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Planarie

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Tierart – Wirbellose > Würmer & Co

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Planariidae (Familie); häufig beschriebene Art: Schmidtea mediterranea, Dugesia gonocephala
  • Stamm: Plattwürmer (Platyhelminthes)
  • Klasse: Strudelwürmer (Turbellaria)
  • Ordnung: Seriata (Tricladida)
  • Familie: Planariidae, Dugesiidae
  • Lebensraum: Süßwasser (Bäche, Quellen, Seen), seltener marin oder terrestrisch
  • Größe: 5–30 mm, einige tropische Landplanarien bis über 60 cm
  • Gewicht: wenige Milligramm
  • Lebenserwartung: theoretisch unbegrenzt durch ständige Zellerneuerung; unter Laborbedingungen mehrere Jahre nachgewiesen

Aussehen & Merkmale

Planarien besitzen einen dorsoventral abgeflachten, weichen Körper ohne Segmentierung, Skelett oder Körperhöhle. Die Körperform ist länglich-oval, das Vorderende häufig spatelförmig verbreitert. Typisch für viele Süßwasserplanarien sind zwei augenähnliche Pigmentflecken (Ocellen) am Kopf, die der Lichtwahrnehmung dienen und dem Tier ein charakteristisches „Schielgesicht" verleihen. Bei manchen Gattungen wie Dugesia sind deutlich ausgeprägte seitliche Ohrfortsätze (Aurikel) erkennbar, die als Chemorezeptoren fungieren.

Die Körperoberfläche ist von einem bewimperten Epithel bedeckt. Diese Cilien erzeugen zusammen mit einer Schleimschicht die gleitende Fortbewegung auf Substraten. Planarien besitzen weder Schuppen noch eine feste Kutikula. Die Färbung variiert je nach Art von weißlich-transparent über grau und braun bis hin zu schwarz. Tropische Landplanarien wie Bipalium können leuchtend gestreift sein.

Das Nervensystem besteht aus einem Cerebralganglion im Kopfbereich und zwei längsverlaufenden Nervensträngen, die leiterförmig durch Querverbindungen (Kommissuren) vernetzt sind. Ein Blutgefäßsystem fehlt; der Gasaustausch erfolgt über die gesamte Körperoberfläche. Der Verdauungstrakt ist blind geschlossen und dreiästig verzweigt (daher der Name Tricladida), mit einem einzigen Mund auf der Bauchseite, durch den auch ein ausstülpbarer Pharynx hervorgestreckt wird.

Lebensraum & Verbreitung

Süßwasserplanarien der Familien Planariidae und Dugesiidae kommen weltweit in gemäßigten und tropischen Regionen vor. Ihr bevorzugtes Habitat sind saubere, sauerstoffreiche Fließgewässer, insbesondere Quellbäche und schattige Bachabschnitte mit steinigem Untergrund. Sie gelten in der Gewässerökologie als Bioindikatoren für gute Wasserqualität. Dugesia gonocephala etwa besiedelt vorwiegend kühle, unbelastete Mittelgebirgsbäche in Europa.

Einige Arten wie Schmidtea polychroa tolerieren auch stehende Gewässer und sind in Seen, Teichen und langsam fließenden Gräben zu finden. Marine Planarien (Ordnung Polycladida) leben in Küstenbiotopen unter Steinen und Algen. Tropische Landplanarien (Familie Geoplanidae) bewohnen feuchte Wälder und Laubstreu. Die invasive Art Obama nungara aus Südamerika hat sich in den letzten Jahrzehnten in westeuropäischen Gärten ausgebreitet und stellt dort eine Bedrohung für die einheimische Bodenfauna dar.

Ernährung

Planarien sind räuberische oder aasfressende Organismen. Süßwasserarten ernähren sich von kleinen wirbellosen Tieren wie Insektenlarven, Kleinkrebsen, Würmern und Schneckeneiern. Die Nahrungsaufnahme erfolgt über den auf der Bauchseite gelegenen Pharynx, der aktiv aus der Körpermitte hervorgestülpt wird. Der Pharynx wird direkt in die Beute oder das Aas eingeführt, und Verdauungsenzyme werden vorab abgegeben (extrazelluläre Vorverdauung). Der aufgelöste Nahrungsbrei gelangt in den dreiästig verzweigten Darm, wo die Nährstoffe intrazellulär weiterverarbeitet werden. Unverdauliche Reste werden durch den Mund wieder ausgestoßen, da kein After vorhanden ist.

Planarien spüren ihre Nahrung mithilfe der Chemorezeptoren an den Aurikeln auf. Sie reagieren empfindlich auf gelöste organische Substanzen und können Nahrungsquellen über Distanzen von mehreren Zentimetern lokalisieren.

Verhalten & Lebensweise

Planarien sind überwiegend nachtaktiv und lichtscheu (negativ phototaktisch). Tagsüber verbergen sie sich unter Steinen, Totholz oder Laub. Bei Dunkelheit begeben sie sich auf Nahrungssuche. Ihre Fortbewegung erfolgt durch koordinierten Cilienschlag auf einer selbst produzierten Schleimschicht, ergänzt durch Kontraktionen der Hautmuskulatur bei schnelleren Richtungswechseln.

Ein ausgeprägtes Sozialverhalten oder Revierverhalten ist nicht bekannt. Planarien leben solitär, können aber bei günstigen Bedingungen in hoher Dichte vorkommen. Bei ungünstigen Umweltbedingungen wie Nahrungsmangel schrumpfen Planarien aktiv, indem sie eigene Zellen resorbieren – ein Vorgang, der reversibel ist, sobald wieder Nahrung zur Verfügung steht.

Fortpflanzung & Aufzucht

Planarien sind Zwitter (Hermaphroditen). Jedes Individuum besitzt sowohl männliche als auch weibliche Geschlechtsorgane. Bei der geschlechtlichen Fortpflanzung tauschen zwei Tiere gegenseitig Spermien aus. Die befruchteten Eier werden in schützenden Kokons (Eikapseln) abgelegt, aus denen nach einigen Wochen vollständig entwickelte Jungtiere schlüpfen. Eine Brutpflege findet nicht statt.

Daneben ist die ungeschlechtliche Fortpflanzung durch Querteilung (Fission) weit verbreitet. Das Tier schnürt sich quer durch