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Plätzen

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Jäger- & Weidmannssprache > Jäger- & Weidmannssprache

Definition und Überblick

Der Begriff Plätzen gehört zum festen Vokabular der Jäger- und Weidmannssprache und bezeichnet das gezielte Anlegen einer freien, von Vegetation beräumten Fläche im Wald oder am Waldrand. Eine solche Fläche wird als Platz oder Plätze bezeichnet. Das Plätzen dient verschiedenen jagdlichen Zwecken – von der besseren Beobachtung des Wildes über die Anlage von Kirrungen und Fütterungen bis hin zur Vorbereitung von Ansitzjagden und Drückjagden. Der Begriff leitet sich schlicht vom Substantiv „Platz" ab und meint im engeren Sinne das Schaffen eines übersichtlichen, offenen Bereichs innerhalb eines sonst dicht bewachsenen Reviers.

Jagdliche Bedeutung des Plätzens

In der jagdlichen Praxis ist das Plätzen eine grundlegende Maßnahme der Reviergestaltung. Jäger und Revierpächter legen gezielt kleinere oder größere Freiflächen an, um das Schussfeld zu verbessern und eine sichere Schussabgabe zu ermöglichen. Gerade in dicht bewaldeten Revieren, in denen die Sichtverhältnisse stark eingeschränkt sind, ist das Anlegen solcher Plätze unverzichtbar. Ohne ein ausreichend großes Schussfeld kann der Jäger weder das Wild sicher ansprechen noch einen weidgerechten Schuss antragen.

Das Plätzen erfolgt in der Regel durch das Entfernen von Unterholz, Gestrüpp, niedrigen Ästen und Bodenbewuchs. Dabei werden Sträucher zurückgeschnitten, Brombeeren und anderer dichter Bewuchs entfernt sowie unter Umständen der Boden freigelegt. Die Größe einer solchen Plätze variiert je nach Zweck erheblich – von wenigen Quadratmetern vor einem Hochsitz oder einer Ansitzeinrichtung bis hin zu größeren Schneisen und Freiflächen für Bewegungsjagden.

Plätzen im Zusammenhang mit Kirrung und Fütterung

Eine besonders häufige Anwendung findet das Plätzen bei der Anlage von Kirrungen. Als Kirrung bezeichnet der Weidmann das Anlocken von Wild – insbesondere von Schwarzwild (Wildschwein) – durch das Ausbringen geringer Mengen an Futtermitteln wie Mais, Getreide oder Eicheln. Damit der Jäger das an die Kirrung wechselnde Wild rechtzeitig erkennen und sicher erlegen kann, wird die unmittelbare Umgebung der Kirrung geplätzt. Der Bereich wird so freigehalten, dass der Jäger vom Ansitz aus freie Sicht auf die Kirrstelle hat.

Auch bei Fütterungen, die im Winter zur Notzeit angelegt werden, spielt das Plätzen eine Rolle. Hier geht es weniger um die Bejagung als vielmehr darum, den Bereich rund um die Futterstelle übersichtlich zu halten, um das Wild bei der Annahme des Futters beobachten und seinen Gesundheitszustand beurteilen zu können. Zudem lassen sich an geplätzten Stellen Fährten und Trittsiegel besser ablesen, was dem Jäger wertvolle Hinweise auf die im Revier vorkommenden Wildarten und deren Bestandsdichte gibt.

Plätzen bei Bewegungsjagden

Bei Drückjagden und anderen Formen der Bewegungsjagd kommt dem Plätzen eine besondere Bedeutung zu. Entlang von Schneisen, Rückegassen und Wegen werden gezielte Freiflächen geschaffen, an denen die Schützen auf ihren Ständen postiert werden. Diese geplätzten Bereiche – auch als Schussschneisen bezeichnet – ermöglichen es den Jägern, flüchtiges Wild rechtzeitig zu erkennen, sicher anzusprechen und einen verantwortungsvollen Schuss abzugeben. Ohne solche vorbereiteten Stände und Schneisen wäre eine sichere Bejagung in geschlossenen Waldbeständen kaum möglich.

Die Anlage solcher Schussschneisen erfordert in der Regel die Abstimmung mit dem Forstbetrieb oder dem Waldbesitzer, da Eingriffe in den Baumbestand und das Unterholz die forstwirtschaftliche Nutzung und den Naturhaushalt betreffen können. In vielen Revieren werden die Schneisen daher in Zusammenarbeit zwischen Jägern und Förstern geplant und gepflegt.

Weitere Bedeutungen in der Weidmannssprache

Neben der beschriebenen Hauptbedeutung kennt die Jägersprache den Begriff Plätzen auch in einem weiteren Zusammenhang: Beim Haarwild, insbesondere beim Rehwild und Rotwild, spricht man vom Plätzen, wenn sich das Wild an einer bestimmten Stelle niedertut und dort den Boden durch wiederholtes Liegen freilegt. Solche natürlichen Plätze, auch Lagerplätze oder Betten genannt, sind für den erfahrenen Jäger ein wichtiges Zeichen bei der Fährtenarbeit und beim Ansprechen des Wildes.

Darüber hinaus wird in einigen Regionen das Abschälen der Rinde durch Rotwild oder Gamswild mit dem Geäse als eine Form des Plätzens bezeichnet, da dabei blanke Stellen am Stamm entstehen. Diese Bedeutung ist jedoch regional begrenzt und weniger gebräuchlich als die jagdpraktische Hauptbedeutung.

Rechtliche und ökologische Aspekte

Das Plätzen unterliegt in Deutschland, Österreich und der Schweiz den jeweiligen Jagdgesetzen und Waldgesetzen. Eingriffe in den Waldbewuchs bedürfen in der Regel der Zustimmung des Grundeigentümers und müssen sich im Rahmen der ordnungsgemäßen Jagdausübung bewegen. In Naturschutzgebieten und Schutzwäldern gelten oft strengere Regelungen, die das Plätzen einschränken oder an Genehmigungen knüpfen.

Aus ökologischer Sicht können geplätzte Flächen durchaus positive Effekte haben: Sie schaffen Lichtinseln im geschlossenen Wald, fördern den Aufwuchs von Kräutern und Gräsern und bieten damit zusätzliche Äsung für das Wild. Gleichzeitig sollte das Plätzen mit Augenma