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Puffotter

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Tierart – Reptilien > Schlangen – Giftschlangen

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Bitis arietans
  • Ordnung: Squamata (Schuppenkriechtiere)
  • Unterordnung: Serpentes (Schlangen)
  • Familie: Viperidae (Vipern)
  • Unterfamilie: Viperinae (Echte Vipern)
  • Gattung: Bitis
  • Lebensraum: Savannen, Halbwüsten, Grasland, felsige Hänge, lichte Wälder
  • Größe: 80–130 cm, maximal bis 190 cm
  • Gewicht: 3–6 kg, in Ausnahmefällen über 6 kg
  • Lebenserwartung: ca. 15 Jahre in freier Wildbahn, bis 20 Jahre in Gefangenschaft

Aussehen & Merkmale

Die Puffotter ist eine gedrungene, kräftig gebaute Viper mit einem auffallend breiten, dreieckigen Kopf, der sich deutlich vom Hals absetzt. Der Körper wirkt im Verhältnis zur Länge massig und ist seitlich leicht abgeflacht. Die Schuppen sind stark gekielt, was der Haut eine raue, matte Oberfläche verleiht. Der kurze, dünne Schwanz steht in starkem Kontrast zum voluminösen Rumpf.

Die Grundfärbung variiert je nach Herkunftspopulation erheblich – von gelblich-braun über grau bis hin zu rötlich oder olivfarben. Über den Rücken ziehen sich charakteristische, dunkelbraune bis schwarze Winkelzeichnungen (Chevron-Muster), die in regelmäßigen Abständen angeordnet sind. Diese Zeichnung dient als hervorragende Tarnung im trockenen Gras und auf steinigem Untergrund. Die Bauchseite ist heller, oft gelblich-weiß mit vereinzelten dunklen Flecken.

Wie alle Vipern besitzt die Puffotter ein Solenoglyphen-Gebiss: Die langen, hohlen Giftzähne im Oberkiefer sind an einem beweglichen Kieferknochen befestigt und können beim Zubeißen nach vorn geklappt werden. In Ruhestellung liegen sie flach am Gaumen an. Die Giftzähne erreichen eine Länge von bis zu 2 cm.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Puffotter erstreckt sich über weite Teile des afrikanischen Kontinents südlich der Sahara. Sie kommt von Marokko und dem westlichen Arabien über die gesamte Sahelzone bis nach Südafrika vor und ist damit eine der am weitesten verbreiteten Giftschlangen Afrikas. Eine isolierte Population existiert zudem im südwestlichen Teil der Arabischen Halbinsel.

Ihr bevorzugtes Habitat umfasst offene und halboffene Landschaften: trockene Savannen, Grasland, Buschland, Halbwüsten und felsige Hänge. In dichten tropischen Regenwäldern fehlt sie hingegen weitgehend. Die Art besiedelt Höhenlagen vom Meeresspiegel bis über 2.500 Meter. Sie zeigt eine beachtliche Anpassungsfähigkeit an unterschiedliche Biotope und kommt auch in der Nähe menschlicher Siedlungen, auf landwirtschaftlichen Flächen und in Gärten vor – was die Häufigkeit von Bissvorfällen erklärt.

Ernährung

Die Puffotter ernährt sich überwiegend von kleinen Säugetieren, insbesondere von Nagetieren wie Mäusen und Ratten. Daneben stehen Vögel, Eidechsen, Frösche und gelegentlich andere Schlangen auf dem Speiseplan. Jungtiere fressen vorwiegend kleine Eidechsen und Frösche, bis sie groß genug sind, um Säugetiere zu überwältigen.

Die Jagdstrategie der Puffotter ist die eines typischen Lauerjägers. Sie verharrt stundenlang oder sogar tagelang regungslos an einer geeigneten Stelle – häufig entlang von Wildwechseln oder Nagetierpfaden – und wartet, bis ein Beutetier in Reichweite kommt. Der Zustoß erfolgt extrem schnell: Innerhalb von Bruchteilen einer Sekunde werden die Giftzähne in die Beute geschlagen, eine Dosis zytotoxisches Gift injiziert und die Beute anschließend wieder losgelassen. Das Gift beginnt sofort, das Gewebe des Beutetieres zu zersetzen, sodass es nach wenigen Metern verendet. Die Puffotter folgt dann der Geruchsspur und verschlingt die Beute im Ganzen.

Verhalten & Lebensweise

Die Puffotter ist vorwiegend dämmerungs- und nachtaktiv, kann jedoch in kühleren Regionen oder während der kühleren Jahreszeit auch tagsüber aktiv sein. Tagsüber sonnt sie sich gelegentlich an geschützten Stellen, um ihre Körpertemperatur zu regulieren – ein für Reptilien typisches Thermoregulationsverhalten.

Auffällig ist die extreme Trägheit dieser Art. Anders als viele andere Schlangen, die bei Annäherung fliehen, verlässt sich die Puffotter fast ausschließlich auf ihre Tarnung und bleibt selbst bei unmittelbarer Störung regungslos liegen. Erst wenn sie sich direkt bedroht fühlt, reagiert sie: Sie bläst den Körper auf und stößt dabei ein lautes, zischendes Fauchen aus – ein Verhalten, das der Art ihren deutschen Namen „Puffotter" eingebracht hat (von englisch „puff" für Blasen/Pusten). Wird sie weiterhin bedrängt, folgt ein blitzschneller Verteidigungsbiss.

Genau dieses Verhalten macht die Puffotter für Menschen besonders gefährlich: Da sie bei Annäherung nicht flüchtet, treten Wanderer oder Feldarbeiter häufig unbemerkt auf das Tier. Die Puffotter ist für mehr Schlangenbissverletzungen in Afrika verantwortlich als jede andere Schlangenart. Ihr Gift ist stark zytotoxisch und verursacht massive Gewebezerstörung, Schwellungen und Nekrosen. Ohne medizinische Behandlung mit einem geeigneten Antivenin können Bisse tödlich verlaufen.

Die Puffotter ist eine Einzelgängerin und beansprucht kein festes Revier. Ihre Fortbewegung erfolgt in geradliniger Raupenbewegung (rectilineare Lokomotion), bei der die Bauchschuppen wellenförmig bewegt werden. Diese Fortbewegungsart ist langsam, aber energiesparend und eignet sich für den Lauerjäger-Lebensstil der Art.

Fortpflanz