Ramelsloher
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Steckbrief
- Herkunft: Ramelsloh bei Hamburg, Niedersachsen, Deutschland
- Rassestandard: BDRG (Bund Deutscher Rassegeflügelzüchter), anerkannt seit 1870er Jahre
- Größe: Mittelgroßes Landhuhn
- Gewicht: Hahn 2,5–3,0 kg, Henne 2,0–2,5 kg
- Lebenserwartung: 6–8 Jahre bei artgerechter Haltung
- Gefieder/Farben: Weiß und Gelb als anerkannte Farbschläge; glatt anliegendes, festes Gefieder
- Legeleistung: ca. 170–200 Eier pro Jahr
- Eigewicht: ca. 55–60 g, weiße Schale
- Bruteigenschaft: Geringe Brutneigung
Herkunft & Geschichte
Das Ramelsloher Huhn zählt zu den ältesten deutschen Hühnerrassen und hat seinen Ursprung im Dorf Ramelsloh, südlich von Hamburg in der Lüneburger Heide gelegen. Die Abstammung dieser Rasse reicht bis ins Mittelalter zurück. Bereits im 14. Jahrhundert sollen die Bauern der Region ein leistungsfähiges Landhuhn gehalten haben, das sich durch seine Robustheit und gute Legeleistung auszeichnete. Die Zucht wurde über Jahrhunderte hinweg von den ansässigen Landwirten betrieben, ohne dass eine gezielte Kreuzung mit fremdländischen Rassen stattfand. Das machte das Ramelsloher zu einer der wenigen Hühnerrassen, die weitgehend frei von ausländischen Einflüssen blieb.
Mit der Gründung erster Geflügelzuchtvereine in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde das Ramelsloher als eigenständige Rasse standardisiert und vom Zuchtverband offiziell anerkannt. Trotz seiner langen Geschichte geriet die Rasse im 20. Jahrhundert durch die Intensivierung der Geflügelwirtschaft zunehmend in Vergessenheit. Hochleistungshybriden verdrängten die alten Landrassen aus den Ställen. Heute gilt das Ramelsloher als gefährdete Nutztierrasse und wird von der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen (GEH) auf der Roten Liste geführt. Engagierte Züchter und Sondervereine setzen sich aktiv für den Erhalt dieser wertvollen Rasse ein.
Aussehen & Rassemerkmale
Das Ramelsloher präsentiert sich als kräftiges, aufrecht stehendes Landhuhn mit einer stolzen, leicht gestreckten Körperhaltung. Der Rumpf ist breit und tief, die Brust voll und gut gerundet. Die Rückenlinie verläuft leicht abfallend zum Schwanz hin. Der Hahn trägt einen gut entwickelten, sichelförmigen Schwanz, der das Gesamtbild harmonisch abrundet.
Der Kopf zeigt einen mittelgroßen, aufrechten Einfachkamm mit gleichmäßigen Zacken, der bei der Henne deutlich kleiner ausfällt. Die Ohrscheiben sind weiß – ein typisches Rassemerkmal, das auch auf die weiße Eischalenfarbe hinweist. Die Augen sind orangerot und verleihen dem Tier einen aufmerksamen Ausdruck. Der Schnabel ist kräftig und hornfarbig bis gelblich. Die Läufe sind unbefiedert und von hellgelber Farbe.
Beim Gefieder werden zwei Farbschläge im Rassestandard anerkannt: Weiß und Gelb. Beide Varianten zeigen ein glatt anliegendes, festes Federkleid ohne übermäßige Flaum- oder Schmuckfedern. Der gelbe Farbschlag ist dabei besonders selten und wird von Liebhabern besonders geschätzt.
Charakter & Wesen
Ramelsloher sind lebhafte, aufgeweckte Hühner mit einem durchaus eigenständigen Charakter. Sie gelten als wachsam und aufmerksam, was sie in früheren Zeiten zu geschätzten Hofhühnern machte, die bei Gefahr sofort reagierten. Gleichzeitig sind sie keineswegs scheu – bei regelmäßigem, ruhigem Umgang werden sie recht zutraulich und nehmen Futter aus der Hand.
Als typische Landhühner besitzen sie einen ausgeprägten Bewegungsdrang und sind den ganzen Tag über aktiv auf Futtersuche. Ihre Neugier und ihr lebhaftes Temperament machen sie zu unterhaltsamen Pfleglingen, die sich gerne im Auslauf beschäftigen. Untereinander sind Ramelsloher verträglich und bilden eine stabile Rangordnung. Hähne zeigen sich in der Regel nicht übermäßig aggressiv, bewachen ihre Hennen jedoch zuverlässig. Die geringe Brutneigung der Hennen bedeutet, dass sie selten glucken und stattdessen eine konstante Legeleistung über die gesamte Saison hinweg aufrechterhalten.
Haltung & Pflege
Ramelsloher sind als Landhühner für die Freilandhaltung prädestiniert. Sie benötigen ausreichend Auslauf und fühlen sich auf einer großzügig bemessenen Grünfläche am wohlsten. Ein Minimum von 10 Quadratmetern pro Tier im Freilauf sollte eingeplant werden. Die Tiere sind gute Futtersucher und verwerten Gras, Insekten, Würmer und Samen äußerst effizient, was die Futterkosten spürbar senken kann.
Der Stall muss trocken, zugfrei und gut belüftet sein. Ausreichend Sitzstangen in angemessener Höhe sowie gut zugängliche Legenester gehören zur Grundausstattung. Da Ramelsloher recht flugfreudig sind, empfiehlt sich eine Einzäunung von mindestens 1,50 Meter Höhe – besser noch höher oder mit einem Netz überspannt.
Die Gefiederpflege übernehmen die Tiere weitgehend selbst, sofern ein Sandbad zur Verfügung steht. Regelmäßige Kontrolle auf Parasiten wie Milben und Federlinge gehört zur Routinepflege. Die Krallen und der Schnabel nutzen sich bei ausreichend Auslauf auf natürlichem Untergrund in der Regel von selbst ab.
Ernährung
Die Fütterung des Ramelslohers unterscheidet sich nicht grundlegend von der anderer Landhühnerrassen. Ein hochwertiges Alleinfutter für Legehennen bildet die Basis und deckt den Bedarf an Proteinen, Vitaminen