen, Rufduette, Geschenke von Nestmaterial – zu Paaren