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Präriehund

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Tierart – Säugetiere > Nagetiere

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Cynomys (Gattung mit fünf Arten)
  • Ordnung: Nagetiere (Rodentia)
  • Familie: Hörnchen (Sciuridae)
  • Unterfamilie: Erdhörnchen (Xerinae)
  • Verbreitungsgebiet: Zentrale Grassteppen Nordamerikas, von Südkanada bis Nordmexiko
  • Größe: 30–40 cm Kopf-Rumpf-Länge, Schwanz zusätzlich 3–10 cm
  • Gewicht: 0,5–1,5 kg, je nach Art und Jahreszeit
  • Lebenserwartung: 3–5 Jahre in freier Wildbahn, bis zu 8 Jahre in Gefangenschaft

Aussehen & Merkmale

Präriehunde sind kompakt gebaute Nagetiere mit einem gedrungenen Körper und kurzen, kräftigen Gliedmaßen. Der Kopf ist breit und rundlich, die Ohren klein und eng am Schädel anliegend – eine Anpassung an das Leben in unterirdischen Bauten. Die Augen sitzen seitlich am Kopf und ermöglichen ein weites Blickfeld, das zur Feindvermeidung in offenem Gelände entscheidend ist.

Das Fell ist dicht und kurz, an der Oberseite sandbraun bis gelblich-grau gefärbt, an der Unterseite deutlich heller, oft weißlich. Diese Färbung dient der Tarnung im trockenen Grasland. Der Schwanz ist je nach Art unterschiedlich gestaltet: Beim Schwarzschwanz-Präriehund (Cynomys ludovicianus), der häufigsten und bekanntesten Art, trägt er eine schwarze Spitze. Der Weißschwanz-Präriehund (Cynomys leucurus) besitzt dagegen einen weißlich gefärbten Schwanzabschnitt. Die kräftigen Vorderpfoten sind mit langen Krallen ausgestattet, die zum Graben der ausgedehnten Tunnelsysteme dienen.

Lebensraum & Verbreitung

Das natürliche Habitat der Präriehunde sind die kurzgrasigen Steppen und Prärien Nordamerikas. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich von den südlichen Provinzen Kanadas (Saskatchewan) über die Great Plains der USA bis in die nördlichen Bundesstaaten Mexikos (Chihuahua, Sonora). Sie bevorzugen flache, offene Landschaften mit niedriger Vegetation, da diese gute Sicht auf herannahende Fressfeinde bieten.

Die Gattung Cynomys umfasst fünf Arten: den Schwarzschwanz-Präriehund (C. ludovicianus), den Weißschwanz-Präriehund (C. leucurus), den Gunnison-Präriehund (C. gunnisoni), den Utah-Präriehund (C. parvidens) und den Mexikanischen Präriehund (C. mexicanus). Die einzelnen Arten besiedeln unterschiedliche Regionen und Höhenlagen. Der Utah-Präriehund etwa lebt in höher gelegenen Tälern, während der Schwarzschwanz-Präriehund die tiefer gelegenen Ebenen bevorzugt.

Ernährung

Präriehunde sind überwiegend Pflanzenfresser (Herbivoren). Ihre Nahrung besteht hauptsächlich aus Gräsern, Kräutern, Wurzeln und Samen. Im Frühjahr machen frische Grashalme und Blätter den Großteil der Nahrung aus, während im Herbst vermehrt Samen und Wurzeln gefressen werden. Gelegentlich nehmen Präriehunde auch Insekten auf, vor allem Heuschrecken und Käfer, die als Proteinquelle dienen.

Durch ihre intensive Beweidung halten Präriehunde die Vegetation in ihrem Siedlungsbereich kurz. Dieser Effekt hat weitreichende ökologische Folgen: Die so entstehenden kurzgrasigen Flächen bieten Lebensraum für zahlreiche andere Tierarten, darunter den Kanincheneule (Athene cunicularia) und den Gabelbock (Antilocapra americana), der die verbesserte Sicht zur Feindvermeidung nutzt.

Verhalten & Lebensweise

Präriehunde sind tagaktive Tiere und leben in großen, sozial organisierten Kolonien, die als „Präriehundstädte" (englisch: prairie dog towns) bezeichnet werden. Diese Kolonien können Tausende von Individuen umfassen und sich über mehrere Quadratkilometer erstrecken. Historische Berichte dokumentieren Kolonien mit geschätzt mehreren Hundert Millionen Tieren, die sich über Tausende Quadratkilometer erstreckten.

Die soziale Grundeinheit ist die Familiengruppe, beim Schwarzschwanz-Präriehund als „Coterie" bezeichnet. Eine Coterie besteht in der Regel aus einem erwachsenen Männchen, mehreren Weibchen und deren Jungtieren. Diese Gruppen verteidigen ein gemeinsames Revier innerhalb der Kolonie. Die Tiere begrüßen sich durch einen charakteristischen „Kuss", bei dem sie sich gegenseitig an den Zähnen berühren – ein Verhalten, das der Identifikation von Gruppenmitgliedern dient.

Besonders ausgeprägt ist das Warnsystem der Präriehunde. Bei Sichtung eines Fressfeindes stoßen Wachtiere laute, bellende Rufe aus – diese Rufe gaben der Gattung ihren volkstümlichen Namen, da frühe Siedler sie an das Bellen kleiner Hunde erinnerten. Untersuchungen des Verhaltensbiologen Con Slobodchikoff zeigten, dass die Alarmrufe der Gunnison-Präriehunde erstaunlich differenziert sind: Die Tiere können in ihren Rufen offenbar zwischen verschiedenen Feindtypen (Habicht, Kojote, Mensch) unterscheiden und sogar Informationen über Größe, Form und Farbe des Angreifers kodieren.

Die unterirdischen Bauten sind komplex strukturiert und verfügen über mehrere Eingänge, Nestkammern, Latrinen und sogenannte Horchkammern nahe der Oberfläche. Die aufgeworfenen Erdhügel um die Eingänge dienen als Aussichtspunkte und schützen gleichzeitig vor dem Eindringen von Regenwasser.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Paarungszeit fällt je nach Art und geografischer Lage in die Monate Januar bis April. Nach einer Tragzeit von rund 34–37