Pittas
PTierart – Vögel > Tropische & exotische Vögel
Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Pittidae (Familie); zahlreiche Arten, u. a. Pitta brachyura (Indischer Pitta), Pitta guajana (Bandpitta)
- Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
- Unterordnung: Schreivögel (Tyranni)
- Familie: Pittas (Pittidae)
- Gattungen: Pitta, Erythropitta, Hydrornis (nach aktueller Systematik)
- Lebensraum: Tropische und subtropische Wälder in Asien, Australasien und Afrika
- Größe: 15–25 cm Körperlänge
- Gewicht: 45–200 g, je nach Art
- Lebenserwartung: Etwa 6–10 Jahre in freier Wildbahn; in Gefangenschaft bis zu 15 Jahre
Aussehen & Merkmale
Pittas gehören zu den farbenprächtigsten Vögeln der Alten Welt. Ihr Gefieder zeigt oft ein auffälliges Mosaik aus kräftigem Blau, Grün, Rot, Orange und Schwarz, das ihnen den englischen Beinamen „Jewel of the Forest" – Juwel des Waldes – eingebracht hat. Die einzelnen Arten unterscheiden sich deutlich in der Farbverteilung, teilen aber einen gemeinsamen Körperbautyp: Der Rumpf ist gedrungen und kompakt, der Schwanz auffallend kurz, die Beine dagegen kräftig und vergleichsweise lang. Der Kopf wirkt im Verhältnis zum Körper groß, der Schnabel ist mittellang, leicht nach unten gebogen und kräftig gebaut – eine Anpassung an die bodennahe Nahrungssuche.
Die Augen sind groß und dunkel, was auf eine gute Sehfähigkeit auch bei schwachem Licht im dichten Unterholz hindeutet. Ein geschlechtsspezifischer Unterschied (Sexualdimorphismus) im Gefieder ist bei manchen Arten vorhanden, fällt aber bei vielen Spezies gering aus. Juvenile Vögel tragen in der Regel ein deutlich matteres, unauffälligeres Federkleid als adulte Tiere.
Lebensraum & Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet der Pittidae erstreckt sich über weite Teile der tropischen und subtropischen Regionen Asiens – von Indien und Sri Lanka über Südostasien bis nach Neuguinea und Nordostaustralien. Zwei Arten, der Angolapitta (Pitta angolensis) und der Grünbrustpitta (Pitta reichenowi), kommen in Afrika südlich der Sahara vor.
Als Habitat bevorzugen Pittas geschlossene, feuchte Tiefland- und Bergwälder mit dichtem Unterholz und einer gut ausgebildeten Laubstreuschicht am Boden. Tropischer Regenwald, immergrüner Monsunwald, Mangroven und Bambusdickichte zählen zu den typischen Biotopen. Einige Arten besiedeln auch Sekundärwälder und Waldränder, solange eine ausreichende Bodenbedeckung vorhanden ist. Mehrere Arten sind Zugvögel: So brütet der Indische Pitta (Pitta brachyura) in den Vorgebirgsregionen des indischen Subkontinents und überwintert in Sri Lanka und Südindien. Die meisten Pittas sind jedoch Standvögel.
Ernährung
Pittas sind weitgehend karnivor und ernähren sich überwiegend von wirbellosen Tieren. Zu ihrer Nahrung gehören Regenwürmer, Schnecken, Käfer, Termiten, Ameisen, Tausendfüßer und andere Arthropoden. Gelegentlich werden auch kleine Wirbeltiere wie Frösche, Eidechsen oder Jungmäuse erbeutet. Schnecken spielen bei mehreren Arten eine zentrale Rolle in der Ernährung: Die Vögel schlagen die Gehäuse wiederholt gegen einen festen Stein – eine sogenannte Amboss-Technik –, um an das Weichtier zu gelangen. Diese Steine werden regelmäßig genutzt, und an bevorzugten Fressplätzen sammeln sich charakteristische Haufen zerbrochener Schneckenschalen an.
Die Nahrungssuche findet fast ausschließlich am Waldboden statt. Mit ihren kräftigen Beinen scharren Pittas in der Laubstreu und wenden Blätter um, um darunter verborgene Beutetiere aufzuspüren.
Verhalten & Lebensweise
Pittas sind überwiegend tagaktive Einzelgänger, die außerhalb der Brutzeit ein solitäres Leben führen. Sie bewegen sich bevorzugt am Waldboden fort und fliegen nur selten und ungern auf – dann meist nur über kurze Distanzen, um einem Feind zu entkommen oder um auf niedrige Äste aufzubäumen. Trotz ihres bunten Gefieders sind sie im dämmerigen Licht des Waldbodens erstaunlich gut getarnt und äußerst scheu.
Ihr Revier verteidigen Pittas vor allem akustisch. Die Rufe sind laut, durchdringend und artspezifisch – oft zweisilbige Pfiffe, die in der Dämmerung und am frühen Morgen zu hören sind. Da die Tiere optisch schwer zu entdecken sind, erfolgt die ornithologische Erfassung von Pitta-Populationen häufig über akustische Methoden (Lautaufnahmen, Playback-Surveys).
Fortpflanzung & Aufzucht
Die Brutzeit fällt bei den meisten Arten in die Regenzeit, wenn das Nahrungsangebot am größten ist. Pittas führen eine saisonale Monogamie: Ein Paar bleibt für die Dauer einer Brutsaison zusammen. Die Balz umfasst Lautäußerungen und auffällige Körperhaltungen, bei denen das Männchen sein farbenprächtiges Gefieder zur Schau stellt.
Das Nest ist ein großer, kugelförmiger Bau aus Zweigen, Blättern, Moos und Wurzeln mit einem seitlichen Eingang. Es wird meist am Boden, in niedriger Vegetation oder in Baumstümpfen errichtet. Das Gelege besteht aus zwei bis sieben Eiern, die von beiden Elternteilen über einen Zeitraum von etwa 14 bis 17 Tagen bebrütet werden. Die Nestlinge sind Nesthocker und werden von beiden Altvögeln mit Insekten und Würmern gefüttert. Nach